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Neue Steuern: Der Unterschied zwischen Namibia und China

*** Wieder in Afrika. Ich komme gerade vom „Namibia International Investment Forum“ in Windhoek, wo ich einige interessante Sterbliche treffen konnte.

Dieses Land liebe ich inzwischen – umso mehr hat es mich geärgert, was für massiven Druck die Minen-Industrie ausgeübt hat, als Namibia von seinen eigenen Bodenschätzen stärker profitieren wollte.

Der stellvertretende Finanzminister Namibias mit dem schönen Namen Calle Schlettwein hatte eine 5% Steuer auf den Wert von Rohstoff-Exporten durchsetzen wollen.

Ist ja wohl angemessen, dass das Land von den exportierten Rohstoffen dies abschöpft. Und aus Namibia werden eine ganze Reihe von Rohstoffe exportiert – Uran, Kupfererz, Diamanten, zahlreiche strategische Metalle…

Na, keine Überraschung, dass die Minen-Industrie dagegen war. Das würde „serious damage“ – ernsthaften Schaden – für die Minen-Industrie mit sich bringen, hieß es von dieser Seite. Gähn. Etwas Originelleres ist da nicht eingefallen? Wenn der zu erzielende Preis stimmt, würde auch diese 5%ige Steuer bezahlt, keine Frage.

Doch es reichte leider aus, um die namibische Regierung einknicken zu lassen. Die Rohstoff-Steuer wurde auf 2% (nicht 5%) begrenzt, und soll nun nur in einer „case-by-case-basis“ erhoben werden – von Fall zu Fall. Was das wohl bedeutet!

*** Ganz anders da die chinesische Regierung. Die hatte letzten Monat dasselbe beschlossen – eine Rohstoff-Steuer auf alle Metalle (inkl. Seltene Erden-Metalle), welche das Land verlassen. Die Einnahmen sollen laut offiziellen Angaben zur Verbesserung der Infrastruktur der westlichen Landesteile verwendet werden.

Und zack – direkt eingeführt, ab 1. November gültig. Da traute ich offensichtlich niemand von der Minen-Industrie, sich auch nur leise zu beschweren. Wer sagt denn, dass die neue, geplante Rohstoff-Agentur Chinas solchen Protestlern dann nicht Steine in den Weg legt…dann gibt es eben nichts mehr. Geht also mit der Rohstoff-Steuer.

Schade, dass Namibia sich da nicht China als Vorbild genommen hat. Die zusätzlichen Einnahmen hätte dieser sympathische Emerging Market gut gebrauchen können.

*** Ich werde mich nun um das Jatropha-Projekt kümmern – wahrscheinlich in den nächsten Tagen mehr dazu.

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily

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Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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