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Mexiko: Gefährliche Mischung aus hoher Inflation und geringem Wachstum

Auch Mexiko zeigt inzwischen deutliche Wachstumsschwächen. Konnte sich das Land nach kurzer aber heftiger Rezession im Jahr 2009 jahrelang bei Wachstumsraten von mehr als 4% stabilisieren, knickte die Wachstumsrate zuletzt auf nur noch 0,8% pro Jahr ein.  Zusammen mit der hohen Inflation ist das eine gefährliche Mischung, die den Wohlstand der Bevölkerung schnell dahinraffen kann.

 

Konstantes Wachstum war gestern

Mexiko zählt zwar nicht zu den berühmten BRIC-Staaten, glänzt gleichwohl aber mit konstanten Wachstumsraten von 4-5% pro Jahr über ein ganzes Jahrzehnt hinweg. Lediglich während der Hochphase der Finanzkrise im Jahr 2009, als Investoren weltweit Geld aus den Schwellenländern abzogen, gab es eine Wachstumsdelle.

Damals schrumpfte die Wirtschaft auf Jahressicht mit einer Rate von fast 10%. Dieses Szenario könnte sich jetzt wiederholen. Denn schon wieder holen die Investoren aus den Industriestaaten ihr Geld nach Hause. Die Wachstumsrate der mexikanischen Wirtschaft schrumpfte zuletzt auf 0,8% pro Jahr.

 

Die Inflationsrate ist untypisch hoch

Untypisch für solch eine Wachstumsschwäche ist das konstant hohe Inflationsniveau von mehr als 4% pro Jahr. Normalerweise sinkt die Preissteigerungsrate zusammen mit der Nachfrage.

Im Falle Mexikos war 2009 das Gegenteil zu beobachten. Als Kompensation für das fehlende Auslandskapital druckte die mexikanische Zentralbank Geld im Eiltempo und die Inflation schoss von weniger als 4% auf 6,5% nach oben. Derzeit zeigt die Kurve zwar nach unten. Doch bei 0,8% Wirtschaftswachstum und 4,1% Geldentwertung pro Jahr hat es Mexiko mit einer gefährlichen Mischung zu tun.

 

Schaffen die Mexikaner ihr Geld ins Ausland?

Sparen ist in solch einer Situation kaum sinnvoll. Das Geld würde relativ rasch von der Inflation aufgezehrt werden. Investitionen in die Realwirtschaft sind bei nur 0,8% Wirtschaftswachstum aber auch nicht aussichtsreich. Wo kein Wachstum ist, lohnt auch keine Investition. Die Geldbesitzer in Mexiko könnten sich in dieser Situation veranlasst sehen, ihr Geld außer Landes anzulegen.

Das würde den ohnehin unterbewerteten mexikanischen Peso weiter unter Druck setzen. Bei einem von der OECD berechneten fairen EURMXN-Kurs von 10,4 Peso pro Euro kostet der Euro derzeit 16,55 Peso. Ein weiter abwertender Euro würde das ohnehin bestehende Leistungsbilanzdefizit weiter vergrößern. Eine weitere Abwertung wäre die Folge, was wiederrum neuerliche Kapitaltransfers ins Ausland nach sich zöge.

 

Die Zentralbank ist handlungsunfähig

Die mexikanische Notenbank ist zudem handlungsunfähig. Entweder senkt sie die Zinsen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Dann dürfte die Inflationsrate aber weiter steigen. Oder sie erhöht die Zinsen, bekämpft die Inflation und treibt die Wirtschaft vielleicht vollends in die Rezession. Zuletzt entschied sich die Zentralbank für Wachstum und gegen Geldwertstabilität: Sie senkte den Leitzins.

 

eurmxn

Ich rechne damit, dass der Wechselkurs des EURMXN mittelfristig innerhalb des langjährigen Kursbandes zwischen 15,6 und 17,50 Peso pendelt. Zwar hat Mexiko wirtschaftliche Probleme, die dem Peso zusetzen. Doch der Euro ist auch nicht frei von Makeln, so dass sich die positiven und negativen Merkmale beider Währungen derzeit die Waage halten.

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Über den Autor Thomas Kallwass

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