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Was es mit der „indischen FDA“ auf sich hat

*** Ich möchte auf das letzte Woche angerissene Thema zurückkommen: Die Errichtung einer indischen Behörde ,welche mit der amerikanischen „FDA“ („Food and Drug Administration“) vergleichbar ist. Beschlossen im Rahmen eines indisch-amerikanischen Abkommens, über das Jahrelang verhandelt wurde.

Am 24.12. schrieb ich dazu:

„Dieses Abkommen hat meiner Ansicht nach das Potenzial, das Volumen der indisch-amerikanischen Handelsbeziehungen (Volumen derzeit unter 30 Mrd. Dollar, was nicht besonders viel ist) zu verdoppeln und zu verdreifachen. Die Finanzpresse hat dieses Thema noch kaum aufgegriffen, soweit ich das mitbekommen habe. Es gibt einen Sektor, der besonders profitieren dürfte.“

Um was es geht:

Dazu möchte ich ein wenig ausholen. Was ist diese ominöse „FDA“ eigentlich?

Wenn Sie mit Biotechs traden, dann kennen Sie diese amerikanische Behörde ziemlich sicher: Die FDA erteilt Zulassungen für neue Medikamente.

Der Kurs eines Biotech-Unternehmens, welches nur ein Medikament in der Pipeline hat, kann an nur einem Tag locker um 50% einbrechen oder explodieren, sich wirklich innerhalb von Stunden verdoppeln oder sogar verdreifachen.

Nämlich genau dann, wenn die FDA ihre Genehmigung für dieses Produkt verweigert. Oder eben erteilt.

Für mich war das immer ein Grund, solche Biotech-Aktien zu meiden. Ich finde: Es kommt eher einem Glücksspiel gleich, wenn man als Käufer der Aktie nicht beurteilen kann, ob das Medikament in der Pipeline wirklich gut ist oder nicht. (Wie sollte ich als Nicht-Mediziner das auch beurteilen können?)

Und wenn es dann auch noch das einzige Produkt des Unternehmens ist, und die Entscheidung der FDA ansteht…Ojottojott.

Fakt ist: Die FDA ist eine mächtige Organisation. Sie entscheidet durch ihre Zulassungen über die Existenz von Unternehmen. Das ist natürlich nur ein Nebeneffekt: Im Endeffekt geht es der Behörde darum, potenziell schädliche Medikamente vom US-Markt fernzuhalten. Schutz der Patienten, das ist der so notwendige wie richtige und ehrennwerte Auftrag der FDA.

*** Was hat es nun mit dem neuen indischen Pendant zur FDA auf sich?

Laut dem indisch-amerikanischen Abkommen dürfen nun in den USA nicht mehr nur Medikamente vertrieben werden, welche von der amerikanischen FDA genehmigt worden sind. Nein, es reicht nach diesem Abkommen nun aus, wenn ein Medikament von der indischen „FDA“ genehmigt worden sind.

Was das für Konsequenzen haben könnte:

*** Bedenken Sie: In Indien liegen die Entwicklungskosten für neue Medikamente geschätzte 50% unter denen der USA. Und das bedeutet keine Qualitätseinbuße, denn wir reden hier von indischen Forschern auf Weltklasse-Niveau.

US-Unternehmen – vom Pharmakonzern bis zu kleinen Biotechs – können nun neue Medikamente in Indien entwickeln lassen. Diese Unternehmen wissen: Wenn dort die „indische FDA“ das neue Medikament genehmigen wird, dann ist es gleichzeitig auch in den USA zugelassen.

Für einige der amerikanischen Biotechs und Pharmakonzerne könnte dies einen erheblichen Gewinnzuwachs bedeuten, gleichzeitig zu einem starken Anstieg des Güteraustausches zwischen Indien und den USA führen. Insgesamt eine bullishe Neuigkeit für den Sektor „US Pharma/Biotechs“.

(Anmerkung – wie üblich gilt: Eine konkrete Anlageempfehlung darf ich hier im Trader´s Daily – einem kostenlosen Newsletter – nicht geben, strikte Vorgabe des Verlags. Bitte da um Verständnis.)

*** Was noch?

Da denkt man (= meine Wenigkeit), dass es „privat“ endlich mal wieder gut läuft…neu verliebt, es geht also doch noch…gemeinsame Wohnung, Zukunftspläne, Wolke sieben – und dann schlagartig ist alles vorbei. Ich sage nur „Borderline“. Wusste gar nicht recht, was dies ist. Nun weiß ich es.

Bin mir nicht sicher, ob es gut oder schlecht war, dass ich es nicht vorher wusste. Schlecht, weil mir dann der aktuelle Schmerz erspart geblieben wäre. Gut, weil ich sonst die vorigen Wochen nicht gehabt hätte – welche zu den glücklichsten meines Lebens gehörten.

Geknickte Grüße,

Ihr

Michael Vaupel

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Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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