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BRIC-Staaten: Russland leidet am stärksten unter dem Ölpreisverfall

Leise ist es geworden um die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China, zumindest in dieser Zusammensetzung. Denn deren Entwicklung verläuft inzwischen so unterschiedlich, dass sie eigentlich nicht mehr in einem Index zusammengefasst werden können.

Ein großer Verlierer ist klar: Russland leidet massiv unter dem abgestürzten Ölpreis und seinen diversen Auswirkungen. Brasilien ist ein weiterer Verlierer – ist aber nicht so extrem abhängig vom Öl wie Russland.

Die klaren Gewinner sind Indien und China. Beide importieren Energie in großen Mengen. Der Preisverfall wirkt bei ihnen daher wie eine zusätzliche Konjunkturspritze.

 

Russland leidet

Quelle: stockcharts.com

 

Beginnen wir mit Russland, dem großen Verlierer der vergangenen Monate. Aufgrund der besseren Vergleichbarkeit zeigen wir hier den Chart des Market Vector Russia-ETFs, der die größten Aktien Russlands in US-Dollar abbildet.

Im langfristigen Chart auf Monatsbasis erkennen Sie die Dramatik der Entwicklung. Im panischen Ausverkauf im Dezember erreichte der ETF schon fast das Niveau der Finanzkrise wieder. Dann setzten Käufe ein, die zu einer Stabilisierung um 15 US-Dollar führten.

 

Der kranke Patient Russland hängt am Öltropf

Für Russland ist die Situation besonders dramatisch, da 75 % der russischen Exporte mit dem Ölpreis in Verbindung stehen. 10 % werden zusätzlich mit anderen Rohstoffen eingenommen.

Es wird geschätzt, dass jeder Rückgang des Ölpreises um 10 USD Russland 30 Mrd. USD weniger Einnahmen ermöglicht. Laut Bloomberg ist bei einem Ölpreis unter 60 USD sogar die Finanzstabilität des Landes gefährdet.

Bereits 1998 schlitterte Russland in den Staatsbankrott, als sich aufgrund stärkerer Förderung der Saudis der Ölpreis halbiert hatte. 

 

Der Ölpreis wird zu einem großen Teil über Russlands Schicksal entscheiden – und einen möglichen Staatsbankrott

Die Ölpreise haben sich zuletzt zwar zwischen 45 und 50 USD je Barrel vorerst stabilisiert. Doch wie tief die Rezession in Russland ausfallen wird, ist aktuell noch nicht absehbar. Angesichts der schwindenden Währungsreserven durch die Stützung des Rubels ist eine Staatspleite noch nicht ausgeschlossen. Politische Unruhen sind in diesem Fall zusätzlich zu erwarten.

Wir, das heißt Miriam Kraus und ich bei Rohstoff Signale, halten daher nach der vorübergehenden Stabilisierung einen weiteren Fall des RSX für wahrscheinlich. Zumindest eine längere Phase der Bodenbildung mit einem zweiten Standbein auf Höhe des Dezembertiefs ist im positiveren Fall zu erwarten.

Die Ausverkaufskurse scheinen zwar reizvoll zu sein für einen Einstieg, doch das Chance/Risiko-Verhältnis ist noch zu ungünstig

 

Ölpreisverfall: Brasilien leidet weniger als Russland

Dass es Brasilien nicht so schlecht geht wie Russland, sehen Sie ganz klar am Chart unten. Der Bovespa hat zwar auch stark verloren, seit die Metallpreise 2011 ihr Top ausgebildet hatten. Doch der Öl-Preisverfall führte (bisher) nur zu einem Rücktest der Tiefs von 2013 und 2014.

Es wurden sogar jeweils leicht höhere Tiefs markiert, aus denen sich eine Bodenbildung ergeben könnte.

 

Bovespa leidet weniger unter dem Ölpreisverfall

Quelle: stockcharts.com

 

Angesichts der Stabilisierung der Eisenerzpreise (Eisenerz ist ein weiteres wichtiges Exportprodukt Brasiliens) und der zusätzlichen Diversifizierung durch Agrar- und Fleischausfuhren, ist Brasilien weniger vom Ölpreis abhängig. 

 

Brasilien hat einen starken Binnenmarkt

Zudem hat das Land eine relativ junge Bevölkerung, die durch ihren Konsum für einen starken Binnenmarkt sorgt. Wir bei Rohstoff Signale gehen daher davon aus, dass sich der Bovespa über der starken Unterstützung von 45.000 Punkten erholen wird.

Sollte sich – wie wir erwarten – der Ölpreis in den kommenden Monaten stabilisieren und Eisenerz trotz des hohen Angebots nicht weiter fallen, steht Brasilien auf unserer Watchliste relativ weit oben. Es könnte hier ab dem 2. Quartal zu einer nennenswerten Aufwärtsbewegung kommen.

Wir beobachten die Situation genau, um in diesem Fall schnell auf den anfahrenden Zug aufzuspringen für unsere Leser bei Rohstoff Signale. 

 

Herzliche Grüße

Ihre Daniela Knauer

Hinweis: Daniela Knauer und Miriam Kraus bilden das Chefredakteurs-Team bei Rohstoff Signale, dem umfassenden Börsendienst, der sämtliche handelbaren Rohstoffmärkte mit allen Anlagemöglichkeiten abdeckt. Rohstoff Signale steht für überdurchschnittlich hohe Gewinne mit Derivaten und Aktien, sowie die beste Absicherung durch Sachanlagen.

 

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Über den Autor Daniela Knauer

Daniela Knauer, Jahrgang 1962 aus Stuttgart, studierte Medienberatung und Wissenschaftsjournalismus in Berlin. Ab Mitte der 1990er Jahre ist sie freie Traderin.

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Alte Kommentare
  • Dr Jürgen Drgala schrieb am 31.01.2015, 10:23 Uhr

    Der Versuch Rußland mit Ölmanipulationen gefügig zu machen ist wohl der große Wunsch und der Vater des Gedankens einiger Politiker. Aber Rußland war immer schon ein stolzes Land und hat im entscheidenden Moment immer nicht für möglich gehaltene ungeahnte Kräfte mobilisiert. Inden man es verabsäumt hat ,Rußland in die europäische Wirtschaftsunion aufzunehmen und ihnen lediglich zur Erreichung anderer Zwecke dies unlauter vorgekaukelt hat, betreibt man ein gefährliches Spiel. Will denn irgedjemand in Deutschland für die Ukraine sterben? Was macht Deutschland. wenn Rußland neben Griechenland auch Ungarn aus der Union bricht, ein Land, das sich durch den Friedensvertag von Trianon verschaukelt fühlt, dem man 2/3 seines Staatsgebietes weggenommen hat Vielleicht sogar ein neues Österreich-Ungarn in seinen Überlegungen hat?Will man es ihnen verdenken, wenn man sich derzeit bei Politik und Presse umsieht?