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Mexiko überholt BRICS: Chancen und Risiken im Land der Azteken

VW hat es bereits getan, Daimler und Audi stehen für 2017 und 2016 in den Startlöchern. Nun will auch BMW es seinen drei deutschen Konkurrenten gleich tun und in Mexiko ein neues Werk bauen. Ab 2019 soll die Produktion beginnen, im Zentrum des Landes mit rund 1.500 Mitarbeitern. Für eine Investition in den mittelamerikanischen Staat spricht vor allem die strategische Nähe zu den USA, für BMW nach China der zweitgrößte Absatzmarkt weltweit. Gegen Mexiko sprechen immer noch die andauernde Korruption und organisiertes Verbrechen, die auf das Wirtschaftswachstum drücken. Diese Gefahren sollten auch Sie nicht unterschätzen, auch wenn aus Fundamental- und Chartsicht sehr viel für Mexiko spricht.

 

Ihre Möglichkeit, in mexikanische Aktien zu investieren

 

Eine Möglichkeit für Sie, als Anleger in mexikanische Aktien zu investieren, ist der ETF db x-trackers MSCI MEXICO INDEX UCITS ETF 1C, ein Aktienfonds der den mexikanischen Index MSCI Mexico TRN abbildet. Mehr als ein Viertel der Aktien (26,5%) im Fonds sind aus dem Bereich Verbrauchsgüter, 18,5% sind Finanzen, gefolgt von Grundstoffen (17,5%) und Telekommunikationsdienstleistungen mit 16,8%. Aktien von Industrieunternehmen machen bisher nur einen Zehntel des Fonds aus, deren Anteil sich aber in Zukunft erhöhen dürfte, da mit den großen Autobauern auch immer mehr Zulieferer sich in Mexiko niederlassen.

 

Der Fonds brachte in den letzten 3 Jahren 51,3% Rendite!

 

Die Performance des Fonds, der 2010 aufgelegt wurde und in US-Dollar berechnet wird, hat im letzten Jahr um 10,9% zugelegt, in Euro betrug die Rendite sogar 18,9%. In den letzten drei Jahren hat der Fonds gar um 51,3% zugelegt. Als Anleger aus dem Euroraum profitieren Sie hier von der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar in dieser Zeit. Seit Mai 2011 bis heute wertete der Euro gegenüber dem Dollar um 15% ab. Diese Abwertung im Euro wird Ihnen zum Vorteil, da sie die Kursgewinne im Basiswert, der in US-Dollar notiert ist, in diesem Fall noch verstärkt.

Allerdings schwächelten ETF und Index wie die meisten anderen Aktienindizes weltweit in den letzten Wochen, nachdem sie Anfang September ein Allzeithoch markierten. Nun bleibt abzuwarten, ob dieses Hoch zurück erobert werden kann und die Rallye weiter geht, oder aber ob sich in Kombination mit dem vorigen Hoch vom April 2013 eine Doppeltop-Formation ausbildet, die dann womöglich von einer größeren und längeren Seitwärtsbewegung gefolgt wird. Der jetzige Rücksetzer im Kurs bietet allerdings günstige Einstiegsmöglichkeiten, vor allem in Hinblick auf die anstehenden Investitionen von Großunternehmen in den nächsten Jahren, die der mexikanischen Wirtschaft gut Auftrieb geben dürften.

 

Mexiko ist die verlängerte Werkbank der USA

 

Mexiko gilt schon seit längerem als die verlängerte Werkbank des großen Nachbarn im Norden, den USA. BMW und die restliche Autoindustrie haben demnach auch großes Interesse an diesem geographischen Standortvorteil Mexikos. BMW hat im vergangenen Jahr fast 400.000 Fahrzeuge in den USA verkauft. Von Mexiko aus können die Autobauer ihre Fahrzeuge zollfrei in die USA exportieren, dank Mexikos Freihandelsabkommen mit dem Nachbarn und 43 weiteren Ländern. Außerdem winken niedrige Steuern und Lohnkosten. Löhne, die deutsche Firmen dann auch gleich in US-Dollar bezahlen und damit die Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar ausschalten können. Bei in Europa und in die USA exportierten Wagen fielen die Umsätze in Dollar an, praktisch alle Kosten aber in Euro.

Allerdings könnte Fachkräftemangel vor allem in den technischen Industrien wie Autobau und Erdöl zum Problem werden.

 

Die Probleme: Korruption und organisiertes Verbrechen

 

Auch die anhaltende Korruption und das organisierte Verbrechen sind Probleme, mit denen sowohl Unternehmen als auch die Wirtschaft im Allgemeinen zu kämpfen haben. Laut Experten verhindern Korruption und Wachstum ein höheres Wachstum. Dazu passt, dass Mexiko in der Vergangenheit immer wieder mit Einbrüchen der Wirtschaft zu kämpfen hatte, und das trotz dem Ölboom der 1970er Jahre und dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen von 1994. Im Vergleich zu anderen Schwellenländern ist das durchschnittliche Wirtschaftswachstum von 2,6% in Mexiko bescheiden. Auch hat sich das Einkommen der breiten Bevölkerung bisher nicht verbessert. Ein wirklicher wirtschaftlicher Aufschwung, wie beispielsweise in Indien über die letzten Jahrzehnte, hat deshalb bisher nicht stattgefunden.

 

Mexiko überholt die BRIC-Staaten

 

Aber seit ein paar Jahren gibt es Hoffnung auf nachhaltige Besserung. Laut der Weltbank und ihrem „Doing Business Bericht“ liegt Mexiko inzwischen auf Rang 48 und damit weit vor den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. So wuchs die mexikanische Wirtschaft zuletzt um 1,6%, während die brasilianische um 1% schrumpfte. 2012 wählte Mexiko mit Enrique Peña Nieto einen neuen Präsidenten, der einen 95-Punkteplan vorlegte, mit dem er das Land grundlegend reformieren möchte. Hauptziele: milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur sowie die Bekämpfung der Kriminalität.

 

Investments in die Emerging Markets sind gut für ein diversifiziertes Portfolio

 

Für ein Investment in Mexiko sollten Sie grundsätzlich etwas stärkere Nerven und einen längeren Atem mitbringen, da die Märkte schwankungsintensiv sind. Auch empfiehlt es sich, nur einen kleinen Teil Ihres Kapitals in mexikanische Titel zu investieren. Aber grundsätzlich sollten Investments in die Emerging Markets in jedem Portfolio vertreten sein. Denn sie erhöhen die Diversifizierung und bieten aufgrund ihres großen Wachstumspotentials überdurchschnittliche Renditechancen.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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Alte Kommentare
  • Dönig schrieb am 18.10.2014, 23:02 Uhr

    Um Mexiko zu verstehen MÜSSEN Sie folgendes wissen 1980 Vereinigtes D 82 Mio Menschen; Mxiko dito 2014 D immer noch 82 Mio, Mexiko ca 122 Mio !!!!! Lebe und arbeite in Mexiko, San Luis Potosi, die Stadt in der BMW ein neues Werk bauen will By the way Mexiko ist ACHT mal so groß wie D, Löhne extrem billig........