MenüMenü

Japan: Wird der japanische Binnenmarkt der Gewinner der Olympia 2020?

Die Bundestagswahl ist in vorbei. Da sie sowieso überall Analysen lesen, hören und sehen werden, welche großen Auswirkungen die Wahl angeblich haben oder nicht haben wird, machen wir beim Profit Radar genau das Gegenteil: Wir schreibennicht über die Bundestagswahl.

Stattdessen drehen wir unseren Blick noch ein Mal nach Japan. Ich hatte Ihnen zwei der vier positive Auswirkungen des „Olympia-Effekts“ beschrieben: Steigende Staatsausgaben, vor allem für die Infrastruktur, und eine steigende Erfolgswahrscheinlichkeit, dass der amtierende Premiere Abe wiedergewählt wird.

Die nächsten beiden Effekte sind jedoch noch wichtiger. Denn wenn sie zünden, kann das Wirtschaftswachstum in Japan tatsächlich durch die Sommerolympiade 2020 einen gewaltigen Schub bekommen. Die Rede ist von den positive Auswirkungen des steigenden Nationalstolzes und der patriotischen Begeisterung der Japaner.

Ein solches Großereignis sorgt in dem eigenen Land immer für einen Schub an Begeisterung und Stolz in der Bevölkerung. Wir konnten es selbst in Deutschland bei der Fußball-WM 2006 erleben und ich habe es letztes Jahr wieder in England bei der Sommerolympiade in London spüren können.

Diese Begeisterung könnte gleich auf zwei Ebenen für einen Schub in Japan sorgen. Da ist zuerst der Ebene der japanischen Unternehmen. Die Konzerne aus dem Land der aufgehenden Sonne könnten endlich durch die Welle der patriotischen Begeisterung dazu gebracht werden, mehr in das eigene Land zu investieren.

Der Auslöser wären Investitionen für die Sommerolympiade 2020. So könnte der Staat entlastet werden. Aber die wirkliche Hoffnung ist, dass dieses sportliche Großereignis diegrundlegende Zurückhaltung japanischer Unternehmen im Bezug auf Investitionen verändern könnte.

Dies geht direkt einher mit der zweiten Ebene, die noch wichtiger ist: Eine Widerbelebung des japanischen Binnenmarktes. „This is the big one“ – wie die Amerikaner dies nennen. Alle anderen Faktoren sind sehr wichtig für Japan und die japanische Wirtschaft. Aber wenn die Olympiade 2020 es tatsächlich schafft, einher mit den Maßnahmen der Regierung, den japanischen Konsum zu steigern – dann wird in Japan der Jackpot geknackt.

Denn seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, liegt der japanischen Binnenmarkt völlig am Boden. Die Japaner konsumieren einfach nicht. Das hat verschiedene Gründe wie u.a. Überalterung der Gesellschaft, Deflation oder inzwischen sogar eine fehlende Konsum-Tradition.

Jede, absolute jede, Japan-Analyse, die ich über die Jahre gelesen habe, beinhaltet den Satz: „Wenn es Japan schafft, den eigenen Binnenmarkt wiederzubeleben, dann können die Wachstumsraten noch  deutlich höher ausfallen…“. Und nie hat es geklappt. Selbst niedrigste Zinsen konnten die Japaner nicht dazu bewegen, tiefer in ihren Geldbeutel zu greifen.

Aber vielleicht schafft es ein Ereignis wie die Olypmiade 2020. Ein kultureller Wandel braucht nicht nur Zeit, sondern auch einen großen, auslösenden „Aha-Moment. Die Sommerolympiade 2020 könnte dieser Moment werden. Denn niemals wird die Begeisterung für Japan und japanische Produkte höher sein, als um die Olympiade.

Für Anleger, die von dem „Olympia-Effekt“ in Japan profitieren wollen, ist der Infrastruktur-Sektor jedoch derzeit die bessere Alternative. Denn hier ist klar, dass Milliardeninvestitionen kommen werden. Ein spannendes Investment ist dabei unsere Neuempfehlung aus der aktuellen Taipan-Ausgabe, die gerade erschienen ist.

 

 

Have a successful day,

 

Ihr

 

Daniel Wilhelmi

 

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

Regelmäßig Analysen über Global Anlegen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Daniel Wilhelmi. Über 344.000 Leser können nicht irren.