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Auf japanischen Boden

gestern bekam ich eine kurze E-Mail von meinem Bruder, der in Tokio lebt:

 

Mir geht es gut… ich bin so schnell wie möglich ins Westliche Japan geflüchtet (Kyushu). Ich bin jetzt in Kumamoto. Ich bin in einer fremden Stadt ohne eine Hotelreservierung und viele Tokioter strömen hierher.

 

Wir telefonierten am Sonntagabend und er erzählte mir die Geschichte:

 

„Als das Erdbeben das erste Mal zuschlug, fing das Büro-Gebäude sofort an, zu wackeln. Das war verrückt… Es fühlte sich an, als würde ich auf einem Wasserbett gehen. Ich eilte weg vom Fenster zu den Bücherregalen. Dann fingen die Bücher an heraus zu fallen… und da wusste ich, dass ich hier schleunigst raus musste.

 

Ich nahm meinen Mantel und die Schlüssel und eilte die Treppen runter. Eine Horde Menschen stoppte mich ungefähr beim 10. Stockwerk. In diesem Moment dachte ich, ich sei in einem mit Menschen überfüllten Boot bei heftigen Seegang; ich wurde hin und her geworfen.

 

Ich gelangte schließlich nach draußen und suchte nach einem sicheren Halt. Aber den gab es nicht… Es war, als ob man auf Pudding spazieren geht.“

 

Er erklärte auch, dass ein Erdbeben ganz anders ist als ein Orkan (den die Einwohner Floridas schon gewohnt sind). Er realisierte dies mitten im Erdbeben…, „Das schöne an einem Orkan ist: Sie wissen, wann er kommt, wissen in etwa, wie stark er ist, und am wichtigsten, Sie wissen, wenn es zu Ende sein wird. Bei einem Erdbeben wissen Sie dies nicht. „

 

Es ist die schlimmste Krise in Japan seit dem Zweiten Weltkrieg…

 

Versuchen wir einmal das Positive dieser Tragödie zu erkennen. Das Positve an Japans Tragödie könnte sein, dass diese Zerstörung zu einem Wiederaufbau führen wird, der Japans Wirtschaft wieder in Gang bringen könnte, so wie nach dem Zweiten Weltkrieg.

 

Leider funktioniert dieser Weg aber nicht. In einem Buch von 1946 (Economics in One Lesson) stellte Autor Henry Hazlitt ganz einfach fest: Kein Mensch brennt sein eigenes Haus nieder, unter der Annahme, dass die Notwendigkeit, es wieder aufzubauen, seine Energien stimulieren wird.

 

Was für einen Menschen gilt, gilt auch für ein ganzes Land. Sie können nicht behaupten, dass die Zerstörung ein Netto-Vorteil für die japanische Wirtschaft sein wird.

Aber Japan wird die Schäden beheben,,, und dorthin zurückkehren, wo das Land vorher stand.

Smallcap-Aktien (also Aktien mit geringer Marktkapitalisierung) sind momentan die günstigsten Aktien der Welt – bei weitem.

 

Sie sind jetzt noch günstiger… Japans TOPIX (ein marktbreiter Aktien-Index) fiel heftiger, als jemals seit seinemr Einführung im Jahre 1949..

Chart Kurs- / Buchwert-Verhältnis

 

Die Leute verkaufen erst und stellen später Fragen…. Gesamt betrachtet werdem Japanische Aktien mit einem Buchwert-Verhältnis von 1,06 gehandelt. Vergleichen Sie das mit dem Dow Jones, da liegt dieses Verhältnis bei 2,75.

Japanische Smallcaps werden mit einem Buchwert-Verhältnis von 0,7 gehandelt… also mit einem Rabatt von 30%.

Dies also sind die Zahlen (und so gesehen: Voraussetzungen) für den WisdomTree Japan Small Cap  Dividend Fund, US-Kürzel DFJ.

Schauen Sie sich das mal an. Auch in der japanischen Tragödie denke ich, dass dieser Fonds ein interessantes Investment ist.

Good Investing

Brian Hunt

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Alte Kommentare
  • Folker W schrieb am 18.03.2011, 08:37 Uhr

    Hallo Hr. Firley, danke für die Schilderung Ihres Bruders. So viel Platz muss angesichts des aktuellen Börsengeschehens auch sein, dass man persönliche Eindrücke darstellen kann. Japan sehe ich im Gegensatz zu Ihnen kritisch. Immer wenn ich mir selbst die Frage stelle, wer Aktien kaufen soll und mir fällt niemand ein, dann ist es für die Kurse schwierig zu steigen. Also, wer soll jetzt japanische Aktien kaufen? Internationale Anleger, z.B. als Solidarität zu Japan? Glaube ich nicht. Inländer (Japaner) zur Stärkung der heimischen Wirtschaft? Glaube ich auch nicht. Vermutlich werden auf die Japaner (in Summe) in nächster Zeit erhöhte Ausgaben zukommen. Also mir fällt niemand ein, der jetzt japanische Aktien kaufen soll. Daher wird der japanische Aktienmarkt - so traurig dies auch sein mag - meiner Einschätzung nach weiter fallen. Beste Grüße, Folker W.