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Worauf Sie bei Fonds achten sollten

Fonds bieten für Sie verschiedene Vorteile: Einmal die breite Streuung zum Beispiel auf verschiedene Aktien. Vor allem aber: Sie müssen sich nicht um die Auswahl der Einzeltitel kümmern. Das spart natürlich viel Zeit.

Wie Sie Fonds bewerten

Trotzdem sollten Sie bei der Auswahl eines Fonds einige Dinge beachten. Zuerst einmal ist das Rating der Fonds wichtig. Hier wird häufig das Rating von Morningstar verwendet. Die Ratingagentur vergibt 1 bis 5 Sterne für Fonds. Die Noten werden für Fonds mit einem Track Record von mehr als 3 Jahren jeden Monat neu berechnet und zwar jeweils für Fonds aus der gleichen Kategorie, also mit den gleichen Anlagezielen, wie etwa Aktien Deutschland.

5 Sterne, die beste Note, bekommen die Top 10% der Fonds in der jeweiligen Kategorie. 1 Stern bekommen die schlechtesten 10%. Da durch das Rating die Fonds mit einer langfristig stabilen Wertentwicklung vergleichsweise besser abschneiden, gibt Ihnen die Zahl der Sterne auch Aufschluss über die Kursschwankungen im Fonds und somit das Risiko.

Allerdings dürfen Sie dabei nicht blind auf ein gutes Rating setzen. Denn wie gut das Rating eines Fonds ist, hängt stark davon ab, wie sich die Vergleichsgruppe zusammensetzt. Sehen Sie sich aber nicht nur das Rating des Fonds an, sondern auch die Einzelpositionen im jeweiligen Portfolio.

Nachteile von Fonds

Ein großer Nachteil der Fonds sind die Kosten. Dazu zählen der Ausgabeaufschlag und die Verwaltungsgebühren. Der Ausgabeaufschlag liegt nicht selten bei 5% vom Kurswert, die Verwaltungsgebühr beträgt oft 2% und mehr im Jahr. Diese Kosten werden von Ihrer Performance abgezogen. Vor allem wegen des Ausgabeaufschlags sollten Sie Fonds deshalb auf jeden Fall immer längerfristig ins Depot nehmen.

Dafür eignen sich am besten Fonds, die mit ihrem Portfolio breit aufgestellt sind und die sich auch schon über einen längeren Zeitraum bewährt haben. Neue Modetrends sind hier weniger geeignet. Was machen Sie beispielsweise, wenn Gold out ist und Sie aus dem Fonds aussteigen? Der Ausgabeaufschlag ist dann auf jeden Fall futsch, auch wenn Sie vielleicht nur wenige Wochen investiert waren.

Warum Fonds schwanken

Der Grund, warum Fonds unterschiedlich schwanken und manche regelrecht abstürzen, ist deren unterschiedliche Streuung. Nicht die Anzahl der Unternehmen, in die ein Fonds investiert, ist für die Streuung wichtig. Vielmehr eine ausreichende Streuung nur dann gegeben, wenn ein Fonds in Unternehmen aus verschiedenen Ländern und vielen Branchen (zum Beispiel Gesundheit, Rohstoffe, Banken, Auto, Nahrungsmittel oder Telekommunikation) investiert. Sie glauben, das sei selbstverständlich? Keineswegs, denn sehr viele Fonds sind unzureichend gestreut, weil sie sich auf ein Land oder eine Branche konzentrieren. Dabei werden viel höhere Chancen in Aussicht gestellt als für den »durchschnittlichen Markt«. Sicher dabei ist nur, dass höhere Chancen auch von steigenden Risiken begleitet werden.

Die mit ein oder zwei Sätzen vorgebrachten Argumente, warum eine Branche oder ein Land, eben der jeweilige »Markt«, mehr als andere steigen sollen, sind meist Rechnungen, die selten aufgehen. Wenn Sie auf eine Berechenbarkeit der Chancen und Risiken Ihrer Aktienanlage Wert legen, meiden Sie ein hohes Marktrisiko. Sie müssen kein hohes Marktrisiko eingehen, um zu einer attraktiven Verzinsung zu kommen. Ein hohes Marktrisiko gehen Sie immer ein, wenn alle Aktien, in die ihr Fonds investiert, aus demselben kleinen Ausschnitt des weltweiten Aktienmarktes stammen, also beispielsweise ein Thailand-Fonds oder ein Fonds aus Internetwerten.

Fondsauswahl: Eine Daumenregel

Sobald sich ein Fonds bei seiner Auswahl auf weniger als rund ein Viertel des Welt-Aktienmarktes beschränkt, handelt er sich ein hohes Marktrisiko ein. Die Vorhersehbarkeit des Anlageergebnisses wird mit abnehmender Streuung am Welt-Aktienmarkt immer ungenauer. Das liegt an den laufenden weltweiten Umschichtungen innerhalb der Aktienmärkte. Der Gesamtwert der weltweiten Aktien ändert sich eher träge. Wie stark diese Schwankungen genau ausfallen können, erfahren Sie in einem späteren Kapitel. Aber der Wert einzelner Teilmärkte und darauf spezialisierter Fonds, insbesondere einzelner Branchen oder Länder, kann sich rasch und massiv ändern.

Tipps zur Fondsauswahl

Abschließend noch 3 Tipps, auf die Sie bei ihrer Fondsauswahl achten sollten.

1. Tipp:

Bei Rentenfonds sollten Sie vorsichtig sein. Die Fonds, die auf festverzinsliche Wertpapiere setzen, sind zwar in der Vergangenheit gut gelaufen. Denn die Kurse der Anleihen im Portfolio legten wegen der fallenden Zinsen teilweise im zweistelligen Prozentbereich zu. Doch kommt jetzt ein Zinsanstieg, dann fallen eben die Kurse der Anleihen wieder und entsprechend der Wert der Fondsanteile. Meiden Sie deshalb Rentenfonds, die auf Anleihen mit mittel- oder langfristigen Laufzeiten ab etwa 2 Jahren Restlaufzeit setzen.

2. Tipp:

Mit ETFs, den Exchange Traded Funds, können Sie auf Indizes, Länder oder einzelne Sektoren setzen. Im Gegensatz zu Fonds gibt es hier jedoch keinen Ausgabeaufschlag.

3. Tipp:

Zertifikate gibt es inzwischen so gut wie auf alle Asset-Klassen. Auch hier gibt es normalerweise beim Kauf über die Börse keinen Ausgabeaufschlag.

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Über den Autor Investor Verlag

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