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Staatsanleihen-Fonds: Tickende Zeitbomben

Liebe Leser,

Millionen von Investoren haben eine tickende Zeitbombe in ihrem Portfolio.

Sind Sie einer von Ihnen? Wenn es so ist, dann bleibt Ihnen immer noch genügend Zeit, die Bombe zu entschärfen.

Ich erklärte zuletzt, dass frustrierte Investoren aufgrund der niedrigen Zinsen bei Tagesgeld ihre Mittel in langlaufende Staatsanleihen-Fonds stecken.

Ihre Denkweise ist einfach. Zu einfach… Diese Fonds zahlen mehr als 5% Zinsen, was angesichts der derzeitigen Marktverhältnisse nicht schlecht ist. Zudem garantiert Uncle Sam [=der US-Staat, Anm. d. Ü.] diese Kredite. Worüber sollte man sich dann überhaupt Sorgen machen?

Über eine Menge…

Sind Staatsanleihen-Fonds doch nicht ohne Risiko?

Im Gegensatz zu Individuen, Unternehmen und Kommunen kann die US-Bundesregierung über die FED einfach Geld schöpfen, um alle Verpflichtungen zu erfüllen. US-Staatsanleihen haben dadurch kein Ausfallrisiko; aber sie unterliegen einem Zinsrisiko.

Wenn Zinsen steigen, fallen die Preise für Anleihen. Noch trösten sich Investoren damit, dass die Inflation im Moment noch kein Problem darstellt und die Langzeitraten nahe der historischen Tiefs notieren.

Lassen Sie sich nicht täuschen. Am Horizont zieht gerade ein gewaltiger Sturm auf.

  • Innerhalb der letzten 18 Monate ist die bundesstaatliche Verschuldung von $5.5 Billionen auf mehr als $8.6 Billionen gestiegen.
  • Zwei Jahre zuvor betrug die Verschuldung 38% des BIP. Heute beträgt sie schon 59%. Und laut den Prognosen des Congressional Budget Office [Behörde des Kongresses der USA, welche die Ausgaben innerhalb eines Haushaltsjahres prüft und schätzt, Anm. d. Ü.], wird diese noch viel weiter ansteigen.

Das ist gefährlich. Bisher ist die Inflation noch sehr niedrig. Nachdem die Regierung aus monetärer Sicht alle Schleusen geöffnet hat, werden sich zur Stimulation der Wirtschaft die Ausgaben jedoch noch stärker erhöhen.

Der Anleihenmarkt wird diese Nachrichten nicht einfach so hinnehmen. Die Langzeitzinsen werden wahrscheinlich ansteigen. Und wenn Sie dies tun, wird es innerhalb kürzester Zeit wirklich ungemütlich werden.

Investoren denken immer, dass sie noch genügend Zeit haben werden, um die Anleihen rechtzeitig verkaufen zu können, bevor das passiert. Aber das ist nicht sehr wahrscheinlich..

Die dreifache Bedrohung für Staatsanleihen Fonds

Zwischen Anfang Oktober 1979 und Ende Februar 1980 stiegen beispielsweise die Zinsen für 10-jährige Staatsanleihen um vier Prozentpunkte und stießen dadurch einen Pflock durch die Anleihen-Portfolios der meisten Anleger.

Was die Sache noch schlimmer macht ist, dass Millionen von unerfahrenen Investoren unwissentlich, meist aufgrund der Empfehlung ihres Brokers, in gehebelte Anleihenfonds investiert haben.

Gehebelte Staatsanleihen-Fonds leihen sich kurzfristig Geld, um langlaufende Staatsanleihen zu kaufen und dadurch die Performance des Fonds zu steigern. Das funktioniert alles prima, solange die Zinsen niedrig sind. Aber wenn die Zinssätze ansteigen, kann dies böse enden.

Tatsächlich können Investoren, welche in geschlossene Anleihenfonds investiert haben, dreifach getroffen werden…

  • Die Anleihen der Fonds werden fallen, sobald die Zinsen steigen.
  • Der Verlust des Portfolios wird durch die Hebelwirkung sogar noch verstärkt.
  • Die Fonds können sogar mit einem starken Abschlag auf das Nettoanlagevermögen fallen.

Werden Sie ein Bombenentschärfungsexpert für Ihr Portfolio

Das ist nicht schön. Was können Sie also machen?

Prüfen Sie, wie viel Ihres Portfoliowertes Sie in langlaufende Anleihen investiert haben. Es sollten nicht mehr als maximal 10% sein (als Schutz für ein deflationäres Szenario).

Zudem sollten Sie versuchen herauszufinden [z.B. durch das Verkaufsprospekt, Anm. d. Ü.], wie groß der effektive Hebel des Fonds ist. Null bedeutet, dass der Fonds ungehebelt operiert. Aber einige Fonds können bis zu 40% oder mehr hebeln (und genau so gelingt es diesen Fonds, überdurchschnittlich höhere Zinsen auszuschütten).

Zusammengefasst ist jetzt die Zeit gekommen, um den Anteil der langlaufenden Staatsanleihen im Portfolio zurück zu fahren und die meisten gehebelten Fonds zu verkaufen.

Nehmen Sie diese Warnung nicht auf die leicht Schulter. Am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Aber wenn Sie jetzt handeln, bleibt Ihnen immer noch Zeit, um diese tickende Zeitbombe aus Ihrem Portfolio zu entfernen.

Erfolgreiches Investieren

Alexander Green

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Alexander Hahn

Alexander Hahn stieß Ende 2007 zum Investor Verlag und ist Chefanalyst des kostenlosen Newsletters Value Daily.

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