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Ratings (Fondsbewertungen) und Rankings (Fondsranglisten)

Ratings (Fondsbewertungen) und Rankings (Fondsranglisten)

Die künftige Performance eines Investmentfonds kann nicht prognostiziert werden, weder absolut noch in Relation zu einer Vergleichsgruppe oder einem Vergleichsindex ( Benchmark). Sie können nicht absehen, ob der aktuelle Fondsmanager den Fonds weiterhin betreut und wie sich die Qualität des Teams und der Prozesse entwickelt, die für eine gute Wertentwicklung sorgen sollen. Sie investieren also nicht nur in Bezug auf die Börsenentwicklung, sondern auch auf die Rahmenbedingungen »Ihres« Fonds in eine ungewisse Zukunft. Sie investieren mit Ihrem Kapital Vertrauen in die auflegende und verwaltende Investmentgesellschaft. Sie hat dafür zu sorgen, dass die Qualität der von ihr angebotenen Produkte nicht allein durch die Kompetenz eines einzelnen Fondsmanagers, sondern auch durch einen stringenten Investmentprozess, konsequente Risikokontrolle und einen teamorientierten Investmentstil dauerhaft gewährleistet ist. Gute Performance darf kein Zufall, sie muss transparent, analysierbar und damit möglichst wiederholbar sein.

Ratingagenturen wie Standard & Poor’s, Morningstar, Feri Trust oder auch Fitch haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Stringenz und Qualität des Fondsmanagementprozesses einzelner Produkte, ihrer Fondsmanager und ganzer Investmentgesellschaften zu überprüfen und zu testieren.

Die Begriffe »Rating« und »Ranking« werden häufig miteinander verwechselt oder leichtfertig synonym verwendet. Es geht tatsächlich jedoch um unterschiedliche Sachverhalte.

 

Was Rankings und Ratings eigentlich sind

Rankings sind Ranglisten, in denen die Fonds in bestimmte Anlagekategorien eingruppiert und in der Regel in Bezug auf ihre Performance beziehungsweise Volatilität in eine Reihenfolge gebracht werden. Es handelt sich dabei um eine relativ eindimensionale Vergangenheitsbetrachtung, die auch von Zufallseffekten beeinflusst sein kann. Durch die Vergabe von Sternen, wie sie in ähnlicher Weise von Hotel- oder Restaurantklassifizierungen bekannt sind, wird dem Anleger aber ein einfaches und leicht verständliches Notensystem an die Hand gegeben, mit dem er einen groben Eindruck von der bisherigen Entwicklung des Fonds im Wettbewerbsvergleich erhält.

Ratings bewerten Produkte oder Investmentgesellschaften auf Basis eines festgelegten Kriterienkatalogs detaillierter. Durch die Analyse der längerfristigen Wertentwicklung (mindestens drei beziehungsweise fünf Jahre), der Einbeziehung von Risikokennziffern und zunehmend auch der Integration qualitativer Aspekte (wie Investmentphilosophie, Investmentstrategie, Investmentprozess und Organisationsstruktur, Erfahrung des Fondsmanagementteams etc.) versuchen sie die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass ihre Einwertungen auch eine valide Aussage über die künftige Qualität der Produkte erlauben. Ratings sind eine meist sinnvolle Entscheidungshilfe bei der Fondsauswahl, ohne jedoch eine künftig positive Entwicklung prognostizieren zu können.

 

Die wichtigsten Agenturen und ihre Analysemethoden

 

Standard & Poor’s

Hier führen Wertentwicklung und Risikomaß (Standardabweichung) in einer festgelegten Vergleichsgruppe zu einer Bewertung.

 

S&P Star Ranking

***** Fonds zählt zu den besten zehn Prozent seiner Kategorie

**** Fonds zählt zu den besten elf bis 30 Prozent seiner Kategorie

*** Fonds zählt zu den besten 31 bis 50 Prozent seiner Kategorie

** Fonds ist schlechter als der Durchschnitt seiner Kategorie

* Fonds befindet sich im letzten Viertel seiner Kategorie

Beim S&P Fund Management Rating werden die oben genannten Kriterien nur zu 40 Prozent berücksichtigt und ausschließlich die besten 20 Prozent einer Kategorie überhaupt für eine weitere Analyse zugelassen, die nun auch qualitative Aspekte beinhaltet. Die Benotung drückt sich von »AAA« (außerordentlich gut) bis »A« (gut) aus und ist aufgrund der vorherigen Selektion bereits ein gewisses Gütesiegel. Fonds, die unter Beobachtung stehen (»under review«/UR), haben eine Veränderung, wie zum Beispiel einen Wechsel des Fondsmanagers, hinter sich. Fonds, die nicht bewertet werden (»not rated«/NR), durchlaufen größere Veränderungen wie zum Beispiel eine deutliche Anpassung der Anlagestrategie, sodass die Bewertungsgrundlage bis auf weiteres entfällt.

 

Morningstar 

Im Rahmen eines Sterne- Rankings werden Performance (hier auch unter Berücksichtigung der Ausgabeaufschläge) und Schwankungsbreite der Fonds berücksichtigt.

 

Morningstar- Ranking

***** Fonds zählt zu den besten zehn Prozent seiner Kategorie

**** Fonds zählt zu den besten elf bis 32,5 Prozent seiner Kategorie

*** Fonds zählt zu den besten 32,6 bis 67,5 Prozent seiner Kategorie

** Fonds zählt zu den besten 67,6 bis 90 Prozent seiner Kategorie

* Fonds zählt zu den schlechtesten zehn Prozent seiner Kategorie

 

Feri-Trust 

Es werden nur Fonds berücksichtigt, die bereits mindestens fünf Jahre bestehen. 70 Prozent der Bewertung basieren auf der Fonds- Performance und 30 Prozent auf der Risikoeinwertung, jeweils in der Vergleichsgruppe. Es werden Noten von A bis E sowie gegebenenfalls Kommentare vergeben, wenn die Fonds unter Beobachtung stehen.

 

Feri-Trust- Rating

(A) Sehr gut

(B) Gut

(C) Durchschnittlich

(D) Unterdurchschnittlich

(E) Schwach

 

Fitch Ratings

Die internationale Ratingagentur Fitch führt im Rahmen ihres Asset-Manager- Ratings in regelmäßigen Abständen ausführliche Analysen bei Investmenthäusern durch. Die Bewertungsskala reicht von der bestmöglichen Note 1 bis zur schlechtesten Note 5 und wird ergänzt durch die Feinabstufungen plus/minus. Analysiert werden die Bewertungskriterien Unternehmensstruktur, Unabhängigkeit und Kontrolle, Kommunikation, Investmentprozess und Risikomanagement. Es werden sowohl globale als auch regional begrenzte Ratings vergeben.

 

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