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Inkompetentes Management bei diesem Deka Fonds?

Ich möchte auf den gestrigen Beitrag „Rohstoff-Fonds“ Deka Commodities zurückkommen.

Ein „Rohstoff-Fonds“, welcher laut Vermögensaufstellung weit über 90% in Festgeld und Renten anlegt. Zu Zinssätzen, welche per saldo noch nicht einmal die Kosten des Fonds hereinspielen. Und das mitten in einem Rohstoff-Bullenmarkt. Juchuh.

Der Leser Klaus L., welcher mich auf diesen Fonds aufmerksam gemacht hatte, schrieb mir dazu noch:

„Wie kann man andere Anleger auf so einen Missstand aufmerksam machen?“

Genau so. Durch den Trader´s Daily, denn dieser ist ein Sprachrohr der Gerechtigkeit und des Anprangerns der Schlechten in dieser Welt.

Dann schrieb der Leser noch: „Da habe ich mich ernsthaft gefragt, wie viel Inkompetenz man besitzen muss, um so einen Fonds managen zu dürfen.“

Dazu meine Überlegung:

Inkompetent ist das Fonds-Management wahrscheinlich nicht.

Denn überlegen Sie einmal…jemand profitiert von diesem Fonds ganz erheblich.

Nein, leider nicht die Käufer des Fonds. Aber ganz offensichtlich arbeitet das Fonds-Management auch nicht für die.

Es arbeitet meiner Einschätzung zufolge für jemand ganz anderen. Es bringt den Anlegern, welche den Fonds kaufen, Verluste (im letzten Geschäftsjahr schloss der Fonds mit Verlust ab).

Doch es bringt seinen Eignern kräftige Gewinne.

Konkret:

Wer gibt diesen Fonds „Deka Commodity“ heraus? Antwort: Die DekaBank.

Frage: Bei wem wird das Depotkonto unterhalten?

Antwort: Bei der DekaBank. Diese kann mit dem geparkten Geld unentgeltlich arbeiten.

Nicht nur das: Als „Depotbankvergütung“ erhielt sie im letzten Geschäftsjahr genau 298.259,41 Euro. (Noch alles durchaus üblich.)

Was geschieht mit dem Geld der Anleger?

Wie ich gestern mitteilte: Unter anderem waren per Stichtag Ende Geschäftsjahr über 128 Mio. Euro als Tagesgeld oder Termingeld angelegt. Und zwar ausschließlich bei deutschen öffentlich-rechtlichen Instituten. AUSSCHLIESSLICH.

Bei der NORD/LB, bei der Landesbank Hessen-Thüringen, bei der Dekabank selbst.

Kurzes Innehalten…wem gehört noch mal die Dekabank?

Antwort: Unter anderem der NORD/LB, der Landesbank Hessen-Thüringen.

Fazit: Die Dekabank gibt einen Fonds heraus…“Deka Commodities“. Die Anleger denken offensichtlich, sie setzen auf Rohstoffe.

In Wahrheit wird der Löwenanteil des Geldes der Anleger bei öffentlich-rechtlichen Instituten geparkt. Zu niedrigen Zinssätzen. Diese Institute können mit diesem Geld sehr günstig arbeiten. Die DekaBank selbst verwendet die Zinseinnahmen in erster Linie, um sich selber zu bezahlen. Die Zinseinnahmen reichen dafür noch nicht einmal aus, der Fonds selbst macht ein Minus. In einem Rohstoff-Bullenmarkt.

Als Krönung des Ganzen genehmigt sich das Fonds-Management noch eine Verwaltungs-Vergütung von rund 3,78 Mio. Euro.

Inkompetentes Management, wie der Leser fragte?

Ich finde: Alles sehr durchdacht. Doch leider keineswegs zum Vorteil der Anleger – sondern zum Vorteil der Eigner.

Bleiben Sie wachsam!

Und wenn Sie diesen Fonds selber im Depot haben und Ihnen von Ihrem Anlageberater dazu geraten worden ist: Ich rate Ihnen dringend, sich zu beschweren! Diese Vorgehensweise ist das, was ich nur im kleineren Kreis beim Namen nennen würde.

Rückmeldungen von Betroffenen und Reaktion auf Beschwerde erwünscht (info@investor-verlag.de)

Trotz dieses Ärgers: Schönes Wochenende! Und den Karnevalisten unter Ihnen viel „Spaß und Freud“. Den nächsten Trader´s Daily gibt es dann kommenden Dienstag….am Montag ist in Bonn inoffizieller Feiertag, Rosenmontag.

Bis Dienstag also! Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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Alte Kommentare
  • Mathilde schrieb am 04.03.2011, 13:06 Uhr

    Ich finde: Alles sehr durchdacht. Doch leider keineswegs zum Vorteil der Anleger - sondern zum Vorteil der Eigner. Lieber Herr Vaupel, zeigen sie mir ein Fondsmanagement das zu Gunsten der Anleger arbeitet, ich kenne keines.lg

  • Claus Dorn schrieb am 04.03.2011, 13:20 Uhr

    Lieber Herr Vaupel, prima,daß das Vorgehen von Banken auf diese Art wieder mal, in verständlicher Art und Weise, einer (leider zahlenmäßig begrenzten) "Gemeinde" deutlich gemacht wird. In diesem Zusammenhang kommt bei mir der Verdacht auf, daß es sich bei dem Fond A0NG03, der in Aktien von Firmen in Vietnam, Indien und China anlegt, um eine ähnliche Erscheinung handelt. Sein Kurs ist seit längerer Zeit rückläufig obgleich sich die Wirtschaft dieser Länder positiv entwickelt. Könnten Sie auch zu diesem Beispiel mal etwas in Erfahrung bringen? Vielen Dank für Ihre - stets anregenden - Beiträge!

  • Hartmut Fischer schrieb am 04.03.2011, 13:48 Uhr

    Erinnert mich sehr an den Börsengang der Telekom und den von t-online, wo ebenfalls staatliche bzw. staatsnahe Institutionen die Anleger abgezockt haben. Im übrigen glaube ich weder an die BAFin noch die Erfolgsaussichten des Rechtswegs. Wir kennen doch auch die Rechtsbruchanweisungen von Steinbrück mit dem "Nicht-Anwendungserlass" von dem Staat nachteiligen Steuerurteilen ! Demokratie - Fassade !, "Unabhängigkeit" der Bundesbank - Märchen !, Rechtsstaat - höchstens noch teilwiese !, Ehrlichkeit von Politikern und Politik - Banane !, und so ist die ganze Republik ! Hartmut Fischer

  • Mortimer schrieb am 04.03.2011, 15:28 Uhr

    Für einen Diplom-Volkswirt und Chefredakteur eines Finanz-Newsletters ist Ihr Finanzwissen sehr dürftig. Ein Rohstofffonds investiert in der Regel über Termingeschäfte in die entsprechenden Rohstoffe. Bei einem Termingeschäft erfolgt die Zahlung erst zu einem vorher fest vereinbarten Termin. Bis dahin hat man zwar das Exposure, dieses jedoch noch nicht bezahlt. Um vernünftig und verantwortungsvoll planen zu können legt man das Geld in entsprechend sichere Papiere an.

    • JÜRGEN LEPPERT antwortete am 04.03.2011, 22:21 Uhr

      Aha, Herr DEKA-Manger (nehme ich aufgrund der Aggressivität Ihres Kommentars mal an!) - wie schaffen Sie es dann, in einem ROHSTOFF- BULLENMARKT, in dem selbst ein unbedarfter Kleinanleger wie ich schön Gute gemacht hat, ein so jämmerliches Ergebnis zu verdummbeuteln - denn erwirtschaften kann man das ja nicht nennen!

  • Horst Martens schrieb am 04.03.2011, 18:41 Uhr

    Die Besitzer der Fondanteile sollten sich überlegen´, ob sie nicht die Staatsanwaltschaft einschalten und Strafanzeige wegen Betruges erstatten. Für mich ist dies eindeutig ein Fall organisierter Kriminalität.