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Fonds- oder ETF-Sparplan? Das sollten Sie wissen!

Vor allem Fonds- oder ETF-Sparpläne sind ideal, um Ihr Geld langfristig rentabel und vor allem flexibel anzulegen. Schließlich profitieren Sie hier direkt von den lukrativen Renditechancen am Kapitalmarkt.

Mit Sparplänen profitieren Sie sogar von Crashs und Unsicherheiten an der Börse

Auch wenn es erst etwas ungewöhnlich klingen mag, doch vor allem die turbulenten Zeiten an den Kapitalmärkten sind es, die Ihnen langfristig betrachtet, sogar in die Karten spielen.

Schließlich ist Ihre Sparplanrate ja in der Regel stets gleich hoch, während die Preise pro Fondanteil je nach Marktlage schwanken. Dadurch kaufen Sie in Zeiten fallender Märkte wesentlich mehr Anteile als in steigenden Märkten. Und umgekehrt profitieren Sie in steigenden Märkten von der Entwicklung Ihrer Anteile.

Über einen längerfristigen Zeitraum profitieren Sie dadurch im Durchschnitt von einem erheblich niedrigeren Einstiegskurs als es bei einer Einmalinvestition der Fall wäre. Diese Besonderheit wird Cost-Average-Effekt oder auch „Durchschnitts­kosteneffekt“ genannt. Und eben dieser Effekt ist es auch, der Ihnen langfristig die besten Renditechancen bietet.

Doch welcher Sparplan soll es denn nun werden: Der Fond- oder der ETF-Sparplan?

Fonds-Sparplan vs. ETF-Sparplan: Das sollten Sie wissen!

Auch wenn beide Sparformen direkt in den Kapitalmarkt investieren, gibt es erhebliche Unterschiede. Eben diese sollten Sie kennen, um wirklich das Beste aus Ihrem Geld herauszuholen!

Der Fonds-Sparplan – Ein erträgliches Geschäft für die Banken

Beginnen wir mit den traditionellen Fondssparplänen. Kennzeichnend ist, dass diese in der Regel von Banken herausgegeben werden. Als Basiswert dient ein Fonds, über dessen Aktienzusammenstellung ein Angestellter der Bank, der Fondsmanager, entscheidet. Der Fonds wird also „aktiv gemanagt“.

Bei dieser Verwaltung handelt es sich um eine Dienstleistung, die die Bank Ihnen in Rechnung stellt. Sei es in Form eines Ausgabeaufschlags (Agio), einer (jährlichen) Verwaltungsgebühr oder – bei einigen Banken sogar in Form einer Erfolgsbeteiligung, für den Fall, dass der Fonds eine bestimmte Mindestrendite erzielt.

Und eben diese Kosten sind es, auf die Sie das größte Augenmerk haben sollten!

Denn ein Agio in Höhe von 5% bis 6% ist durchaus üblich. Klingt teuer? Ist es auch!

Nun könnte man ja damit argumentieren, dass aktiv gemangte Fonds sicherlich sehr rentabel sind. Denn mittels einer klugen Aktienzusammenstellung wird der Fondsmanager doch sicherlich eine Performance zu erzielen die deutlich über dem Marktdurchschnitt oder einer Benchmark wie dem DAX liegt. Oder?

Leider nein. Das haben zahlreiche Studien weltweit ergeben.

Aktiv gemanagte Fonds sind in 86% der Fälle schlechter als der Marktdurchschnitt!

Diese Studien haben vor allem die Rendite-Entwicklungen aktiv gemanagter Fonds zwischen 5 und Jahren begutachtet. Mit dem Ergebnis, dass 86% ihre Renditeziele ziemlich deutlich verfehlten. Nach Abzug der Gebühren stehen diese Fonds weit schlechter dar, als die jeweiligen Marktindizes.

Der Grund ist einfach:

Auch Fondsmanager besitzen keine Glaskugel!

Daher tun sie sich tendenziell eher schwer die Entwicklungen an den Aktienmärkten treffend vorherzusagen.

Was spricht also für einen Fondsparplan? In meinen Augen eher wenig. Dennoch besitzen viele Anleger aktiv gemanagte Fonds. Ein Grund ist sicherlich, dass es Fonds schon lange am Markt gibt und viele – vielleicht auch unbedarfte Anleger – den Renditeversprechen ihrer Bankberater Glauben geschenkt haben.

Ein anderer Grund ist sicherlich das Angebot vermögenswirksamer Leistungen (VL). Wenn Ihr Arbeitgeber diese anbietet, kann es durchaus sinnvoll sein, in einen VL-fähigen Fondssparplan zu investieren. Denn die, alternativ zur Auswahl stehenden, VL-Bausparpläne lassen Sie deutlich schlechter dastehen. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Wenn Sie sich also für einen aktiv gemanagten Fondssparplan entscheiden sollten, ist es ratsam, ganz genau auf die anfallenden Gebühren zu achten. Es sei denn, Sie haben Geld zu verschenken. Aber das hat wohl niemand von uns.

ETFs sind die kostengünstige Alternative zum Fondssparplan

ETF steht für Exchange Traded Funds oder auf Deutsch: börsennotierter Fonds. Im Gegensatz zum Fonds, bilden ETFs den entsprechenden Basiswert (z.B. den DAX) 1:1 ab. Sie werden daher als passiv gemanagt bezeichnet. Ihr Vorteil: Die teure Verwaltungsgebühr für einen Fondsmanager entfällt gänzlich. ETFs sind daher sehr günstig zu erwerben. In der Regel zahlen Sie lediglich den Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht Ihnen den krassen Kostenunterschied zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds. Es besteht also großes Sparpotenzial! Zumal Sie das gesparte Geld wiederum in Ihren Sparplan stecken können. Welch ein Vorteil!

Quelle: Strategic Insight Simfund Global/Blackrock

Zudem sind ETFs genauso einfach handelbar wie börsennotierte Aktien und unterliegen – ebenso wie den traditionellen Investmentfonds – den geltenden Investmentgesetzen.

Dadurch sind ETF-Sparpläne unumstritten die beste Möglichkeit, um Ihr erspartes Vermögen kostengünstig und profitabel anzulegen und langfristig zu mehren.

Ein weiterer nicht zu verachtender Vorteil von ETFs ist, dass beide Varianten Ihnen eine ausreichende Diversifikation, also Risikostreuung ermöglichen. Dadurch, dass ja ein kompletter Fonds oder Index abgebildet wird, kann es Ihnen nahezu egal sein, falls sich mal einzelne Werte negativ entwickeln. Denn es wird auch immer Aktien geben, die im gleichen Moment steigen.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum Ihnen Ihre Hausbank bisher noch keinen solchen ETF empfohlen hat?!

Nun, das ist schnell erklärt. Banken in Deutschland empfehlen in der Regel keine ETFs, da diese aufgrund ihrer kostengünstigen Struktur für die Bank kaum Ertragspotential bieten.

In den USA dagegen sind ETFs für private Anleger schon seit mehreren Jahren ein großes Thema. In Deutschland hat diese Handelsklasse erst in den letzten Jahren an Bekanntheit gewonnen. Doch mittlerweile finden Sie vermehrt den Weg in die Depots der deutschen Privatanleger.

Die Folge: Ein krasses Überangebot an ETFs! Allein die Auswahl an Index-ETFs beläuft sich auf über 700. Hinzu kommen ETFs auf Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Rohstoffe und Immobilien. Da ist guter Rat teuer, um den Überblick nicht zu verlieren und den passenden ETF zu finden.

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