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Equity Swaps – die Basis zahlreicher Börsen handelbarer Fonds (ETF)

In den vergangenen Tagen haben wir uns in mehreren Ausgaben mit den in den Medien oft erwähnten Credit Default Swaps beschäftigt. Dabei haben wir festgestellt, dass es sich bei diesen Swaps mitnichten um das Teufelszeug handelt, als das es in Medien und Politik dargestellt wird.

Nur sehr selten erwähnt werden alle anderen, teils wichtigeren Swaparten – zum Beispiel Equity Swaps. Dabei kommen Anleger über die Anlagegattung ETF öfter mit Equity als mit Credit Default Swaps in Berührung.

Equity Swaps tauschen Zinsen gegen Aktienkursentwicklungen

Ein Equity Swap ist grundsätzlich ein Tauschgeschäft. Die Tauschpartner tauchen einen festen Zinssatz gegen die Wertentwicklung z.B. einer Aktie oder eines ganzen Aktienkorbes. Dabei haben beide Parteien einen Vorteil.

Der Zinszahler kann an der Aktienkursentwicklung teilhaben, ohne die Aktie(n) selbst kaufen zu müssen. Er muss lediglich den vereinbarten Zins für die Summe zahlen, die er für den Kauf der Aktien aufbringen müsste. Davon profitierte zum Beispiel Porsche beim Versuch, VW zu kaufen. Obwohl Porsche viel kleiner war als VW und keineswegs genug Geld hatte, um die Aktienmehrheit zu kaufen, hatte sich Porsche letzten Endes über Swaps eine Mehrheit gesichert. Denn den Zins für die Swaps konnte sich Porsche leisten.

Natürlich profitiert auch der Empfänger der Zinsen, in der Regel Banken. Die Banken bekommen große Kapitalmengen zum Beispiel über die Zentralbank zu sehr niedrigen Zinssätzen. Mit diesem Geld werden die Aktien gekauft. Die Differenz zwischen Swapzinssatz und dem gezahlten Notenbankzinssatz ist der Gewinn.

Ein Beispiel für die Funktionsweise der Equity Swaps

Sie zahlen pro Jahr 1% auf eine Million Euro – dafür erhalten Sie vom Vertragspartner die Wertentwicklung eines virtuellen DAX-Depots im Wert einer Million Euro. Verdoppelt sich der DAX, dann zahlen Sie 10.000 EUR und bekommen vom Vertragspartner eine Million Euro. Halbiert sich der DAX, dann zahlen Sie ebenfalls 10.000 EUR, müssen Ihrem Vertragspartner aber zusätzlich die negative Wertentwicklung von 500.000 EUR ausgleichen.

Equity Swaps stecken in zahlreichen Exchange Traded Funds (ETF)

Equity Swaps sind für Sie vor allem im Zusammenhang mit Exchange Traded Funds (ETFs) wichtig. ETFs sind börsenhandelbare Fonds, die in den meisten Fällen passiv einen Index abbilden. In den vergangenen Jahren erlebten die kostengünstigen ETFs einen wahren Boom. Als Anleger können Sie dank ETFs auch sehr exotische Aktienindizes z.B. aus den Emerging Markets handeln.

Viele der exotischeren ETFs werden mittels Swaps realisiert. Statt die dem Fonds zugrunde liegende Wertpapiere zu erwerben, schließt der Emittent des Fonds einen Swapkontrakt ab, der die Wertentwicklung der Wertpapiere abbildet. Der Emittent und damit auch Sie als Anleger sparen sich so die teils hohen Transaktionskosten bei illiquideren Wertpapieren.

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Über den Autor Investor Verlag

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