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Fonds: Ein 500 Millionen US-Dollar Fehler

Der Hedgefondsmilliardär George Soros gab diese Woche zu, einen 500 Millionen US-Dollar teuren Fehler gemacht zu haben.

Aus diesem Eingeständnis können auch Sie als Anleger eine wesentliche Lektion lernen – auch wenn Sie nur deutlich weniger Geld zum Investieren haben.

Fangen wir ganz am Anfang an…

Vorletzten September verließ der berühmte Fondsmanager Bill Gross seinen Arbeitgeber Pacific Investment Management (PIMCO) und damit seinen Fonds Pimco Total Return Fund. Gross wechselte zu Janus Capital.

Das waren große Neuigkeiten in der Finanzbranche.

Und mit mehr als 260 Milliarden US-Dollar unter Management war der Pimco Total Return Fund der größte aktiv gemanagte Fonds der Welt. Und Gross – auch bekannt als der „Anleihenkönig“ – war der Mann, der in großen Teilen für die Outperformance verantwortlich war.

Vor Jahrzehnten entwickelte Gross einen neuen Ansatz im Anleihenhandel. Bis dahin war es üblich gewesen, dass ein Geldgeber dem Schuldner einen Betrag gab und dann die Zinsen sammelte, bis der Kredit abbezahlt war. Die Idee, dass jeder routinemäßig derartige Anlageinstrumente an andere Anleger vor deren Fälligkeit weiterverkaufen könnte, existierte bis dahin nicht.

Gross sah jedoch, dass es Chancen gab, sich in verschiedenen Sektoren am Anlagemarkt, wie auch bei Einzelpapieren, strategisch geschickt zu bewegen, und profitierte davon.

Dank verschiedener Ineffizienzen am Anleihemarkt – und einem allgemeinen Mangel an Konkurrenz – verbrachte er viele Jahre damit, den JPMorgan Global Government Bond Index zu schlagen und ließ auch den Barclays Capital Aggregate Bond Index immer wieder hinter sich.

Die letzten Jahre waren wenig gnädig

Allerdings kam Gross die letzten Jahre bei Pimco ins Stolpern und führte ein paar schlecht getimte Sektorwetten durch. Daraufhin floss zunehmend Geld aus seinem Fonds ab und das Management erhöhte natürlich den Druck auf ihn. Davon hatte Gross bald genug und verließ die Firma um bei Janus frisch zu beginnen.

Die Tatsache, dass Soros 500 Millionen US-Dollar von Gross managen lassen würde, war damals eine große öffentliche Empfehlung für Gross. Und auch bei seinem neuen Arbeitgeber hatte Gross die Möglichkeit jede Art von Kredit zu kaufen oder zu verkaufen, in nahezu jedem Markt der Welt.

Allerdings hatte Gross keinen schönen Start. Sein Fonds fiel 2.7% an einem Tag im August, was für ein Fixed-Income Investment ungewöhnlich brutal ist. Und auch im Mai ging es abwärts als die Anleger sowohl Regierungs- als auch Unternehmensanleihen abverkauften. Damit ist der Fonds für dieses Jahr nicht nur im Minus, sondern hat auch rund 3/4 aller vergleichbaren Fonds nicht schlagen können.

Als ein langjähriger Hedgefondsmanager hat Soros sicher kein Problem mit Volatilität. Allerdings hatte er inzwischen genug und zog seine gesamte Summe bei Gross ab.

Und das ist die Lektion, die Herr Soros hier verspätet gelernt hat: Aktiv gemanagte Anleihenfonds sind etwas für Verlierer.

Industrie-Insider wissen schon lange, dass langfristig die Anleihefonds am besten laufen, welche die niedrigsten laufenden Kosten haben – und nicht die bekanntesten Manager.

Als ein kluger Einkommen orientierter Anleger, sollten Sie einen der folgenden drei Wege gehen:

  • Diversifiziertes Anleihenportfolio, idealerweise mit „Leiterstruktur“, was die Aufstellung der Anleihen angeht.
  • Günstige börsengehandelte Fonds (ETFs)
  • Anleihenindexfonds

Besonders positiv ist bei Indexfonds übrigens die Vanguard Group. Diese hat eine einzigartige „not-for-profit“-Struktur in der Branche. Die Fonds der Firma besitzen die Firma selbst, also damit letztlich die Anleger in den Fonds. Vanguard ist eine der größten Fondsfirmen in den USA und hat damit erhebliche Kostenvorteile. Teilweise betragen die laufenden Kosten für Vanguardfonds nur ein Viertel von denen der Konkurrenz. Manchmal ist die Konkurrenz sogar sieben bis acht mal teurer.

Das Resultat ist natürlich im Sinne der Anleger: 94% aller Vanguard-Anlagefonds haben die Durchschnitte ihrer Vergleichsgruppe im letzten Jahrzehnt geschlagen.

Wollen Sie wirklich die 6% Chance eingehen, dass Sie es mit einem aktiven Anleihemanager besser machen?

In den letzten Jahren ist der Anleihemarkt deutlich effizienter geworden. Es gibt relativ wenig Unterschiede in den Anleihecharakteristiken. Damit wird es immer schwerer für die Manager durch Portfolio-Auswahlentscheidungen zu glänzen. Selbst ein wirklich bewährter Experte wie Gross hatte hier seine Probleme.

Und die hohen jährlichen Gebühren sind dabei natürlich ein spürbarer Gegenwind.

Dazu kommt noch, dass die Zinsen in der Nähe historischer Tiefs sind. Das bedeutet, dass ein Anleihefonds mit 1% Kosten schon ein Drittel oder die Hälfte Ihres Jahresgewinns auffressen kann.

Sie sollten also die folgenden Punkte beachten:

Als ein Anleger gibt es viele Dinge, die Sie nicht mit Sicherheit wissen können: Zukünftige Inflationslevel… Die Richtung der Zinsentwicklung .. Die nächste FED-Entscheidung…

Wenn Ihnen das klar wird, sollten Sie das tun, was George Soros mit seinem Geld tat – und Ihr Geld aus derartigen Konstruktionen entsprechend abziehen.

 

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Über den Autor Investor Verlag

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