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Der MSCI-World-Index im Kurzporträt

Wer in Aktien investiert, freut sich generell über steigende Kurse. Das gilt sowohl für das selbst zusammengestellte Wertpapierdepot als auch für Aktienzertifikate und Fonds. Die Freude wird allerdings getrübt, wenn man als ambitionierter Aktienhändler feststellen muss, dass andere Wertpapiere oder Indizes noch größere Zuwächse zu verzeichnen hatten als das eigene Portfolio.

Um einen besseren Vergleich mit der Entwicklung des Gesamtmarktes herstellen zu können, werden deshalb Vergleichsindizes herangezogen. Im Falle des deutschen Aktienmarktes versuchen Kapitalanleger meistens den DAX 30 zu schlagen, der folglich als Benchmark fungiert. Doch der enthält ausschließlich deutsche Aktien und spiegelt damit nicht das ganze Bild der weltweiten Aktienmarktentwicklung wider.

Als Weltindex nur begrenzt geeignet

Im internationalen Handel wird daher meist der Morgan-Stanley-Capital-International-World Index (MSCI World) herangezogen. Das Wissen über den MSCI-World-Index hält sich selbst bei Profianlegern oft in Grenzen. Der Name erweckt den Eindruck als handele es sich dabei um einen globalen Index, der die weltweite Aktienentwicklung abbildet. Doch das ist falsch.

Der MSCI-World-Index besteht aus rund 1.900 Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung in den Industrieländern. Aktien aus den Emerging Markets, wie Brasilien oder China, werden dagegen nicht berücksichtigt. Insofern bildet der MSCIWorldIndex zwar die Kursentwicklung der größten und umsatzstärksten Unternehmen der Welt ab, beschränkt sich dabei aber hauptsächlich auf die Wirtschaftsblöcke USA, Europa und Japan. Die Märkte, die die höchsten Kurszuwächse aufweisen, bleiben ausgespart. Das macht es Fondsmanagern leichter, den Index zu schlagen.

50%-Anteil im Index für US-Unternehmen

Insgesamt sind im MSCIWorldIndex Aktien aus 23 Ländern zusammengefasst. Da das ausschlaggebende Kriterium die Marktkapitalisierung ist, verwundert es nicht, dass Unternehmen aus den USA rund die Hälfte der Aktientitel dieses Indexes stellen. Denn die USA sind der größte Kapitalmarkt der Welt.

Wer sich für die Gesamtentwicklung der Emerging Markets interessiert, der kann einen Blick auf den MSCI – Emerging Markets Index werfen. Dieser Index bildet die Entwicklungen der Aktienmärkte von rund 25 Entwicklungs- und Schwellenländern ab, die ebenfalls anhand der Marktkapitalisierung ausgewählt werden.

Vorsicht beim Vergleich

Der MSCI-World-Index wird gewöhnlich als Kursindex veröffentlicht. Charts, die die Outperformance eines Fonds oder einer Aktie besonders hervorheben sollen, führen als Benchmark häufig den MSCI-World-Index an. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass der Kursindex des MSCI-World mit der Performance eines Fonds oder einer Aktien verglichen wird. Während der Kursindex die reine Kursentwicklung widerspiegelt, fließen bei der Performance auch Dividendenzahlungen ein. Deshalb sollten Sie stets darauf achten, dass bei einem indexierten Chart mit dem MSCI-World-Index als Benchmark, auch nur der Kursindex des Fonds, Zertifikats oder Aktientitels verglichen wird. Nur so erhalten Sie eine aussagekräftige Information, ob der MSCI-World-Index geschlagen wurde.

Beim DAX stellt sich das Problem nicht – er wird als Performanceindex berechnet.

 

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