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CFD’s: Nachschusspflicht bringt unbegrenzte Verlustrisiken

Beim Handel mit CFD’s (Differenzkontrakten) müssen Sie unbedingt wissen, was Sie tun und stets ein EXIT-Szenario bereithalten. Schwierig wird es sonst, wenn Ihre Position (wie so oft an der Börse) zwischenzeitlich oder ganz und gar gegen Sie läuft. Dann besteht nämlich nicht nur das Risiko des Totalverlusts des ursprünglich eingesetzten Kapitals, sondern darüber hinaus kann es zu erheblichen Nachschusspflichten kommen. Zwar wird Ihre Position automatisch geschlossen, wenn auf dem Konto nicht mehr genügend freies Kapital zur Verfügung steht, um die Sicherheitsleistung in voller Höhe zu erbringen (das kann gerade ein sehr ungünstiger Zeitpunkt sein). Durch Kurssprünge/ Kurslücken, wie sie gerade in den vergangenen Monaten beispielsweise beim DAX an der Tagesordnung waren, kann es dennoch vorkommen, dass die Position zu einem Kurs weit jenseits der Sicherheitsleistung geschlossen wird und Sie dadurch noch Geld nachschießen müssen. Theoretisch können Sie also Haus und Hof verlieren, auch wenn Sie nur anfänglich ein paar Euros riskiert haben!

CFD’s: Insolvenz- und Kursstellungsrisiko, nur seriöse Anbieter wählen

Es gibt noch ein weiteres Problem bei CFD’s als Handelsinstrument. Als OTC- (over-the-counter) bzw. außerbörslich gehandelte Produkte werden Differenzkontrakte bis heute deutlich weniger reguliert als börsengehandelte Wertpapiere (wie etwa Optionsscheine, Hebel- oder Faktorzertifikate). So können die gestellten Kurse auch zum Nachteil des Kunden von denen an der Referenzbörse abweichen. In der Vergangenheit kam es bei einigen dubiosen CFD-Anbietern häufiger zu Unregelmäßigkeiten, bei denen Aufträge von Kunden zu einem wesentlich ungünstigeren Kurs ausgelöst wurden, um dadurch mit einer erhöhten Gewinnspanne ein Gegengeschäft einzugehen. Mit anderen Worten: die CFD-Klitsche hat ihre eigenen Kunden regelmäßig übers Ohr gehauen. Auch zu Insolvenzen unter CFD-Anbietern ist es schon gekommen, wobei die Kunden einlagen teilweise durch die deutsche Einlagensicherung abgedeckt sind. Im Rahmen der Insolvenz des CFD-Brokers FXdirekt etwa diskutierte u. a. die Wirtschaftswoche die Seriosität dieser Anlageform. In den USA sind CFDs nach den Regeln der dortigen Börsenaufsicht SEC gleich ganz verboten.

Hierzulande sollten Sie sich nach einem renommierten und prämierten Anbieter umschauen. Und Sie sollten viel Erfahrung bei Ihren Börsengeschäften mitbringen, ein aktives Risiko- und Moneymanagement betreiben und stets genau wissen, was Sie tun. Nur dann können Sie die zweifellos zahlreich vorhandenen Vorteile dieser Anlageform für sich nutzen. Neben dem hohen Hebel und geringen Kaptaleinsatz sind dies die Unabhängigkeit von Zeitwert und Volatilität des Basiswerts, und der relativ kostengünstige Handel (sofern die Kurse fair gestellt werden).

Mir persönlich liegen diese Instrumente nicht, was vielleicht daran liegt, dass ich am Beginn meiner Karriere Ende der 90er Jahre nicht damit groß werden konnte (es gab sie damals schlichtweg noch nicht). Aber es besteht auch keine dringende Notwendigkeit für CFD’s. Denn diese sind in der Wirkungsweise beispielsweise Hebelzertifikate sehr ähnlich. Letztere haben noch dazu den Vorteil, dass hier niemals eine Nachschusspflicht besteht. Und das lässt zumindest mich erheblich ruhiger schlafen. In meinem Börsendienst DAX Profits verzichten wird denn auch auf CFD’s. Ich habe allerdings auch etliche Leser, die meine Trades mit CFD`s umsetzen. Warum nicht. Die meisten dieser Leser sind so erfahren, dass hier nichts passieren kann. Neulingen rate ich jedoch dazu, sich streng meine vorgegebenen Trades zu halten, damit nichts passieren kann.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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