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Was ist mit China los?

Ende September habe ich Sie auf die Gefahr der „Zombifizierung“ der chinesischen Wirtschaft hingewiesen. Gemeint ist die teilweise hemmungslose Verschuldung staatlicher Betriebe, welche dem privaten Sektor wichtige Ressourcen entziehen. Das trägt dazu bei, dass der erforderliche Umbauprozess der chinesischen Wirtschaft sehr holprig verläuft.

Exporte brechen überraschend stark ein

Wie holprig können Sie auch an den heute gemeldeten Wirtschaftszahlen ablesen. Mit -10% sind die Exporte der chinesischen Wirtschaft überraschend stark eingebrochen. Die Importe sind mit -1,9% ebenfalls zurückgegangen. Damit ist ein Trend gestoppt, der sich noch im August gezeigt hat. Erstmals seit Ende 2014 sind nämlich Im- und Exporte wieder angezogen.

Wettbewerb macht China zu schaffen

China Wirtschaft wird gleich von zwei Seiten in die Zange genommen. Zum einen steigen die Löhne. Das macht chinesische Exporte teurer. Der Grund: Die Billig-Karawane zieht innerhalb Asiens und darüber hinaus weiter: Zum Beispiel nach Indien, Kambodscha, Laos, aber auch Äthiopien. Hier zeigt wie, dringen nötig ist, dass China sich mehr einfallen lässt, als nur billig zu produzieren. Das können andere nämlich auch.

Ölimporte ziehen an

Das zweite Problem Chinas: Der Import-Rückgang zeigt, dass die Nachfrage im Inland noch nicht so stark ist, um den Export-Rückgang zu kompensieren. Auf der anderen Seite hat China aber geschickt, die niedrigen Ölpreise im September zu massiven Käufen genutzt. Damit China im September die USA als größten Rohölimporteur abgelöst.

Nur mit Mühe neuer Aufwärtstrend

Fazit: Chinas Wirtschaft ist noch längst nicht über den Berg. Das sehen Sie auch Shanghai A Index. Nach dem Absturz zu Beginn des Jahres von 3.820 auf unter 2.780 Punkte hat der Shanghai A Index seit Februar wieder einen neuen Aufwärtstrend ausgebildet. Allerdings mit Mühe. Kuranstiege von 2.800 bis auf 3.200 Punkten wie im April münden in Korrekturen, die auch wieder heftig ausfallen. Jetzt hat sich der China-Index wieder an die Marke von 3.200 Punkten herangerobbt, dürfte aber aufgrund der schlechten Wirtschafszahlen wieder zurückfallen.

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Über den Autor Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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