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Reuters: Interner Machtkampf spaltet die EZB

Während die US-Notenbank langsam ihr Kaufprogramm zurückfährt, ist bei der EZB kein Ende der ultralockeren Geldpolitik in Sicht.

Dabei wird selbst aus eigenen Reihen inzwischen Kritik über die Geldschwemme der EZB laut.

Reuters berichtet, dass in der EZB ein interner Machtkampf ausgebrochen ist

Peter Praet, Vorstandsmitglied der EZB, ist zum Beispiel ganz klar im Lager der Inflations-Befürworter: „Inflation gewinnt langsam wieder an Fahrt, aber dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschossen. Wir sind noch nicht zufrieden, was die aktuelle Inflation angeht.“

Ganz anders sieht das dagegen Klaas Knot, Mitglied des EZB-Rats. Bei einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen sagte er kürzlich, die EZB sei „sehr nahe an dem Punkt“, das Kauprogramm zu lange laufen zu lassen.

Laut Knot war einer der Auslöser der letzten Finanzkrise, dass die Banken zu viel Geld in die Wirtschaft gepumpt haben. Die EZB sei gefährlich nahe dran, diesen Fehler zu wiederholen.

„Wenn wir mit dieser Politik weitermachen, ist das absolut ein potentielles Risiko“

Ein großes Problem sieht Klot darin, dass niemand den perfekten Zeitpunkt für das Ende des APP Kaufprogramms festlegen kann.

„Das Problem ist, dass niemand objektiv feststellen kann, wann der Moment gekommen ist, an dem wir das Kaufprogramm zu lang betrieben haben. Ich denke, dass wir bereits sehr nah an diesem Punkt sind.“

Und tatsächlich, durch ihre Geldschwemme hat die EZB eine massive Blase angeheizt, welche die gesamte europäische Wirtschaft gefährdet.

Dabei war das EZB-Kaufprogramm von Anfang an ein Blindgänger. Kein einziges der strukturellen Probleme der EU wurde dadurch gelöst!

Das italienische Bankensystem kollabiert aktuell vor Ihren Augen. Frankreich, Italien und Griechenland brauchen massive Reformen im Arbeitsrecht. Die gesamte Eurozone ist mit 90% des BIP verschuldet – weit höher als die Maastricht-Regeln es zulassen.

KEINES dieser Probleme wird durch die Geldschwemme der EZB gelöst. Stattdessen riskieren die Zentralbanker einen Inflationsschock, der jederzeit zuschlagen kann.

Ein gutes Beispiel ist Venezuela, wo durch katastrophale Fehlentscheidungen die Inflation inzwischen bei 800 % liegt. Und ein Ende der Geldschwemme ist – trotz Protesten aus eigenen Reihen – nicht in Sicht.

Ich rate Ihnen daher dringend – in Ihrem Interesse – Ihr Vermögen nicht in Euro zu halten. Diese Währung ist eine tickende Zeitbombe!

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Über den Autor Dimitri Speck

Dimitri Speck gilt als gewiefter und erfahrener Marktanalytiker. Außerdem ist er Chef-Entwickler für die Handelsstrategien des Asset Managers Staedel Hanseatic. Er ist also kein gewöhnlicher Analyst, der am grünen Tisch irgendwelche Spekulationen aufgreift. Er beobachtet die Märkte und schließt daraus Ungeheuerliches.

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