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Japanische Rentner werden kriminell

Eine Zeitungsschlagzeile rüttelte uns neben dem ganzen Trubel um die US-Wahlen auf.

„Japanische Rentner werden in ihrer Geldnot kriminell“, so die Schlagzeile der Financial Times.

Nach Jahren der quantitativen Lockerung (QE), ZIRP (Nullzinspolitik), NIRP (negative Zinspolitik), und Abenomics (einer nach dem Premier Shinzo Abe benannten „Wirtschaftspolitik“) – das heißt, nach Jahren der Standardabweichungen vom „normalen modernen Zentralbanking“ – müssen ältere Menschen in Japan jetzt das Gesetz brechen … „um freie Unterkunft und Verpflegung hinter Gittern“ zu bekommen

Steht das auch in den USA bevor?

„Ja“, ist die sichere Antwort.

Japan liegt uns bei dieser Reise ein Stück weit voraus. Die Börse ist abgestürzt im Jahr 1989. Das führte zu einer großen Rezession, die von den Behörden ähnlich wie beim Kampf der kaiserlichen Armee in Okinawa bekämpft wurde. Japanische Politiker erfanden QE … und 26 Jahre lang haben sie die Zinsen bei Null gelassen.

Shinzo Abe wurde genau deswegen Premierminister, Japans 25-jährige Misere endlich zu beenden.

Er scheiterte damit.

Die „drei Stützen“ seiner Abenomics-Plattform – Konjunktureller Stimulus, Lockerung der Geldpolitik und Strukturreformen – vermochten es nicht, das Land aus dem Schlamassel zu ziehen.

Schwere Entscheidungen

Es sollte jetzt für jeden offensichtlich sein dass William McChesney Martin richtig lag.

Als neunter Vorsitzender des Board of Governors der Federal Reserve war er der Mann an der Spitze während des Wahlzyklus 1956.

Und er war der Mann, der verantwortlich war für die „Normalisierung“ der Zinssätze nach der Kriegszeit. Damals gab es einen Deal der Fed mit dem Finanzministerium, um mit ultra-niedrigen Zinsen das kriegsbedingte Defizit zu finanzieren.

Einige befürchteten, dass dies eine wirtschaftliche Katastrophe auslösen würde. Aber Martin sah deutlich, was seine Homologen des 21. Jahrhunderts wohl bewußt nicht sehen wollen:

„Im Krieg mussten schwere Entscheidungen getroffen werden; wir mussten sogar die kleinsten Einzelheiten unseres wirtschaftlichen Lebens diktieren. Aber es ist mit demokratischen Institutuionen und freiem Unternehmertum völlig unvereinbar, die Wirtschaft dauerhaft in eine Zwangsjacke zu packen.

In einem freien Markt können die Zinsen sowohl nach unten als auch nach oben gehen und damit ihre Funktion als Preismechanismus einwandfrei zu erfüllen. Diktierte Zinssätze bergen die Gefahr, diktierte Preise in der ganzen Wirtschaft zu bekommen.“

Er beschrieb dann die Konsequenzen dessen, zu was die Bernankes-Yellen Geld Diktatur führen würde:

„Wir würden keine zuverlässigen Schutz gegen die Erosion unserer Ersparnisse haben, unserer Renten, unsere Lebensversicherungen; das private Altervorsorgekapital ist bedroht.“

Bisher schienen Herr Bernanke und Frau Yellen die Sache unter Kontrolle zu haben.

Wir sehen noch keine Erosion des Wertes unserer Finanzanlagen. Stattdessen sind sowohl Aktien und Anleihen im Preis gestiegen.

Aber die Unternehmen, die dahinter stehen, sind wie ein altes Schiff verkrustet. Das Schiff verlangsamt sich…und fährt immer tiefer und tiefer in das Wasser. Die reale Kapitalbildung ist rückläufig … Produktivität sinkt … Löhne stagnieren …

Und dann haben Sie Menschen, die immer ärmer, nicht reicher werden… und silberhaarige Gauner … verzweifelt hinter Gittern, wo sie warme Betten vorfinden und alte Freunde treffen.

Herr Martin, der 91 Jahre alt wurde und im Jahr 1998 verstarb, hätte das sehr wohl verstanden.

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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