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Warum der Wohlfahrtsstaat zum Scheitern verurteilt ist…

BALTIMORE –

Heute werden wir über das Schattenkabinett „Deep State“ nicht Jammern und Nörgeln.

Stattdessen setzen wir uns auf seine Füße, bewundern den Schnitt seines Kiefers und singen ein Loblied auf Ihn.

Wir sind dankbar, dass es Ihn gibt … und nicht nur als eine Quelle des Vergnügens. Kurz gesagt, wir erfreuen uns seiner Unfähigkeit.

Absurde Initiative

Was bringt uns zu einem solchen Gedanken? Nun ja, es war wie ein kleines Element einer Nachricht, die wie eine Billardkugel über einen verfilzten Tisch rast und vorher noch zwei oder drei andere Kugeln berührt, ehe sie zur Ruhe kommt.

Wir mussten jede Kugel aus ihrem Loch holen und sie genau untersuchen.

Was für ein wunderbarer Betrug jede der Kugeln ist!

Demokratie!

Zentral-Bankwesen!

Wohlfahrtsstaat!

Die Schweizer schätzen wir als kluge und vorsichtige Menschen ein. Sie stehen mit beiden Beinen auf der Erde und gehen aufrechten Hauptes durch das Leben.

Aber sie haben am Sonntag über eine pathetische und absurde Initiative abgestimmt. Die ist und war so hoffnungslos unausgegoren, dass sie genau genommen eigentlich nur amerikanischer Ökonomen oder französischer Intellektueller würdig wäre.

Aber, wie schon gesagt, ich schätze die Schweizer ja als äußerst kluge Menschen. Und so klug haben sie am Sonntag in Sachen Grundeinkommen abgestimmt.

Also, die Schweizer stimmten am Sonntag über den Vorschlag eines Grundeinkommens für alle Einwohner der Schweiz ab. Es ging um ein garantiertes Jahreseinkommen von ungefähr 30.000 Dollar.

Welch verrückte Idee!

Wenn Sie 30.000 Dollar pro Jahr ohne Arbeit verdienen, wird jeder, der weniger als 60.000 Dollar brutto im Jahr verdient, es sich genau überlegen, ob er morgens aufsteht und seinen Arbeitsoverall anzieht.

Warum die Mühe?

Die Kellner werden uns dann an unseren Tischen im Stich lassen und unsere Gläser ungefüllt und unser schmutziges Geschirr vor uns stehen lassen. Die Männer vom Valet-Parkservice werden in ihren eigenen neuen Autos losfahren.

Die Burger-Bräter werden schnellstmöglich nach Hause gehen. Alle niedrig bezahlten Arbeitsplätze, und mehr als nur ein paar Menschen mit mittlerem Einkommen, werden ihre Stellen sofort aufgeben.

Neuer Krieg gegen die Armut

Aber dieser Vorschlag zapft mehrere trendige Sorgen an und hat auch seine Anhänger …

Erstens gibt es da die Zombies.

Die sind ja immer bestrebt, etwas umsonst zu bekommen. Und bei dem Vorschlag sehen sie, dass sie noch mehr umsonst bekommen.

Zweitens gibt es da auch sog. „Good Government“-Konservative. Die sagen, dass damit die Regierung rationaler und effizienter funktionieren kann.

Sie sehen, wie die Feds mit ihren Wohlfahrtsprogrammen versagen. Sie schätzen, dass dies ein einfacher, effektiver Weg sein könnte.

Sie glauben, dass man Billionen Dollar im Krieg gegen Armut effektiv ausgeben muss, um diesen zu gewinnen.

Drittens gibt es da die Eliten aller Glaubensrichtungen und Überzeugungen, die eifrig darauf bedacht sind, Geld an die Zombies im Austausch für Wählerstimmen zu verteilen. Es ist ein Weg für sie, um die Massen zu manipulieren, die Kontrolle über die Polizeigewalt des Staates zu gewinnen und sie für ihre eigenen Ziele nutzen.

Viertens gibt es diejenigen, deren Herz wegen der Ungleichheit blutet. Die hoffen, dass die Feds die Blutung wieder stillen können.

Aber sie haben es wirklich nicht realisiert, was tatsächlich Sache ist. Die Insider, die „Deep State“ kontrollieren, haben überhaupt nicht die Absicht oder das Bestreben, Ungleichheit zu verringern oder zu beseitigen. Sie streben danach, diese zu vergrößern.

Sie nutzen die Regierung als simples Werkzeug, um mehr Geld, Macht und Status zu bekommen. Und sie können diese Dinge nur bekommen, wenn sie diese ihren rechtmäßigen Eigentümern wegnehmen.

Dies ist in Wahrheit ein wesentlicher Grund, warum der Sozialstaat, wie wir ihn kennen, zum Scheitern verurteilt ist.

Fünftens gibt es viele Menschen, die wegen der Entwicklung hin zu Robotern besorgt sind!

Was?

Ja, es wächst die Sorge, dass Roboter der Welt die Arbeit wegnehmen.

Nur als Beispiel, es gibt derzeit ca. 3,5 Millionen Lkw-Fahrer in den USA. Viele oder die meisten dieser Arbeitsplätze könnten bald wegfallen: dank selbstfahrender Lastwagen (die bereits in Betrieb sind).

Aber auch Millionen von anderen Jobs werden derzeit noch von Menschen erledigt. Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Aktuare, Architekten, Fitness-Trainer – jeder Beruf, der Routineprozesse beinhaltet, ist anfällig für Störungen durch die neue Generation von intelligenten Robotern.

Roboter werden immer besser und billiger. Zum Vergleich: Menschen werden immer dümmer und teurer. Einige Leute glauben, Roboter werden nach und nach alle ersetzen, vielleicht auch die kreativsten, die unternehmerisch denkenden und am besten ausgebildeten Arbeitskräfte.

Hier kommen die Roboter!

Wir haben hier schon oft berichtet, dass die Löhne bei 9 von 10 US-Arbeitern inflationsbereinigt tiefer als noch vor 40 Jahren liegen.

Es könnte aber noch viel schlimmer kommen: 9 von 10 Arbeitern könnten dauerhaft nicht mehr benötigt werden. Der Journalist James Neilson schreibt im Buenos Aires Herald folgendes:

„Unproduktive Arme. Es gibt bereits viele Millionen von ihnen. Bald könnten es schon Milliarden an Menschen sein.

Mit alarmierender Geschwindigkeit lässt der technologische Fortschritt sie hinter sich. „Künstliche Intelligenz“ – Roboter, EDV-Systeme, und was sonst auch immer sich die Leute im Silicon Valley ausdenken – wird weite Teile der Wirtschaft ersetzen.

Auf diese Weise werden, mit Ausnahme einer kleinen Minderheit, alle Menschen ihrer Arbeitsplätze beraubt.“

Was dann? Wie werden die meisten Menschen sich durchschlagen, überleben, wenn die meisten Menschen keine Arbeit haben?

Das ist das, was die Befürworter des Grundeinkommens, wie in der Schweiz, am meisten umtreibt.

Die Idee eines garantierten Einkommens ist nicht neu. Die Römer hatten ihre panem et circenses (Brot und Spiele).

Die Arbeiterklasse von Rom wurde damals auch von „Robotern“ ersetzt – Sklaven. Die wurden durch viele erfolgreiche Eroberungen „rekrutiert“.

Die Sklaven übernahmen nach und nach alle niedere Arbeiten – vor allem auf den großen Landgütern. Eine zum Nichtstun verdammte und unruhige Bevölkerung blieb in Rom übrig. Um sie gefügig zu halten, gaben die Römer Ihnen Brotweizen und inszenierten Gladiatorenkämpfe im Kolosseum. (Heute haben wir Sozialleistungen und Präsidentendebatten.)

Vor kurzem schlug der amerikanische Ökonom Milton Friedman eine negative Einkommensteuer (NIT) vor. Er wollte damit erreichen, das Wohlfahrtssystem effizienter zu machen.

Die Nixon- und Carter-Administrationen schlugen auch ein Grundeinkommen vor. Und zwar schon in den 1960er und 1970er Jahren mit dem Ziel, das System gerechter zu machen, sowie effektiver zu gestalten.

Und die Grüne Partei nahm im Jahr 2010 die negative Einkommensteuer in ihr Programm – weiß Gott warum…

Was ist falsch an diesen Vorschlägen?

Was läuft beim gegenwärtigen Wohlfahrtsstaat falsch?

Wir bleiben am Ball…

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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