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US-Konjunktur: Abschwung hat sich im Februar verstärkt

Gestern hatten wir einen Blick auf den Philly Fed Index geworfen, der mit seinem starken Anstieg nicht so recht ins Bild anderer US-Konjunkturindikatoren passen will.

Was bei mir eine gewisse Skepsis gegenüber der US-Datenqualität erzeugt. Kurz darauf wurde der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) veröffentlicht, der kein so rosiges Bild von der US-Wirtschaft zeigt.

Dieser Indikator basiert auf 85 Einzelindikatoren, die die wirtschaftliche Aktivität im ganzen Land messen. Liegt der Indikator über null, so zeigt dies ein im historischen Vergleich überdurchschnittliches Wachstum an. Im Februar war der Index deutlich von +0,41 auf -0,29 Punkte gesunken (Erwartung: +0,25 Punkte).

Da der Indikator recht volatil ist, schaut man sich besser den 3-Monats-Durchshcnitt an. Dieser lag im Februar bei -0,07 Punkten, nach -0,12 Zählern im Januar. Auch hier also von einem wie auch immer gearteten Aufschwung keine Spur. Vielleicht ja in den Märzdaten? Das bleibt abzuwarten.

Der Durchschnittswert pendelt nämlich schon seit dem Jahr 2010(!) in einer engen Spanne zwischen -0,5 und +0,5 Punkten hin und her. Das heißt, seit über 5 Jahren kann die US-Wirtschaft nichts mehr herausreißen.

Phasen leicht überdurchschnittlichen Wachstums werden von kleineren Abschwüngen gefolgt. Trotz aller geldpolitischer Unterstützung, die seit Oktober 2014 nun aber ausgeblieben ist.

Sollte der 3-Monats-Durchschnitt eines Tages unter -0,5 Punkte fallen, dann wird es höchste Zeit, die Alarmglocken für die nächste US-Rezession zu läuten. Nach sieben Jahren Aufschwung wird es langsam wieder Zeit dafür, denn US-Rezessionen ereignen sich häufig alle 7 Jahre (zuletzt 2008/2009 und davor 2001).

Ein Schlüsselsektor für den CFNAI sind „persönliche Ausgaben und Immobilien“. Dieser Sektor hat sich seit dem Jahr 2009 zwar deutlich erholt. Er notiert jetzt aber gerade mal auf einem so schwachen Niveau wie zu Beginn früherer Rezessionen.

Und ausgerechnet der Häusermarkt in den USA hat seit dem Sommer vergangenen Jahres wieder schwer zu kämpfen. Die Zinserhöhungspläne der US-Notenbank scheinen hier eine äußerst unheilvolle Wirkung zu entfalten.

Fazit: Der CFNAI notiert im Februar innerhalb der Spanne der letzten Jahre und zeigt momentan einen leichten, noch unkritischen Abschwung an. Insbesondere der US-Immobilienmarkt machte zuletzt Probleme.

Sollten diese sich verstärken, könnte der Index auf unter -0,5 Punkte fallen und damit eine akute Rezessionsgefahr anzeigen. Solange dies nicht passiert, kann auf einen weiteren Verbleib auf dem bisherigen, eher schwachen Wachstumspfad gehofft werden.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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