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Das 30-Billionen-US$-Schuldenproblem von Trump

Geht es Ihnen auch so? In TV-Interviews werfen Politiker gerne mit Zahlen um sich, die sich auf die Schnelle kaum überprüfen lassen. Wir haben dieses oder jenes Milliarden-Programm aufgelegt oder Milliarden eingespart.

Im nächsten Jahr kommen dann diese Milliarden hinzu und so weiter. In den USA müssen sich die Verbraucher und Steuerzahler aber an ganz andere Zahlen gewöhnen. Da geht es nicht um Milliarden, sondern Billionen.

So viel Schulden wie noch nie

Die immer als undenkbar geltende Marke von 20 Billionen US$ dürfte bald überschritten werden. Wer in langen Zeiträumen denkt: Bis 2025 dürfte auch die Marke von 30 Billionen US$ fallen.

Dann ist die Amtszeit von Trump längst vorbei. Für die ersten 20 Billionen US$ an Staatsschulden ist Trump nicht verantwortlich. Das kann aber von seinen Parteifreunden, den Republikaner nicht gesagt werden.

Obama hat von den Republikaner einen Riesenschuldenberg geerbt, wie Sie an dieser Grafik sehen.

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Obama verdoppelt Schulden der USA

Doch Obama war auch nicht untätig. In seiner Amtszeit seit 2009 haben sich die Staatsschulden der USA fast verdoppelt. Das Problem mit Trump und seinen Republikaner, die sowohl im Senat als auch im Kongress die Mehrheit: Kein Mensch, wie bisher genau, wie es weiter geht.

Das Trump-Dilemma

Trump steht vor einem nicht lösbaren Problem. Denn seine vollmundigen Versprechungen widersprechen sich.

Erstens hat Trump geschworen, innerhalb von acht Jahren die Staatsschulden von 20 Billionen US$ aufzulösen. Gleichzeitig will er aber nicht Rentenversicherung in den USA nicht anrühren.

Sorry, Donald, aber beides zusammen geht nicht. Und dafür muss man noch einmal Mathe studiert haben.

Jeden Tag gehen 10.000 Amerikaner in Rente

Warum? Ein Großteil dies immer weiter steigenden Schuldenbergs in den USA geht nicht etwa auf den Verteidigungs-Etat der USA, sondern die Rentenversicherung. Es wird geschätzt, dass der täglich rund 10.000 Amerikaner der Baby-Boomer-Generation in Rente gehen.

Jedes Jahr hören über vier Millionen Menschen in den USA auf zu arbeiten und wollen dann ihre Rente von Uncle Sam. Das bedeutet: die staatlichen Verpflichtungen nehmen schneller zu als das Wirtschaftswachstum. Da sollte Trump mal bald seinen Taschenrechner nehmen.

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Über den Autor
Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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