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Aus dem Fed Schein-Boom wird eine echte Pleite

POITOU, Frankreich – Es schneit hier am heutigen Vormittag. Eine weicher, langsamer Schnee.

Friedlich. Ruhig. Wie die letzten Atemzüge eines Sterbenden.

Wir kamen zurück nach Frankreich, um zu packen und abzuschließen. Wir verlassen Frankreich in dieser Woche, um zurück nach Baltimore zu fahren.

„Was?“, fragte ein Freund in Paris. „Du verlässt Paris für Baltimore? Das scheint doch wirklich ein schlechter „trade“ zu sein. “

„Nun, Baltimore ist nicht Paris“, antworteten wir. „Aber es gibt kaum was Schöneres als Baltimore.“

Alles hat seine Reize. Glücklicherweise sind wir in beiden Städten glücklich.

Wir freuen uns darauf, wieder in die USA zu kommen… gerade rechtzeitig, um die Kernschmelze an den Märkten aus nächster Nähe zu beobachten.

Der Saft ist „aus“

Am vergangenen Freitag brach der Dow um 391 Punkte ein – nahezu 2,5%; in der Geschichte des US-Aktienmarkt hat es noch nie einen so schlechten Start in den ersten zehn Handelstagen in ein neues Jahr gegeben. Die durchschnittliche Aktie im S & P 1500 – der etwa 90 Prozent aller in den USA gelisteten Aktien enthält – ist jetzt um mehr als 26% von ihrem Hoch gefallen. Die Standarddefinition eines Bärenmarkts ist ein nachhaltiger Rückgang von 20% oder mehr von den jüngsten Hochs aus betrachtet.

„Elende Unternehmensergebnisse“, war der vermutete Grund von „marketwatch“ für den Niedergang.

Eine weitere Vermutung: „Der Aktienmarkt ist ausgeflippt über Trump und Sanders.“

Barron`s kam der wahren Ursache schon etwas näher: „Ohne den Saft der Fed leidet der Markt an Entzugsschmerzen.“

Im Jahr 1971 ersetzte Schein-Papiergeld den alten goldgeckten US-Dollar … und Geld, das „aus dem Nichts“ kam ersetzte echte Ersparnisse. Zunächst stiegen die Inflationsraten. Niemand traute dem neuen Fiat-Dollar. Aber dann zeigte der neue US-Notenbankchef Paul Volcker der Welt, dass die USA sehr verantwortungsvoll mit Ihrer Währung umgehen können.

Die Verbraucherpreisinflation fiel, zusammen mit Zinsen. Das Schuldenniveau erhöhte sich. Und nach und nach wurde jedes Dorf und Bauernhof in Middlesex mehr und mehr abhängig von Bankkrediten. Die Dotcom-Blase explodierte im Jahr 2000. Die Hypothekenfinanzblase ging im Jahr 2007 hoch. Nun sieht es sieht es so aus, als ob aus einer weiteren Blase die Luft entweicht…

Alkoholexzess

Im Jahr 2008 begann die damit, die Zinsen in Richtung NULL zu senken, um die Party halbwegs am Laufen zu halten. Aber nach sieben Jahren der Not-Nullzinspolitik (ZIRP) wurde es offensichtlich, dass etwas getan werden musste, um zurück in normales Fahrwasser zu gelangen. Wie bei einem langen Alkohol- und Drogenexzess, wurden die Dinge am Ende immer verworrener. Der Saft musste vom Tisch.

Aber wir bezweifeln, daß die Spritzen und die vielen Flaschen an Johnnie Walker lange weg vom Tisch bleiben werden. Trotz der jüngsten offiziellen Meldungen zur Verbesserung der Lage am US-Arbeitsmrkt waren noch nie so viele Amerikaner ohne Arbeit, zum Beispiel.

Die Einzelhandelsumsätze fallen. Die Transportbranche – Schiffsverkehr, Lastwagen, Schienenverkehr – hat große Probleme. Und der Energiesektor ist in der Krise … ein Drittel der Schulden des Sektors stehen vor dem Ausfall.

Was ist das Problem?

Die einfache Antwort ist, dass das Kreditwachstum schwächelt. Die Kreditgeber sind vorsichtiger geowrden. Es wird immer schwieriger, kurzfristige Finanzierungen zu verlängern. Die Renditen der vermeintlich „risikofreien“ Staatsanleihen sinken (und die Preise steigen). Die Renditen von Junkbonds steigen (und die Preise sinken).

„Jedes Mal, wenn das jährliche Kreditwachstum unter zwei Prozent liegt, schrumpft die Wirtschaft“, sagt Kreditanalyst Richard Duncan bei Macro-Watch.

Und was passiert jetzt? Wie ist die Lage beim Kreditwachstum?

Uh-oh …

Es gibt kein Wachstum. Es fällt … zum ersten Mal seit dem Jahr 2009.

Momentan fließt der Saft nicht mehr nur nicht ins System, er fließt sogar heraus.

Das ist genau das, was zu erwarten war. Aus dem von der Fed erzeugten und mit Scheingeld finanzierten Schein-Boom wird nun eine echte Pleite.

Chinas Devisenreserven sinken. Die Schiffe bleiben in ihren Häfen. Aufträge für neue Lastkraftwagen, neue Schienenfahrzeuge, neue Tanker … und Baumaschinen aller Art … erreichen immer neue Tiefststände.

Die ganze Kram kommt zum Stillstand.

Und jetzt, fragt Bloomberg:

„Ist es vorbei?“

Zumindest diese Frage ist leicht zu beantworten:

Nein, es ist noch nicht vorbei. Es hat gerade erst begonnen.

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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