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So geht es an der Börse nach dem Brexit weiter!

2 Handelstage sind an der Börse seit dem Brexit-Entscheid der Briten vergangen. Ruhe kehrte jedoch nicht ein. Mick Knauff analysiert Chancen und Risiken am Markt für Sie. Er rechnet kurzfristig mit weiter nachgebenden Kursen und rät, diese niedrigen Kurse zum Nachkauf zu nutzen!

Der Aktienmarkt kam auch nach einem Ruhe-Wochenende nicht zu einer positiven Einschätzung des Brexit. Ob Aktien oder britisches Pfund – die Kurse sanken. Schon nach 2 Tagen haben die Briten mit ihrem Brexit-Votum mehr Kapital vernichtet, als das Land in mehreren Jahrzehnten an Mitgliedsbeiträgen an die EU hätte abführen müssen.

Sehr schnell reagierte auch die Rating-Agentur Standard & Poors, die das Bonitäts-Rating für Großbritannien um 2 Stufen auf AA- senkte. Je schlechter die Bonität, umso höher sind am Ende auch die Zinsen für britische Staatsanleihen.

Ich habe das einmal durchgerechnet. Lediglich knappe 0,25 Prozentpunkte höhere Zinsen für britische Staatsanleihen erzeugen bei der aktuellen Staatsverschuldung die gleichen Kosten wie die Mitgliedsbeiträge zur EU.

Kurzfristig werden wir sinkende Kurse sehen, langfristig klar steigende

Wie geht es nun weiter? Angesichts der bestehenden Unsicherheit dürften die Kurse noch ein wenig weiter sinken. Es gibt zwei gegensätzliche Lager in der EU. Die einen wollen Großbritannien so schnell wie möglich aus der EU heraus haben, um für die Wirtschaft wieder Investitionssicherheit zu schaffen.

Die anderen möchten den Briten und sich selbst Zeit geben, die Austrittsverhandlungen bestmöglich vorzubereiten, um einen möglichst schmerzfreien Übergang zu realisieren, der dann letztendlich allen zugute kommt.

Schließlich ist niemandem damit geholfen, Großbritannien in 2 Jahren aus der EU austreten zu lassen, wenn bis dahin kein einziges Abkommen in Sachen Wirtschaft und Freizügigkeit geschlossen wurde. Großbritannien als Absatzmarkt fiele dann praktisch weg.

Politische Börsen haben kurze Beine. Natürlich wird der Markt nicht schwächeln, bis Großbritannien aus der EU austritt. Ich rechne damit, dass in wenigen Wochen schon Schluss sein wird mit der miesen Stimmung am Markt.

Dann wird sich die Erkenntnis durchsetzen, dass Großbritannien erstens kein so immens wichtiger Markt ist und zweitens dieser Markt nicht verschwindet. Der Zugang zu diesem Markt wird nur etwas komplizierter und teurer.

Darunter dürften vor allem kleine Unternehmen leiden, nicht aber Großkonzerne, die weltweit operieren und ohnehin mit unterschiedlichsten Handelsbedingungen klar kommen müssen.

In diesen Konzernen gibt es schon jetzt Abteilungen, die sich mit nichts anderem befassen als mit der Frage, wie Produkte und Dienstleistungen in andere Länder geliefert werden können. Die befassen sich dann eben künftig auch mit Großbritannien.

Fazit: Kaufen, solange die Kurse niedrig sind!

Ich halte die aktuelle Schwächephase für eine ideale Kauf-Gelegenheit. Für Aktienverkäufe bestehen keine Gründe, sofern Sie nicht in Aktien investiert sind, die vornehmlich auf dem britischen Markt aktiv sind.

Dass es in Großbritannien zu einem heftigen Wirtschaftsabschwung kommen wird, kann als gesetzt gelten. Doch wer ein diversifiziertes Aktien-Portfolio aufbaute und über diverse Ländergrenzen hinweg kaufte, der wird langfristig den Brexit im Depot nicht bemerken.

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Über den Autor Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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