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Es gibt keine Euro-Krise

Ganz ehrlich, ich kann es nicht verstehen. Immer wieder ist in Zeitungsartikeln und TV-Berichten von Euro-Krise die Rede. Mir ist nicht klar, weshalb sich die europäische Einheitswährung in einer Krise befinden soll.

Ich halte das für eine Volksverdummung. Wir hatten bzw. haben teilweise noch eine Staatsschulden- und Vertrauenskrise. Doch die Währung ist nicht das Problem.

Warum kaufen die Schweizer im Ausland?

Wenn Sie sich ein Land anschauen wollen, das ein Währungsproblem hat, brauchen Sie nur in die Schweiz zu fahren. Auf dem Weg nach Südfrankreich mache ich häufig in Basel Halt. Ich kenne kaum einen Schweizer, der nicht über die deutsche Grenz fährt, um dort billig einzukaufen.

Der Schweizer Franken ist so teuer geworden, dass viele Touristen ausbleiben und bekannte Schweizer Exportschlager wie Ricola, Swatch, Omega und Lindt, immer unattraktiver werden. Die überraschende Entscheidung der Schweizer Notenbank, den Franken vom Euro zu entkoppeln, wird den Franken langfristig noch teurer machen.

Made in Germany – in Südafrika stark gefragt

Deutschland ist im Vergleich dazu in einer hervorragenden Situation. Durch den schwachen Euro werden deutsche Waren und Dienstleistungen im Ausland gegenüber der Konkurrenz immer preiswerter.

Das habe ich bei einer vierwöchigen Reise durch Südafrika erfahren: Deutsche Autos – vor allem VW und dann BMW – sind sowohl bei den weißen Südafrikanern als auch bei der kleinen, aber wachsenden schwarzen Mittelschicht so beliebt wie keine andere ausländische Automarke im PKW-Sektor. In Kapstadt sagen die Einheimischen, so hat man mir erzählt: „I am driving a German.“

+58% seit April mit deutschem Hightech-Wert

Der gute Ruf deutscher Waren und Dienstleistungen wird durch den Währungseffekt noch verstärkt. Hinzu kommt, dass sich jetzt auch in der Hightech-Branche der fallende Ölpreis positiv auswirkt.

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Über den Autor Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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