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Droht bald die nächste europäische Bankenkrise?

Zuletzt machten faule Kredite bei Italiens Banken Schlagzeilen. Die Aktienkurse vieler Geldhäuser, auch deutscher, brachen daraufhin stark ein.

Inzwischen hat sich die Lage oberflächlich wieder beruhigt, weil der Steuerzahler notfalls für die Verluste aufkommen soll. Eine große Kurserholung im Bankensektor ist dennoch ausgeblieben. Das sollte Sie stutzig machen.

Europäische Banken haben ein Gewinnproblem

Die jüngsten Quartalszahlen bei Deutsche Bank oder Commerzbank haben gezeigt: Die Branche hat ein Gewinn-Problem. Aus dem riskanten Investment-Banking hat man sich teilweise zurückgezogen.

In den letzten beiden Jahren war hier aufgrund der Aktienkursentwicklung ohnehin kaum noch etwas zu verdienen. Vor allem aber leidet die Profitabilität im Kreditgeschäft durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Zum einen müssen die Banken Strafzinsen an die EZB zahlen, wenn sie ihr Geld lieber bei dieser parken anstatt Kredite zu vergeben. Wenn Sie jedoch Kredite vergeben, machen Sie dabei nur selten ein gutes Geschäft.

In Zeiten einer Niedrigzinspolitik sind ihre eigenen Refinanzierungskosten im Vergleich zu den erzielten Einnahmen aus Kreditzinsen und Gebühren viel zu hoch. Das Kreditgeschäft ist unrentabel geworden.

Nach der Finanzkrise 2008 wurden die Eigenkapitalanforderungen für die Banken deutlich verschärft, damit keine Bank mehr so schnell in Schieflage geraten kann.

Das hat sich ausgezahlt: Viele Banken haben nunmehr ein ausreichend dickes Kapitalpolster, um Schieflagen abzufedern. Eine unrühmliche Ausnahme bilden hier „lediglich“ einige große italienische Banken.

Voraussetzung ist natürlich einen Zugriffsmöglichkeit auf dieses Kapitalpolster im Krisenfall. Aber auch das hat die neue EU-Bankenrichtlinie ermöglicht: Auch Besitzer von Bank-Aktien und –Anleihen werden spätestens seit Jahresbeginn (zumindest in der Theorie) zur Sanierung ihrer Bank EU-weit herangezogen.

Dass es damit in der Praxis (wie derzeit in Italien) hapert, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Aus einem Gewinnproblem wird bald ein Kapitalproblem

Wenn sich die Gewinnsituation der Banken jedoch nicht bald entschärft, diese weiter rote Zahlen schreiben, wird das mühsam aufgebaute Kapitalpolster schmelzen wie Schnee in der August-Sonne. Dann wird aus dem Gewinnproblem sehr schnell wieder ein Kapitalproblem. Und dann ist die nächste europäische Bankenkrise da.

Die seit einem Jahr deutlich steigenden Renditen/ fallenden Kurse von Bank-Anleihen sind ein deutliches Indiz dafür, dass die Kapitalbasis bei den Banken leidet. Offenbar bezweifelt der Markt zusehends, dass die Kapitalmittel vieler Banken ausreichen werden, um die Anleihen bei Fälligkeit noch bedienen zu können.

CDS sind ein hervorragender Krisen-Indikator

Ein noch besserer Krisen-Indikator sind die Kreditausfallversicherungsprämien CDS (Credit Default Swaps) von Banken. Diese notierten Ende Juli für europäische Banken zwischen 70 und 200 Basispunkten.

Grafik: Fallende Kurse & Kopf im Sand

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Je höher diese stehen, umso riskanter sieht der Markt die Kapitalbasis des Kredit-Institutes. An der Spitze (im negative Sinne) steht die Deutsche Bank mit über 200 Basispunkten.

Dieser Wert bedeutet: Wer hier 10 Mio. gegen einen Ausfall versichern will, muss dafür pro Jahr über 200.000 Euro ausgeben.

CDS fast schon wieder so hoch wie während der Finanzkrise

Im Vergleich zu den CDS während der Finanzkrise ist das ein ziemlich hoher Wert. Damals lagen die CDS im Bereich von 200 bis 600 Basispunkten. Während der Euro- und Staatsschuldenkrise der Jahre 2010 bis 2012 lagen diese teilweise noch höher.

Von den damaligen Höchstständen für deutsche Banken um die 300 Basispunkten ist die Deutsche Bank heute leider nicht mehr so weit entfernt. Trotzdem ist das Thema den Medien derzeit kaum eine Schlagzeile wert. Das mag daran liegen, dass die Entwicklung schleichend verläuft. Was sie nicht weniger gefährlich macht.

Das sollten Sie als Bank-Kunde und Anleger JETZT tun

Derzeit ist nicht abzusehen, woher künftige Gewinne im Bankensektor kommen sollen. Die Situation dürfte sich daher noch deutlich verschlimmern.

Gerade jetzt, wo Sie als Sparer für Schieflagen Ihrer Hausbank mithaften müssen, sollten Sie daher genau darauf achten, welchem Geldhaus Sie Ihre Geschäfte und Ihr Vermögen anvertrauen.

Darüber hinaus empfehle ich Ihnen den Erwerb von physischem Gold sowie von Aktien von Edelmetall-Minen. Der Edelmetall-Sektor wird der große Profiteur der neuen Bankenkrise werden.

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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