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Devisen Signale: Brexit-Alarm an den Finanzmärkten

Aktuell haben sich die Märkte verändert. Man konnte die Nervosität direkt spüren. Es liegen einfach zu viele Unsicherheitsfaktoren in der Luft. Auch hat sich, zumindest in den Wertpapiermärkten, der blinde Optimismus sehr stark relativiert.

Man könnte fast sagen, die Aktienmärkte sind aktuell sehr polarisiert. In den Devisenmärkten hat die Verunsicherung ebenfalls Einzug gehalten. Die kleinsten Gegebenheiten verursachen starke Kurssprünge. Nach diesen starken Bewegungen geht der Markt dann meist in eine Seitwärtsbewegung über. Aber was ist der Grund für diesen Wandel der Märkte in der jüngsten Zeit?

Wechsel des Sentiments ins Unberechenbare

Für Händler und Analysten gibt es zwei Aggregatszustände, indem sich ein Markt befinden kann. Ist der Markt technisch analysierbar, befinden wir uns in einem technischen bzw. rationalen Markt. In solchen Marktphasen kommen Indikatoren und alle technischen Hilfsmittel zur Geltung.

Aktuell befinden sich die Märkte aber im zweiten Aggregatzustand und werden von Unsicherheit, Befürchtungen, wenn nicht sogar von Angst geprägt. Die Menschen reagieren nicht mehr rational, sondern emotional. Sinkt ein Schiff, gibt es meist keine Ordnung mehr und Dinge sind auch nicht mehr berechenbar – auch oder gerade an der Börse.

Brexit vor der Tür

Gegenwärtig werden die letzten Stimmen ausgewertet. Die Mehrheit der Briten scheinen einen Austritt aus der EU zu wollen. Nach den jüngsten Umfragen war dies nicht gerade zu erwarten gewesen. Diese Entscheidung hat historischen Charakter und könnte vielleicht sogar Europa in Frage stellen.

Zurecht aus unserer Sicht, da Europa noch lange nicht soweit ist, eine Einheit zu bilden. Befürworter argumentieren mit der Kostenersparnis für Unternehmen und der dazu gewonnenen Stärke. Betrachtet man es aber über die letzten Jahre, dann ist genau das Gegenteil eingetroffen.

Die Staaten müssen Milliarden an Ausgleichzahlungen zahlen, wie im Fall Griechenland, Spanien… etc. Die Arbeitslosigkeit war in Europa noch nie so hoch und die europäischen Firmen werden sukzessive von amerikanischen und asiatischen Unternehmen aufgekauft.

Hinzu kommen die enormen Ausgleichszahlungen der von Deutschland an die ewigen Sorgenkinder Europas ohne nennenswerte Zukunft. Der Europa-Gedanke ist gut, die Umsetzung aber zu schlampig und zu wenig durchdacht.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Briten mit ihrem eigenen „Kopf“ wieder die Unabhängigkeit suchen. Die Brexit-Frage hat das Königreich gespalten. Sogar eine Politikerin musste ihr Leben lassen. Auch kann keiner die möglichen Folgen im Fall eines Brexits übersehen.

Eines ist aber klar. Im Falle, dass…., wäre Großbritannien wieder völlig unabhängig und bräuchte keine Endlosdebatten mehr über Einwanderung mit anderen zu führen. Das macht die politischen Fragen einfacher und Umsetzungen schneller.

Kleinere Einheiten waren schon immer stärker, noch dazu, wenn diese ein weltweites Finanzzentrum darstellen. Es ist daher absolut verständlich, dass die Briten Europa in Frage stellen.

Großbritannien nimmt auch von der EU

Aktuell herrscht die Meinung, dass Großbritannien nur an Brüssel zahlt. Dem ist bei weitem nicht so. Ca. 50% der englischen Landwirte sind ohne EU-Hilfsgelder nicht überlebensfähig. Dies ist nur ein Beispiel für den beiderseitigen Geldtransfer.

Würden die ganzen Subventionen entfallen, wird das empfindliche Steuererhöhungen auf der Insel nach sich ziehen. Aber gleich werden wir mehr wissen. Wie auch immer das Referendum ausfallen wird: Der Markt kann sich danach richten und er kann auch wieder in die Rationalität zurückkehren. Warten wir es ab.

Die erwartete Panik

Zunächst, aber dies ist bei einer derart wichtigen Entscheidung ganz normal, kommt ein wenig Panik auf. Das Krisenmetall Gold legt über 5% zu, der Euro verliert hingegen fast 4% – für Währungen ist das sehr viel – und der Aktienmarkt wird mit einer riesigen Abwärtslücken in den Handelstag gehen. Zur Minute verliert der DAX vorbörslich rund 7,5%.

Sie merken: Die Stürme an den Finanzmärkten werden stärker.

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Über den Autor Daniel Fehring

Daniel Fehring entdeckte schon in frühen Jahren seine große Leidenschaft für die Finanzwelt und hat das Traden als Börsenhändler von der Pieke auf gelernt.

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