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Börsen-Crash: Davor hat die Wall Street in Wirklichkeit Angst

An der Börse geht die Angst um. Die Angst vor einem Crash-Jahr. Die Wall Street sorgt sich um eine Krise wie 2008/09 – aber dieses Mal ausgelöst von den Öl- und Rohstoff-Konzernen und deren Schulden!

Die Entwicklungen in China sind wichtig. Aber wenn Sie die Börsenentwicklungen richtig verstehen wollen, müssen Sie auf den Öl-Sektor achten. Blicken wir kurz zurück. Die Finanzkrise startete mit einer Branche: Der Immobiliensparte im Finanzsektor.

Danach sprang die Krise wie ein Lauffeuer auf andere Sektoren über – zuerst von „Subprime“-Krediten auf „Prime“-Kredite und dann in andere Sparten innerhalb der Banken. Darauf folgten andere Finanzbereiche (Versicherer) und zum Schluss sogar die Industrie.

Nun fürchten Börsianer eine ähnliche Entwicklung – nur das im Zentrum dieses Mal die Öl-Industrie steht. Denn dort haben viele Öl-Unternehmen große Kredit-Verbindlichkeiten. Die Rede ist von 300 Mrd. USD. Wenn der Ölpreis aber immer weiter fällt, werden wir im Ölsektor in 2016 und 2017 eine Pleitewelle erleben.

Das würde dann Kreditausfälle nach sich ziehen und damit auf den Finanzsektor überspringen. Die Sorge der Börsianer an der Wall Street: Die Banken könnten dann in Panik geraten und die Krise springt wieder auf andere Bereiche über – z.B. dem US-Immobilienmarkt.

Dann hätten wir den gleichen Dominoeffekt wie 2008/09. Schauen Sie sich die Kursentwicklungen der US-Finanzwerte und der Ölwerte an und Sie werden unschwer erkennen, dass genau dies die Story ist, die an der Wall Street derzeit gespielt wird.

Öl: Was wirklich passiert

An der Wall Street sorgt man sich um eine neue Kredit-Krise – dieses Mal bei den angeschlagenen Öl-Konzernen. Was die Sorgen der Banker noch verstärkt: Angesichts der ultra-niedrigen Zinsen hat die US-Notenbank nun nicht mehr die gleichen Mittel wie 2008/09, um in einer eskalierenden Krise gegenzusteuern.

Das stimmt natürlich. Aber auf der anderen Seite sind die großen US-Banken heute wesentlich besser kapitalisiert als 2007/08. Wenn Sie sich zurück erinnern: Die Finanzkrise eskalierte damals, weil der Kreditmarkt im Interbanken-Handel völlig zusammenbrach.

Die Banken liehen sich untereinander kein Geld mehr, da niemand wusste, wie verschuldet die anderen Banken waren und ob man sein Geld jemals zurückbekäme. So eine Situation haben wir aktuell nicht. Aufgrund der Stresstests gibt es zuverlässige Informationen.

Die Situation damals war schlimmer, weil sie unkalkulierbar war. Totzdem: Im Öl-Sektor wird es in 2016 und 2017 übel werden. Da wird es zu einer Pleite-Welle kommen, wenn sich beim Ölpreis keine mittelfristige Trendwende entwickelt. Danach sieht es nicht aus.

Zudem setzt sich langsam das große Bild bei den Ölpreis-Entwicklungen zusammen. Und da zeigt sich, dass wir es hier mit einer großen, übergeordneten geopolitischen Entwicklung zu tun haben. Hier geht es gar nicht um ein paar Prozentpunkte Wirtschaftswachstum in China. Hier geht es um Größeres.

Nach meinen Informationen haben wir einen Ölkrieg – ausgelöst von Saudi Arabien. Saudi Arabien drückt gezielt den Ölpreis, um den Iran klein zu halten, die amerikanische Öl-Industrie langfristig nachhaltig zu schwächen und den Fracking-Sektor zu zerstören.

Hier sind hinter den Kulissen ganz andere Kräfte am Werk. Es geht nicht um 50 USD oder 70  USD pro Barrel, sondern um langfristige geostrategische Länder-Interessen von Saudi Arabien.

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Über den Autor Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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