MenüMenü

Bankenkrise: Einigung mit US-Justiz gescheitert

So schnell kann sich ein Gerücht wieder zerschlagen: Medienberichten zufolge hat Bankchef John Cryan bei Gesprächen mit dem US-Justizministerium keine Einigung bei den Strafzahlungen wegen der 2008er Immobilienkrise erreicht.

Damit bleibt es weiter bei den 14 Mrd. Dollar, die bisher verhängt worden waren. Eine Größenordnung, die weiter die Existenz der angeschlagenen Bank bedroht.

Die deutsche Industrie wird nervös. Nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen sollen Topmanager mehrerer DAX-Konzerne angeblich eine Beteiligung an einer möglichen Kapitalerhöhung prüfen, um eine Schieflage der Bank (und damit eine Gefährdung ihrer eigenen Vermögen) zu verhindern.

Sowohl die Führung der Deutschen Bank wie auch Spitzenvertreter der Bundesregierung seien über die Pläne informiert, hieß es. Eine Kapitalerhöhung ist momentan der einzige Weg für die Bank, sich frisches Kapital zu beschaffen. Wegen der vorhandenen Risiken und der Kapitalverwässerungseffekte hat diese jedoch unter normalen Umständen kaum Aussicht auf Erfolg.

Industrie und Bundesregierung werden nervös

In eine andere Richtung gingen zuletzt die Gespräche der Bundesregierung. Diese zielten auf eine Fusion mit einer anderen europäischen Großbank ab, wobei eine Fusion mit der Commerzbank als „Ideallösung“ ins Spiel gebracht wurde. Das wäre allerdings die dümmste aller möglichen Problemlösungen.

Eine Bank, die unter anderem durch ihre Größe in Schwierigkeiten geraten ist und eine ernste Systembedrohung darstellt, noch größer zu machen, zeugt nicht gerade von überschäumendem Sachverstand in den betreffenden Kreisen.

Auch die Tatsache, aufgrund der wirtschaftlichen Not der Bank bei der Strafverfolgung Milde an den Tag zu legen, setzt völlig falsche Signale. Zuletzt gab es Presseberichte, wonach die Deutsche Bank in der sogenannten Russland-Affäre mit Milde rechnen könne.

Formal laufen die Ermittlungen zwar noch, es zeichne sich aber ab, dass sich die Bafin die Auflagen auf ein besseres Risikomanagement beschränken werden.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

Regelmäßig Analysen über Finanzkrise erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Henrik Voigt. Über 344.000 Leser können nicht irren.