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Alarmstimmung – Zeitnahe Weltwirtschaftskrise in Sicht?

Rumms, die letzten Tagen waren wahrlich kein Zuckerschlecken für die Investoren an den Aktienmärkten. Es knirscht und wackelt an allen Fronten mehr als nur bedenklich.

Zinsen auf extremen Tiefständen

Allein der Blick auf die Lage am deutschen Rentenmarkt spricht Bände. Sicherlich, von normalem Marktgeschehen kann durch dies massiven Eingriffe der Euro-Notenbanker ja schon seit langem nicht mehr die Rede sein.  Neue Normalität ist eben, dass der deutsche Staat mit seiner Schuldenmacherei noch Geld verdient.

Die Umlaufrendite, die durchschnittliche Rendite aller im Umlauf befindlichen, inländischen festverzinslichen Wertpapiere (Anleihen) erster Bonität mit einer Restlaufzeit von 3 bis 30 Jahren, also vor allem deutscher Staatsanleihen, liegt nun schon seit Tagen im negativen Bereich.

Das hat es noch nie gegeben und ist historisch in der Tat einzigartig.

Bankrottreife Städte profitieren

Von diesem Wahnsinn profitiert aber nicht nur der Bund. Der Wahnsinn unserer Zeit kennt keine Grenzen. Selbst konkursreife Kommunen, die riesige Schuldenberge aufgetürmt haben, können sich aktuell mit Negativ-Zinsen refinanzieren. Wahnsinn pur eben.

Aktuell ist das Volumen der Kassenkredite der deutschen Kommunen auf 51 Milliarden Euro angewachsen. Als krasses Beispiel kann in dem Kontext auf die strukturschwache Stadt Essen verwiesen werden. Essen ist trauriger deutscher Kassenkreditmeister.

2,4 Milliarden Euro – das ist das gigantische Volumen an Kassenkrediten, welche die Stadt Essen als Schuldner zu schultern hat. Der Kämmerei der Stadt zufolge ist es so, dass von den 2,4 Milliarden Euro insgesamt schon 200 Millionen Euro negativ verzinst sind.

Anders formuliert, die Essener Schuldenmacher werden für das schlechte Wirtschaften, die Schuldenmacherei noch belohnt. Verkehrte Welt als neue Normalität.

Nicht alle profitieren

Ja, das ist schon extrem, welche Verzerrungen die Draghi-EZB anrichtet. Vorausschauende Beobachter mögen hier einwenden, dass auch dieser Spuk irgendwann mal ein Ende haben wird. Wehe, wehe, wenn wir auf das Ende sehen…

Wie auch immer, festzuhalten bleibt aber auch, dass vom Zinswahnsinn nicht alle wirklich profitieren und profitiert haben. Viele Mittelständler müssen oder mussten extrem hoch verzinste Anleihen begeben, um sich zu refinanzieren.

Und in dem Kontext waren Zinssätze von sieben Prozent und mehr keine Seltenheit. Aktuelles Negativ-Beispiel ist die Firma KTG Agrar SE, die auf ihren gigantischen Schuldenberg mehr als sieben Prozent Zinsen zahlen muss(te).

Das Unternehmen steht aktuell mit dem Rücken an der Wand und vermochte es vergangene Woche nicht, die Zinsen auf eine Anleihe fristgerecht zu zahlen.

Momentan bemühen sich die Verantwortlichen wohl, den Zusammenbruch des Unternehmens mit Hilfe diverser Investoren und Brücken- bzw. Zwischenfinanzierungen in letzter Sekunde noch abzuwenden. Sehr aufschlussreich war jedenfalls, dass es in einer Unternehmensinformation vom Sonntag, 12.6.2016, wie folgt wortwörtlich hieß:

„Es gibt Gespräche mit einer Gruppe von Investoren, welche eine Weltwirtschaftskrise zeitnah erwarten und auf Sachwerte setzen und vor diesem Hintergrund vor allem die Agrar- und Ernährungsbranche, als auch den Energiebereich in solch einem Szenario als Gewinner sehen – denn:

Gegessen wird immer.“

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