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Zinserhöhung US-Notenbank: Das müssen Sie wissen

Lange hat sie gezögert, bestenfalls Andeutungen gemacht, bis zum Jahresende könnten Zinserhöhungen erfolgen. Jetzt hat Janet Yellen Nägel mit Köpfen gemacht. Die Präsidentin der US-amerikanischen Notenbank kündigte in der vergangenen Woche eine Erhöhung des Leitzinses an, die für einige Bewegungen im Markt gut ist. Das sollten Sie in ihrem Trading berücksichtigen!

Zinserhöhung? Das heißt, die US-Wirtschaft ist im Aufwärtstrend!

Erstmals seit einem Jahr hob die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte an. Damit bewegt sich der Leitzins nun in einem Korridor zwischen 0,5 und 0,75%. Im nächsten Jahr sollen drei weitere Zinsschritte folgen, vorausgesetzt, dass die Konjunktur so stark bleibt wie bisher. Angepeilt wird ein Leitzins von 1,4% Ende 2017.

Zuallererst ist die angekündigte Anhebung des Leitzinses also ein Signal, dass die US-amerikanische Konjunktur aus Sicht der Fed sehr stabil ist. Die Ankündigung Janet Yellens, dass im nächsten Jahr drei weitere Zinsanhebungen erfolgen könnten, stützt diese Vermutung.

Maximalbeschäftigung und Inflation: US-amerikanische Wirtschaft steht seht gut da!

Die Zahlen geben der Fed-Präsidentin Recht. Denn das Ziel einer Teuerungsrate von 2%, von dem zum Beispiel die Eurozone weit entfernt ist, wurde in den USA bereits erreicht. Das liegt wohl auch an der äußerst guten Arbeitsmarktlage. Denn die Erwerbslosenquote von 4,6% ist denkbar niedrig.

„Wir haben deutliche Fortschritte hin zu unserem Ziel der Maximalbeschäftigung und einer Inflation von 2% gemacht“, so Fed-Chefin Janet Yellen. Sie erwartet den Leitzins Ende 2017 in etwa bei 1,4%, 2018 bei 2,1% und Ende 2019 geht sie von einem Leitzins von 2,9% aus.

Doch bis dahin wird noch viel Zeit vergehen. Die letzten Zinserhöhungen, die die Fed-Chefin verdeckt angekündigt hatte, wurden immer wieder verschoben, da die US-amerikanische Wirtschaftsleistung die Zinserhöhungen noch nicht hergaben.

Doch diesmal sind die Vorzeichen andere. Denn sehr vieles wird von der Wirtschaftspolitik des künftigen US-Präsidenten abhängen, dessen Amtszeit am 20.01.2017 startet.

Die Teuerungsrate zieht weiter an, das rechtfertigt steigende Zinsen

Da die Arbeitnehmer bei steigender Beschäftigung mehr Geld ausgeben können, wird die Inflation weiter angeheizt und das macht eine leichte Teuerungsbremse durch die Leitzinsanhebung sinnvoll.

Das angekündigte Konjunkturprogramm Donald Trumps wird zu einer weiteren Inflation führen. Trump will Arbeitsplätze für „Millionen von Menschen“ schaffen, die mit ihren Einkünften die Nachfrage steigern und die Inflation noch weiter anheizen werden.

Euro so billig wie vor vierzehn Jahren – traden Sie den Wechselkurs!

Die steigenden Zinsen in den USA machen Anlagen in US-Dollar attraktiver. Es fließt vermehrt Kapital aus dem Euroraum, wo es Null- oder gar Negativzinsen gibt, in den US-Dollar-Raum. Dabei wertet der Euro ab, der US-Dollar auf.

Die Anhebung des Leitzinses wird daher für Anleger aus dem Euroraum großen Einfluss haben, sofern diese in US-Dollar notierte Anlagen investieren. Hier bestehen sehr große Chancen für Ihr Trading, denn bei einer weiteren Abwertung des Euro ergeben sich hier für Sie Extra-Gewinne, selbst wenn die Kurse z.B. der US-Aktien nicht weiter steigen sollten.

Ebenso lässt sich der EUR/USD-Wechselkurs traden. Denn bei absehbar weiter steigenden Zinsen wird auch der US-Dollar die nächsten Wochen weiter anziehen, während der Euro gleichzeitig abwertet.

Wachstumstrend bei Exporten aus dem Euroraum: Das hilft auch Euro-Aktien!

Für die exportorientierte Wirtschaft ist die Zinsanhebung ein sehr gutes Zeichen. Wertet der Euro ab, werden europäische Güter am US-amerikanischen Markt günstiger, was zu größeren Absatzzahlen der Produkte führen kann. Hier sind Kursgewinne bei exportstarken Euro-Aktien sehr wahrscheinlich.

Ebenso wird die US-amerikanische Industrie, die auf Rohstoffimporte angewiesen ist, von dem starken US-Dollar profitieren, da damit für sie die ausländischen Rohstoffe günstiger werden. Die exportorientierte Industrie wie z.B. der Chiphersteller Intel wird aus demselben Grund unter dem starken US-Dollar allerdings leiden.

Doch der designierte US-Präsident Donald Trump plant bereits, Strafzölle auf Importe zu erheben. Sollte er damit tatsächlich durchkommen, dürften europäische Waren in den USA eher weniger nachgefragt werden. Bis Donald Trump seine Ankündigung in die Tat umsetzen kann, werden allerdings mindestens Monate, wenn nicht Jahre, vergehen.

Die EZB wird nachziehen – auch das können Sie traden!

Langfristig wird die Europäische Zentralbank (EZB) an ihrer Niedrigzinspolitik nicht festhalten können.

Die Niedrigzins-Politik im Euroraum bei gleichzeitig restriktiver Zinspolitik in den USA führt zu einem massiven Kapitalabfluss und zu einem andauernden Wertverfall des Euro, der schon heute unterbewertet ist.

Eine solche Entwicklung kann nicht nur das Vertrauen der Bürger in den Euro noch weiter unterminieren, sondern auch den Unmut von Handelspartnern heraufbeschwören. Schließlich stellt eine künstlich herbeigeführte Unterbewertung eine Wettbewerbsverzerrung dar.

Wenn also die EZB nach 2017 nachzieht, empfiehlt es sich, im US-Dollar notierte Basiswerte mit Quanto-Zertifikaten zu traden. Bei einem Quanto-Zertifikat wird die Fremdwährung, also der US-Dollar, eins zu eins in den Kurs des Euro umgewandelt und Wechselkurs-Effekte damit neutralisiert.

Die Niedrigzinspolitik der EZB ist gescheitert!

Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat ihr Ziel bisher verfehlt. Die anvisierte Teuerungsrate wurde nur bei Aktien und Immobilien erreicht, während die Preise anderer Güter kaum angezogen sind. Ebenso ist die Arbeitslosenquote besonders in Südeuropa weiterhin sehr hoch und das Wachstum niedrig.

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Über den Autor Thomas Kallwass

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