MenüMenü

Wohin geht der Euro?

Es ist immer wieder erstaunlich, auch wenn wir schon oft darüber geschrieben haben.

Die Wirtschaft in den USA nimmt an Fahrt auf. Dies haben die letzten Arbeitsmarktdaten bestätigt. In Japan hingegen bricht die Wirtschaft mehr und mehr ein.

Das Paradoxe: Der USD (US-Dollar) verliert und der JPY (Japanische Yen) gewinnt an Wert. Es scheint, dass die Welt momentan auf den Kopf gestellt ist.

Aktuell fragen wir uns vor allem, wohin der Euro seine nächste Reise antritt und vor allem gegen welche Währung. Wir sind zwar kurzfristig orientiert, aber auch das kurzfristige Marktgeschehen befindet sich in einer übergeordneten Strömung. Daher ist es immer wichtig, auch das allgemeine Geschehen zu betrachten.

Euro trotzt allen Schwierigkeiten

In Europa haben wir an 28 Fronten zu kämpfen. Jedes Mitglied verfolgt auch immer seine eigenen Interessen, das ist auch absolut verständlich. Jedes Land versucht seine „Souveränität“ zu erhalten, obwohl Verträge für den Zentralismus in Brüssel unterschrieben wurden. Man bekommt fast das Gefühl, dass es ein Tauziehen ist: Der eine will in die eine Richtung, der andere in die entgegengesetzte.

Das ist sicherlich demokratisch und grundsätzlich in Ordnung. Das einzige was nicht gut ist, ist die zentrale Steuerung. Zentralismus war noch nie erfolgreich. Frankreich ist dafür sicherlich das beste Beispiel.

Jedes Land und jede Region ist anders und hat daher seinen speziellen Anforderungen. Dies kann in einem Zentralismus nicht ausreichend berücksichtigt werden. Das ist ein kapitaler Fehler. Die Zusammenlegung der europäischen Staaten sollte Geld sparen. Das Gegenteil ist bis dato eingetreten.

Der Euro ist aktuell einfach zu stark bewertet

Europa ist aktuell stark belastet. Hohe Schulden in Griechenland, Italien steht kurz vor dem Konkurs, in Spanien zeichnet sich noch keine Besserung ab, Frankreich hat die schlechtesten Arbeitsmarktdaten seit langem und in Deutschland wankt die Kanzlerin aufgrund der Flüchtlingspolitik. Von den anderen Ländern wollen wir gar nicht sprechen.

Zieht man vor diesem Hintergrund ein Fazit, dann muss man feststellen, dass der Euro zu stark bewertet ist. Dies scheint die Unlogik der Märkte zu sein. Der Yen z.B. ist sein Papier nicht mehr wert.

Nicht umsonst wird der JPY auf nur zwei Kommastellen gehandelt. Dennoch gewinnt er gegenüber dem Euro an Wert. Im Gegensatz dazu verliert der US-Dollar. Das ist zusammengefasst einfach unlogisch. Das ist eine bloße Feststellung, ohne eine Bewertung machen zu wollen. Es zeigt, dass die klassische volkswirtschaftliche Lehre sich mit der Null-Zins-Politik aufgelöst hat.

Alte Muster vergessen

Wir müssen daher umdenken. Das Altbekannte wurde längst auf den Kopf gestellt. Schlechte Wirtschaftsdaten sind gut, weil dann die Zinsen niedrig sind und die Aktienmärkte steigen können. Die Aktien können nur steigen, wenn es keine Alternative in der Geldanlage gibt.

Werden Aktien gekauft, um unsere Altersversorgung zu retten, müssen auch teilweise Euros gekauft werden. Schließlich fließt das ausländische Geld auch in unsere Aktien. Hier schließt sich jetzt wieder der Kreis. Ausländische Investoren sind sich absolut darüber bewusst, dass weiterhin die Niedrigzinspolitik fortgeführt wird und daher auch der Euro dadurch gestützt wird.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Daniel Fehring

Daniel Fehring entdeckte schon in frühen Jahren seine große Leidenschaft für die Finanzwelt und hat das Traden als Börsenhändler von der Pieke auf gelernt.

Regelmäßig Analysen über Devisen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Daniel Fehring. Über 344.000 Leser können nicht irren.