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US-Dollar: Auftakt zu einem neuen Kurssturz?

Die gestern veröffentlichten Daten des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing Inc (ADP) zeigen, dass sich der US-Arbeitsmarkt weiterhin hervorragend entwickelt.

Demnach sind in der US-Privatwirtschaft im Dezember 250.000 neue Stellen geschaffen worden, während Volkswirte im Schnitt nur mit einem Aufbau von 195.000 Stellen gerechnet hatten. Die Zahl der neuen Stellen im Vormonat wurde leicht um 5.000 auf 185.000 nach unten revidiert.

Rückenwind für heutige US-Arbeitsmarktdaten wahrscheinlich

Diese Daten liefern gute Voraussetzungen für die heutigen, regierungsoffiziellen US-Arbeitsmarktdaten, die den Staatssektor miteinschließen. Sollten auch diese Daten wieder fest ausfallen, hat die US-Notenbank neue Munition für weitere Zinsschritte in diesem Jahr.

Weitere Munition erhält sie von der von US-Präsident Donald Trump angestoßenen Steuerreform.

Das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) im Dezember zeigt, dass die FED einen Anstieg sowohl der privaten Konsumausgaben der Verbraucher als auch der Investitionen der Unternehmen durch die Steuererleichterungen sehen.

Warum wird der Dollar immer weiter gedrückt?

Wenn Arbeitsmarkt und Wirtschaft wachsen, dürfte die Inflation nicht weit sein. Weitere Zinserhöhungen in den USA sind daher ausgemachte Sache. Bisher ging der Markt von drei Zinsschritten im Jahr 2018 aus. Doch das FOMC-Protokoll zeigt, dass einige Notenbankmitglieder sogar ein noch höheres Tempo vorlegen wollen.

Eigentlich müsste diese überraschend „hawkishe“ Haltung den US-Dollar beflügeln. Doch bisher ist von einer Dollarstärke nichts zu sehen. Im Gegenteil: Dieser setze seine Anfang November 2017 wieder aufgenommene Talfahrt erneut fort.

Die vor rund einem Jahr begonnene Talfahrt hat sich offenbar verselbständigt. Wird nun auch noch die 91er Marke gerissen, dann könnte der Dollar sogar regelrecht abstürzen.

Diese Märkte profitieren von einer weiteren Dollarschwäche besonders

Ein schwacher Dollar würde weiterhin den US-Aktienmarkt, und hier vor allem dir großen Exportunternehmen, stützen. Noch stärker würden die Emerging Markets profitieren. Auch Gold könnte seinen zunächst noch schwachen Anstieg ausbauen.

Bei deutschen Aktien bin ich mir da nicht so sicher. Während deutsche Aktien aus der zweiten Reihe von den starken US-Vorgaben profitieren, könnte eine weitere Dollarschwäche/ Eurostärke den großen DAX-Unternehmen bald wieder zusetzen. So, wie wir das über weite Strecken im vergangenen Jahr gesehen haben.

US-Dollar: Auftakt zu einem neuen Kurssturz?

http://stockcharts.com/c-sc/sc?s=%24USD&p=D&yr=1&mn=0&dy=0&i=t65184031019&r=1515139330868

Für stattliche Gewinne im laufenden Jahr dürfte es daher enorm wichtig sein, dass Sie sich immer in den „richtigen“ Märkten bewegen. In 2017 stieg noch (fast) alles. In 2018 wird der Markt deutlich wählerischer sein.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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