MenüMenü

Trading-Chancen nach dem Brexit-Referendum

Damit hatten dann doch nicht viele gerechnet: Die Briten haben sich vergangene Woche Donnerstag in einem Referendum tatsächlich für den Brexit, einen Austritt ihres Landes aus der EU, entschieden. Die Märkte sind seitdem in heller Aufruhr und niemand weiß so genau, was jetzt wann genau wie passieren soll.

Doch wo Unsicherheit ist, da ist auch Bewegung in den Märkten, und wo Bewegung ist, gibt es Gewinn-Chancen für Sie. Davon stelle ich Ihnen heute drei vor. In aller Kürze: Gehen Sie im DAX und im Pfund short.

Die Entscheidung für den Brexit schockt die Märkte

Es passiert selten, dass die Märkte so komplett daneben liegen, wie sie es zum Ende der vergangenen Woche und im Vorfeld des Brexit-Referendums taten. Noch am Tag des Referendums stieg der DAX auf ein neues Monatshoch bei 10.341 Punkten und machte damit vom Tagestief bei 10.105 Punkten  2,3% gut.

Der DAX schloss den Handel am Donnerstag bei 10.257 Punkten und damit so hoch wie schon seit dem 7.6. nicht mehr.

Doch dann kamen die ersten Wahlergebnisse an den Märkten an. Freitagmorgen eröffnete der DAX den Handel prompt rund 1.000 tiefer bei 9.238 Punkten. Über Nacht verlor der DAX also rund 10% an Wert und legte damit das größte Abwärts-Gap in der jüngeren Geschichte des deutschen Leitindex aufs Börsenparkett.

Im Tagesverlauf stieg der DAX zwar dann noch auf ein Hoch bei 9.720 Punkten und schloss immerhin bei 9.557 Punkten, aber der Kursverlauf am heutigen Montag deutet bereits darauf hin, dass es mit den hohen Kursständen der letzten paar Wochen nun erst einmal vorbei sein dürfte.

DAX: Abwärts-Gap von 1.000 Punkten, trotzdem jetzt short einsteigen

In den nächsten Tagen wird es für die DAX-Bullen in erster Linie darauf ankommen, die große Unterstützung bei 9.500 Punkten zurückzuerobern, denn hier liegen die wichtigen Zwischentiefs seit Anfang März. Erst wenn es der DAX schafft, nachhaltig und am besten auf Wochenschlussbasis oberhalb der 9.500er-Marke zu schließen, ist eine Kurserholung in Sicht.

Gelingt dies nicht, dann sind weitere Kursverluste sehr wahrscheinlich.  Dass es den Bullen in den kommenden Tagen gelingen könnte, das Gap zu schließen, ist unwahrscheinlich.

Als Zwischenziel für die Bären gilt dabei kurzfristig das Tief vom Freitag bei knapp über 9.200 Punkten. Vom aktuellen Kurslevel bei 9.375 Punkten ergibt sich somit für Short-Trades ein ungehebeltes Gewinnpotential von knapp 2%.

Bestätigt sich die Abwärtstendenz der letzten zwei Handelstage und wird zum Abwärtstrend, dann ist die runde 9.000er-Marke ein wichtiges Ziel für die Bären, gefolgt vom aktuellen Jahrestief bei 8.699 Punkten aus dem Februar. Aber auch die alten Allzeithochs bei rund 8.100 Punkten stellen ein attraktives Korrekturziel dar.

EUR/GBP: Plus von 10% – doch hier gibt es noch Potential

Das britische Pfund gehört ebenfalls zu den großen Verlierern der britischen Absage an die EU. Die Verluste, die das Pfund gegenüber Euro und US-Dollar innerhalb von nur eineinhalb Handelstagen einstecken musste, sind schon jetzt historisch.

Kostete ein Euro am Donnerstag noch rund 0,76GBP, ist derselbe Euro heute schon mehr als 0,83GBP wert und ist damit um knapp 10% gestiegen. Im Hoch stieg der Euro heute im Tagesverlauf auf 0,8352GBP und damit auf den höchsten Stand seit März 2014.

Mit diesem Hoch ist nicht nur der Aufwärtstrend auf Tagesbasis bestätigt, sondern auch der übergeordnete Abwärtstrend auf Wochen- und Monatsbasis gebrochen.

270616_eurgbp

Dieser Abwärtstrend im EUR/GBP dauerte mehr als sieben Jahre und ist nun null und nichtig. Rein charttechnisch ist nun in den nächsten Tagen erst einmal mit einer Gegenbewegung zu rechnen, bevor der Kurs wieder in den Aufwärtstrend dreht. Dann liegen die nächsten Kursziele für den EUR/GBP bei den 2013-Hochs von 0,86GBP beziehungsweise 0,88GBP.

GBP/USD: so tief wie schon seit 1985 nicht mehr

Im Cable, also im Währungspaar GBP/USD, fallen die Verluste für das Pfund sogar noch dramatischer aus. Das liegt in erster Linie daran, dass der US-Dollar traditionell als „sicherer Hafen in unsicheren Zeiten“ angesehen wird, und dass sich Anleger und Investoren, sobald auf der Welt etwas passiert, in den Dollar flüchten.

Hinzu kommt, dass die US-amerikanische Notenbank Fed momentan eine straffere Geldpolitik fährt als die europäische Zentralbank EZB, und dass dadurch der US-Dollar im Vergleich zum Pfund eh schon einen höheren Außenwert hat als der Euro dem Pfund gegenüber.

270616_gbpusd

Die Verluste im GBP/USD seit Handelsschluss am vergangenen Donnerstag belaufen sich aktuell auf rund 13%, Tendenz steigend. Dabei fiel der Kurs von rund 1,50GBP am Donnerstag auf 1,3153GBP heute. So tief stand das Cable zuletzt im Jahr 1985 und damit vor 31 Jahren.

Tendenz: weiter fallend

Seit Freitag hat das Cable alle wichtigen Unterstützungen gerissen, die es seit der Finanzkrise etabliert hat. Die Kursmarke bei 1,45USD diente 2010 und 2015 noch als Widerstand und war in den letzten Wochen vor dem Referendum heiß umkämpft.

Dem Abwärtssog seit Freitag hielt sie dann aber nicht mehr stand. Auch die 1,40USD-Marke, die noch im April und Mitte Juni als Unterstützung fungierte, war kein Hindernis für die Bären, und dann fiel sogar noch die 1,35USD-Marke, die auf dem Höhepunkt der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Januar 2009 als Unterstützung für das Pfund fungierte.

Schließt das Cable heute unterhalb der 1,35USD, dann ist das ein klares Zeichen für weitere Kursverluste.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

Regelmäßig Analysen über Devisen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Thomas Kallwass. Über 344.000 Leser können nicht irren.