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Staatsanleihenprogramm der EZB verlängert – droht eine neue Finanzkrise?

Mario Draghis Ankündigung, das Konjunkturprogramm der EZB fortzusetzen, hat viele Ökonomen überrascht. Allgemein herrschte die Meinung vor, das Programm werde nur um ein halbes Jahr und nicht um die angekündigten weiteren neun Monate verlängert. Wie wirken sich Mario Draghis Ankündigungen auf die Wirtschaft aus?

Die EZB-Billionen – eine einzigartige Investition in den Euro!

Die Investition, die die Europäische Zentralbank (EZB) ab dem Mai 2010 begann, war unerhört. Ein derart starker Eingriff in die Wirtschaft war in Europa lange ein Tabu gewesen. Die EZB begann damit, staatliche und vereinzelt auch private Anleihen zu kaufen.

Doch waren die Käufe anfangs noch steril, sie waren also so ausgelegt, dass dadurch die Geldmenge nicht erhöht wurde. Denn die EZB bot den Banken im gleichen Zuge an, hunderte Milliarden Euro auf EZB Konten verzinst zu lagern. Auf der einen Seite gab die EZB also Geld für Anleihen aus, um es auf der anderen Seite in Form von Bankguthaben wieder vom Markt aufzusaugen.

Das begann sich ab März 2015 zu ändern. Draghi begann mit einem beispiellosen Gelddruckprogramm. Die EZB kaufte Anleihen im Umfang von mehr als 1.100 Milliarden Euro und senkte den Zins für Guthaben gleichzeitig unter Null.

Banken sollten also fortan kein Geld mehr bei der EZB lagern. Die EZB hoffte, dass das billige Geld auf dem Markt zu mehr Investitionen führt, die die Inflation ankurbelten. 2% pro Jahr sind das Ziel, das seit geraumer Zeit verfehlt wird.

Draghis Ziele komplett verfehlt! Inflation gibt‘s nur bei Aktien und Immobilien!

Unter ihrem Chef Mario Draghi formulierte die EZB ihre Ziele sehr klar: Auf mindestens 2 % sollte die Verbraucherpreis-Inflation im Zuge der Maßnahmen steigen. Erst dann sollten die Maßnahmen zurückgefahren werden.

Doch seither verfehlte die EZB ihre Ziele auf ganzer Linie. Zwar stieg die Inflation in der Eurozone von 2014 bis 2016 leicht an, von -0,6 auf 0,60%, doch ist die Teuerung weit von den selbst gesteckten Zielen entfernt. Und auch jetzt, nachdem die Billonen investiert wurden, liegt die Inflation im Land der höchsten Teuerungsrate nur bei 1,9% – in Belgien.

In Deutschland dümpelt die Inflation mit 0,8% vor sich hin und in Griechenland  liegen wir bei -0,9% noch immer weit in der Deflation. Weit entfernt von anvisierten 2% oder den 2,1%, die beispielsweise die US-amerikanische Wirtschaft momentan als Teuerungsrate aufweist. Die EZB verfehlt damit das eigene Inflationsziel seit dem Frühjahr 2013.!

540 Milliarden Euro – Draghi druckt noch einmal frisches Geld für Sie!

Der EZB blieb nichts anderes übrig, als das Anleihen-Kaufprogramm weiter zu verlängern. Neun Monate hat der Chef der Zentralbank dafür anvisiert, in der Summe kommen so 540 Milliarden Euro zusätzlich zusammen und die gesamte investierte Summe erhöht sich auf mehr als 1.600 Milliarden Euro.

Dennoch überrascht das angekündigte Programm: denn die EZB kauft ab April 2017 nur noch Anleihen in der Höhe von 60 Milliarden Euro pro Monat, anstatt der bisherigen 80 Milliarden. Warum diese Reduktion, wenn das Programm gleichzeitig verlängert wird?

Dahinter dürften zwei Gründe stecken. Erstens bekommt die EZB gar nicht mehr genügend Anleihen. Oder anders gesagt: Die Renditen der meisten Anleihen guter Bonität liegen schon bei 0% oder weniger Rendite. Eine weitere Absenkung wäre zwar möglich, hat aber an anderer Stelle wieder negative Folgen wie z.B. bei der Stabilität des Bankensystems.

Und zweitens sendet die Reduktion auf 60 Milliarden pro Monat natürlich das Signal aus, dass die Ankäufe nicht ewig fortgeführt werden. Es ist somit der Beginn vom Gedanken an einen Ausstieg aus dem Programm.

Gleichzeitig kann die EZB diesen Gedanken sofort wieder verwerfen, sollten sich die ökonomischen Rahmenbedingungen in Europa verschlechtern. Schließlich wurde nichts definitiv angekündigt.

Droht der neue Crash durch eine Nivellierung von Bonitätsunterschieden?

Mit den immer neuen Geldspritzen baut Mario Draghi einen neuen Crash auf, der unvermeidbar werden dürfte. Denn die Anleihen-Käufe haben einen entscheidenden Einfluss auf die Rendite der Anleihen.

Die EZB hat zunehmend Schwierigkeiten gute Anleihen zu erwerben und steigt auf Bonds niederer Bonität um. So werden inzwischen auch Unternehmensanleihen gekauft, deren Rendite auch schon teils unter 0% liegt.

Damit fehlt den meisten Anleihen ein sicheres Signal: die Rendite, die sie bieten ist immer auch ein Zeichen, wie risikoreich das Unternehmen ist. Je niedriger die Bonität, desto höher muss der Zins sein, um noch Investoren anzulocken.

Da jetzt Anleihen im großen Stil erworben werden, fressen sich die sinkenden Zinsen durch das gesamte Anleihe-Portfolio. Auch Unternehmen mit geringer Bonität zahlen jetzt nur niedrige Zinsen. Der Risiko-Indikator Zins verschwimmt oder verschwindet ganz.

Zudem bewahrt die EZB mit den niedrigen Zinsen Unternehmen vor der Pleite. Schließlich macht es einen Unterschied, ob ein Unternehmen am Rande der Insolvenz 2% oder 8% Zinsen zahlen muss.

Doch der niedrige Zins ist nur eine temporäre Überlebenshilfe. Statt in wirtschaftlich guten Zeiten nacheinander Pleite zu gehen, wird es beim kleinsten Anzeichen einer Konjunktureintrübung alle kritischen, nur von der EZB am Überleben gehaltenen Unternehmen gleichzeitig treffen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann dieses Szenario über uns hereinbricht!

Entwickelt sich eine neue Blase? Natürlich!

Da Anleihen kaum noch Rendite abwerfen und das Geld billig ist, investieren Anleger immer stärker in Alternativen, wie Aktien, Rohstoffe oder Immobilien, die oft längst überteuert sind.

Daraus entwickelt sich eine neue Blase, die platzen wird, wenn die EZB den Geldhahn zudreht. Denn die Milliarden, die die EZB ankündigt, sind schon jetzt an den Märkten eingepreist. Schon die Ankündigung, dass das Geld der EZB ausbleiben könnte, würde zu einem massiven Kursverlust an den Börsen führen.

Wie können Sie die News traden? Gold und Aktien sind eine gute Idee!

Da es sich beim EZB-Programm um eine relativ langfristige Politik handelt, hat sie fürs Erste keinen Einfluss auf ihr Trading. Im Gegenteil: Durch die Ankündigungen erlebt der DAX momentan fast täglich neue Jahreshochs. Wenn Sie beim DAX weiterhin mittelfristig long gehen, sind wahrscheinlich gute Gewinne drin.

Neben einem DAX- scheint ein Gold-Trading besonders geeignet zu sein. Der Goldpreis ist seit dem anhaltenden Run auf die Aktien derzeit relativ niedrig und stellt besonders auch als Langzeitinvestment eine sehr gute Alternative dar. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Inflation das erklärte Ziel der EZB ist.

 


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