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So funktioniert der Devisenhandel: Kaufkraftparität

Wie funktioniert der Devisenhandel? Wie können Sie als privater Trader profitieren? Heute: Wie Sie die Kaufkraftparität für mittel- bis langfristige Handelsstrategien nutzen.

Zuletzt ging es um Saisonalität und wie Sie Saisonalität nutzen können, um bereits zum Jahresbeginn zu wissen, welche Trading-Chancen das Jahr für Sie bereithält.

Wenn Sie nach saisonalen Mustern handeln, nutzen Sie einen Handelsansatz, der auf mittel- bis langfristige Entwicklungen baut. Solche Handelsansätze sollten Sie unbedingt kennen und im Auge behalten, selbst wenn Sie als Daytrader vor allem in kurzfristigen Intervallen an der Forex unterwegs sind.

Achten Sie auf die großen Trendbewegungen

Denn was in den kleinen Intervallen, also auf Minuten- oder Stundenbasis, wie ein astreiner Trend aussieht, kann sich mit Blick auf die großen Intervalle als Gegenbewegung zu einem übergeordneten Trend in die entgegengesetzte Richtung herausstellen.

Und während die untergeordneten Kursbewegungen häufig von aktuellen Nachrichten beeinflusst werden, die Sie als guter Trader immer im Blick haben sollten, haben die großen Trendbewegungen auf Wochen- beziehungsweise Monatsbasis herzlich wenig mit tagespolitischen Ereignissen zu tun.

Neben der Saisonalität gibt es auch noch andere Indikatoren, die Sie für Ihre mittel- bis langfristige Handelsstrategie am Devisenmarkt kennen sollten. Eine davon ist die Kaufkraftparität eines Währungspaares.

Der Unterschied zwischen Parität und Kaufkraftparität

Von der Parität in einem Währungspaar war in letzter Zeit immer wieder mal die Rede, nämlich dann, wenn Vermutungen darüber angestellt wurden, ob der Euro bald die Parität zum US-Dollar erreicht, sprich ob ein Euro bald einen US-Dollar wert sein wird.

Diese Parität entspricht also einem Kurs von 1:1. Ohne den passenden Kontext sagt diese Parität allerdings nichts über die relative Stärke der einen Währung zur anderen aus. Mit Kontext wissen wir, dass ein Kurs von 1USD für den Euro historisch niedrig und der Euro damit gegenüber dem US-Dollar extrem unterbewertet wäre. Allein aus dem Kurs geht das allerdings nicht hervor.

Bei der Kaufkraftparität ist das anders. Denn die Kaufkraftparität, im Englischen als Purchasing Power Parity bezeichnet und PPP abgekürzt, ist ein theoretisches Modell, das die unterschiedliche Kaufkraft zweier Währungen vergleichbar machen soll.

Kaufkraftparität liegt dann vor, wenn Sie mit zwei unterschiedlichen Währungen denselben Warenkorb kaufen können. Denn dann haben beide Währungen dieselbe Kaufkraft.

Kaufkraftparität: Der „faire“ Wechselkurs

Wenn Sie also ein Auto kaufen möchten, das in Deutschland 20.000 Euro kostet und in den USA 22.000 US-Dollar, dann herrscht bei einem Wechselkurs von 1,1USD Kaufkraftparität. Denn dann bezahlen Sie umgerechnet die gleiche Menge Geld in Euro und US-Dollar für die gleiche Ware.

Schließlich sind Ihre 20.000 Euro bei einem Wechselkurs von 1,1 genau die 22.000 US-Dollar wert, die das Auto in den USA kostet.

Liegt der Wechselkurs im EUR/USD allerdings bei beispielsweise 1,4USD, dann sind Ihre 20.000 Euro 28.000US-Dollar wert. Das Auto kostet in den USA aber weiterhin nur 22.000USD. Kaufen Sie das Auto also in den USA, müssen Sie umgerechnet nur 15.700 Euro bezahlen und nicht 20.000.

Im zweiten Beispiel ist der Euro folglich gegenüber dem US-Dollar überbewertet, da die Kaufkraft Ihres Geldes in den USA höher ist als in Deutschland. Anders gesagt: Sie bekämen für Ihr Geld in den USA mehr Waren als im Heimatland. Im ersten Beispiel hingegen herrscht Kaufkraftparität, da Sie mit Ihren 20.000 Euro in Deutschland genauso viel kaufen wie in den USA.

So nutzen Sie die Kaufkraftparität als Handelsstrategie

Natürlich ist die Kaufkraftparität in der Praxis nicht ganz so einfach zu ermitteln. Schließlich geht es dabei nicht nur um ein Auto, sondern um unzählige Produkte und Dienstleistungen, die in die Berechnung eines fairen Wechselkurses eingehen. Doch das Prinzip der Kaufkraftparität ist immer das gleiche.

Und dieses Prinzip können Sie für Ihre langfristige Handelsstrategie am Devisenmarkt nutzen. Denn langfristig strebt der Kurs eines Währungspaares grundsätzlich in Richtung Kaufkraftparität.

Und damit wird die Kaufkraftparität zu einem wichtigen Indikator für Ihre langfristige Handelsstrategie an der Forex. Denn oftmals sind Wechselkurse deutlich entfernt von ihrer Kaufkraftparität.

Gehen wir aber davon aus, dass sich der Kurs eines Währungspaares über kurz oder lang in Richtung Kaufkraftparität bewegt, gibt der Abstand zwischen aktuellem Kurslevel und Kaufkraftparität die langfristige Kursentwicklung vor und bietet somit gute Tradingchancen.

Genau wie die Saisonalität ist auch die Kaufkraftparität kein Garant für Tradingerfolge. Währungen können über Jahre im Vergleich zu anderen Währungen über- oder unterbewertet sein, ohne dass sich daran merklich etwas ändert. Aber der Druck hin zu einem fairen Wechselkurs ist stark und kann Sie über kurz oder lang zu beachtlichen Erfolgen an der Forex führen.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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