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So funktioniert der Devisenhandel

Letzte Woche ging es an dieser Stelle um Brief- und Geldkurs, um spreads und pips. Diese Begriffe sollten Sie im Schlaf beherrschen, wenn Sie mit Devisen handeln möchten.

Der Briefkurs, im Englischen „ask price“, bezeichnet den Preis, zu dem Verkäufer bereit sind, einen bestimmten Basiswert, in unserem Fall also ein bestimmtes Währungspaar, zu verkaufen.

Wenn Sie beispielsweise im EUR/USD long gehen wollen, also wenn Sie Euro kaufen und US-Dollar verkaufen wollen, dann sind Sie auf Käuferseite und der Briefkurs ist der für Sie relevante Kurs.

Der Geldkurs, im Englischen der „bid price“, ist das Gegenstück zum Briefkurs und bezeichnet den Preis, zu dem Verkäufer bereit sind, einen bestimmten Basiswert zu verkaufen. Der Geldkurs ist beim Devisenhandel dann für Sie relevant, wenn Sie short gehen, also verkaufen wollen.

Der Geldkurs liegt immer unter dem Briefkurs und die Differenz zwischen Brief- und Geldkurs wird als spread bezeichnet. An der Forex wird dieser spread üblicherweise in pips beziffert, also in Zehntausendstelschritten. Bei einer Differenz zwischen Brief- und Geldkurs von 0,0002 haben wir also einen spread von zwei pips.

Chancen und Risiken des Devisenhandels

Mit diesen Grundlagen ausgerüstet, können wir diese Woche tiefer einsteigen in die Chancen und Risiken, die den Devisenhandel ausmachen. Wie bereits zu Beginn dieser Serie erwähnt, ist der Devisenmarkt der mit Abstand größte und liquideste Kapitalmarkt überhaupt.

Dadurch ist es Tradern möglich, mit relativ geringen Mengen an Eigenkapital große Geldmengen am Kapitalmarkt zu bewegen. Und das macht sowohl die großen Chancen als auch die großen Risiken der Forex aus.

Wenn Sie als privater Trader mit Devisen handeln möchten, benötigen Sie zunächst einen Forex Broker, der Ihnen eine Handelsplattform zur Verfügung stelle, auf der Sie dann online mit verschiedenen Währungspaaren handeln können.

Es gibt der Forex Broker viele, und es lohnt sich, die einzelnen Anbieter genau miteinander zu vergleichen, auch um die verschiedenen Angebote auf Ihre persönlichen Ziele, Ansprüche und Umstände abzugleichen.

So funktioniert der Hebel

Wenn Sie nun aktiv Devisen handeln möchten, müssen Sie beim Broker einen gewissen Teil der Handelssumme als Sicherheit hinterlegen. Dieser Anteil ist allerdings sehr gering, sodass Sie bereits mit einer vergleichsweise kleinen Summe an Eigenkapital deutlich größere Geldsummen am Markt handeln können.

Das ist möglich, weil der Forex Handel auf dem Margin Handel basiert, wobei Margin für die von Ihnen hinterlegte Sicherheit steht. Theoretisch ist der Devisenhandel damit bereits mit einem Handelskonto von rund 100 Euro möglich, obwohl solch geringe Summen in der Praxis nur begrenzt sinnvoll sind.

So können Sie als Trader beispielsweise eine Position im Wert von 100.000 Euro handeln und lediglich 1.000 Euro als Margin von Ihrem eigenen Geld einsetzen. Den Rest leihen Sie sich von Ihrem Broker. Dadurch entsteht ein enormer Hebel, der auch geringe Gewinne im Basiswert in beträchtliche Gewinne auf Ihrem Konto umwandelt.

Bewegt sich der Kurs des Devisenpaares, in das Sie investiert haben, um 1% in die für Sie richtige Richtung, steigt der Wert der von Ihnen gehandelten Position von 100.000 auf 101.000 Euro. Sie haben also 1.000 Euro verdient und damit Ihren eigenen Einsatz glatt verdoppelt.

Chancen an der Forex: 24-Stundenhandel und hohe Liquidität

Der Devisenmarkt ist der einzige Markt, an dem rund um die Uhr gehandelt werden kann, ohne dass die Liquidität zu stark leidet. Wenn Sie als Privattrader also vor allem nach Feierabend handeln wollen, eignet sich der Devisenmarkt besonders gut.

Hier kommen Ihnen die verschiedenen Zeitzonen rund um den Globus zugute, die einen 24-Stundenhandel ermöglichen. Denn wenn in den USA die Handelsplätze schließen, haben die europäischen noch lange geöffnet. Und vor Handelsöffnung in den USA wird schon lange in Asien gehandelt.

Risiken: Der Hebel wirkt in beide Richtungen

Doch wo Licht ist, fällt bekanntlich auch Schatten. Für Sie als Devisenhändler bedeutet das in erster Linie, dass die hohen Gewinnchancen mit ebenso hohen Verlustrisiken einhergehen. Das liegt in erster Linie am hohen Hebel, denn die Hebelwirkung gilt in beide Richtungen. Damit werden nicht nur Gewinne potenziert, sondern auch Verluste.

Nehmen wir an, Sie handeln, wie im obigen Beispiel, eine Devisenposition im Wert von 100.000 Euro mit 1.000 Euro Eigenkapital. Bewegt sich der Kurs des Devisenpaares nun um 1% gegen Sie, dann hat sich der Wert Ihrer Position auf 99.000 Euro verringert und Sie haben 1.000 Euro und damit Ihr gesamtes eingesetztes Kapital verloren.

Mit dem hohen Hebel schnell verdientes Geld kann also genauso schnell wieder verloren sein. Und die Betonung liegt hierbei auf schnell: Aufgrund der großen Geldmenge und der vielen Akteure, die am Devisenmarkt tätig sind, spielt sich der Handel im Minuten- und manchmal sogar im Sekundentakt ab, vor allem dann, wenn Nachrichten in den Markt kommen, die den Kurs eines Währungspaares innerhalb kürzester Zeit nach oben oder unten ausbrechen lassen können.

Achtung: Schnelligkeit ist gefragt

Bestes Beispiel dafür war die Pressemitteilung der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar 2015, in der die SNB verkündete, den Mindestkurz vom Schweizer Franken zum Euro aufzuheben. Daraufhin stürzte der EUR/CHF-Kurs innerhalb von nur wenigen Minuten um 30% in die Tiefe.

Am Devisenmarkt sind das Welten, so einen Kurssturz hatte es vorher in dieser kurzen Zeit noch nicht gegeben. Für Sie als Privattrader ist deshalb ein Risikomanagement, beispielsweise über Stopp-Loss-orders und aktives Management Ihrer Positionen, unabdingbar.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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