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So funktioniert der Devisenhandel

Letzte Woche ging es an dieser Stelle um das kleine 1×1 der Forex.

Es ging um Begrifflichkeiten wie major pairs, cross pairs, die richtige Schreibweise von Devisenpaaren und Lesart von Wechselkursen, und darum, welche Währung wann und warum zuerst genannt wird.

Eine einfache Faustregel an dieser Stelle: Der Euro hat immer Vorfahrt, das britische Pfund meistens, und der US-Dollar in so gut wie allen anderen Fällen. Heute steigen wir tiefer ein in die Materie und in die Fachsprache des Devisenhandels.

Der Unterschied zwischen bieten und bitten

Wie bei den meisten anderen Finanzgeschäften auch gibt es beim Devisenhandel einen sogenannten Geldkurs und einen sogenannten Briefkurs. Oft werden die englischen Begriffe verwendet, wobei der „ask price“ für den Briefkurs steht und der „bid price“ für den Geldkurs.

Der Briefkurs bezeichnet den Preis, zu dem der Verkäufer bereit ist, einen bestimmten Basiswert zu verkaufen. Der Geldkurs wiederum bezeichnet den Preis, zu dem der Käufer bereits ist, einen bestimmten Basiswert zu kaufen.

Der Briefkurs liegt immer über dem Geldkurs, sodass sich zwischen Brief- und Geldkurs eine Differenz ergibt, die wiederum als „spread“ bezeichnet wird. Doch dazu gleich mehr.

Ask price = Briefkurs

Beim Devisenhandel beziehen sich Brief- und Geldkurs immer auf die Basiswährung, also auf die in einem Währungspaar erstgenannte Währung. Im EUR/USD ist der Euro die Basiswährung.

Nun haben Sie als Trader zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie kaufen EUR und verkaufen US-Dollar, oder Sie verkaufen EUR und kaufen dafür US-Dollar. Im ersten Szenario gehen Sie „long“, also kaufen umgangssprachlich ausgedrückt das Währungspaar, im zweiten Szenario gehen Sie „short“, verkaufen also das Währungspaar.

Bid price = Geldkurs

Wenn Sie im EUR/USD „long“ gehen, bezieht sich der Briefkurs also auf die Menge an US-Dollar, die Sie für eine Einheit Euro zahlen müssen, beziehungsweise für wieviel US-Dollar der Markt bereit ist, Ihnen eine Einheit Euro zu verkaufen.

Wenn Sie im EUR/USD „short“ gehen, also Euro verkaufen und US-Dollar kaufen, dann ist der Geldkurs der relevante Kurs für Sie. Denn der Geldkurs, beziehungsweise „bid price“, gibt an, wieviel US-Dollar Sie für eine Einheit Euro kaufen können, beziehungsweise wieviel US-Dollar der Markt bereits ist, Ihnen für eine Einheit Euro zu verkaufen.

So traden Sie Devisenpaare

Ein konkretes Beispiel: Heute lag der Geldkurs im EUR/USD zwischenzeitlich bei 1,1059, und der Briefkurs bei 1,1062. Nehmen wir an, Sie hätten zu diesem Zeitpunkt im EUR/USD long gehen wollen, sprich Sie hätten Euro gekauft und US-Dollar verkauft. Für Sie wäre also der Briefkurs relevant gewesen, und Sie hätten pro gekauften Euro 1,1062US-Dollar bezahlen müssen.

Wären Sie allerdings short gegangen und hätten somit Euro verkauft und US-Dollar gekauft, dann wäre der Geldkurs maßgeblich gewesen.

Schließlich wären Sie in der Situation auf der Verkäuferseite gewesen, denn „long“ und „short“ beziehen sich immer auf die Basiswährung, in unserem Fall also auf den Euro. In diesem Fall hätten Sie für jeden verkauften Euro 1,1059 US-Dollar erhalten.

Spreads und pips

Die Differenz, die sich zwischen Brief- und Geldkurs ergibt, wird als „spread“ bezeichnet. In unserem Beispiel liegt der spread bei 0,0002USD. Das scheint verschwindend gering, allerdings sind spreads im Zehntausendstelbereich auf dem Devisenmarkt keine Seltenheit, vor allem nicht im EUR/USD, dem am meisten gehandelten Paar.

Die Höhe der spreads hängt unter anderem von der Liquidität ab. Je höher die Liquidität im Basiswert, desto geringer die Differenz zwischen Brief- und Geldkurs. Die Devisenkurse werden üblicherweise bis zur vierten Stelle nach dem Komma, also bis zum Zehntausendstel, angegeben.

Die Ausnahme sind die Yen-Paare, die bis zwei Stellen nach dem Komma benannt werden. Ein Zehntausendstel wird im Fachjargon als „pip“ bezeichnet. Der spread aus unserem Beispiel zwischen 1,1062USD und 1,1059USD beträgt also zwei pips.

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Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

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