MenüMenü

News von der Forex: Tradingchancen im USD/JPY

Ende Juli gewann die Partei des amtierenden japanischen Premierministers Shinzo Abe die Oberhauswahlen in Japan.

Das hat direkte Auswirkungen auf den Devisenmarkt, denn der Wahlgewinn bedeutet eine Fortsetzung der Abenomics, und damit der Finanzpolitik Abes, die auf eine ultralockere Geldpolitik und einen schwachen Yen ausgerichtet ist.

Für den USD/JPY wird das über kurz oder lang heißen, dass es wieder aufwärts geht für das Währungspaar. Vor allem dann, wenn die Fed Ernst macht mit Zinsanhebung Nummer 2.

Doch bis es soweit ist, hält der Yen auch für kurzfristig orientierte Trader Tradingchancen bereit. So steht der USD/JPY momentan an der wichtigen Kursmarke von knapp oberhalb 100 JPY.

Im Tief fiel das Paar gestern auf 100,66 JPY und lag damit noch knapp oberhalb des Tiefs vom 11. Juli, dem letzten relevanten Zwischentief, bei 100,54 JPY.

Der heutige Tagesverlauf ist bisher bullish. Rein charttechnisch deutet das für heute und morgen auf Kursgewinne im USD/JPY hin, die den Kurs auf mindesten 102JPY antreiben können.

USD/JPY: Kursanstieg voraus, zumindest bis auf 102JPY

Rund um diese Marke dürfte sich dann der weitere Kursverlauf entscheiden. Schafft es der Kurs über die 102 JPY, dann ist der Abwärtstrend, der seit dem 21. Juli läuft, vorerst unterbrochen. Prallt der Kurs allerdings am Widerstand bei 102 JPY nach unten ab, dann ist mit weiteren Kursverlusten bis an die nächste markante Unterstützung 100 JPY zu rechnen.

Beim Blick auf den Dreimonatschart wird klar, dass die Situation im USD/JPY unklar ist. Noch Ende Mai notierte der Kurs im Hoch bei 111,41 JPY, drehte dann aber wieder in den übergeordneten Abwärtstrend ein, der seit Jahresbeginn läuft und den US-Dollar bis zum Juni auf ein neues Zweieinhalbjahrestief bei 99,2 JPY schickte.

Doch noch ist die Sache nicht entschieden. Denn auf die letzten drei Jahre betrachtet stieg der US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen immerhin um 2,19%; in den letzten fünf Jahren waren es sogar 30,8%. Im Großen und Ganzen geht Abes Plan eines schwachen Yen also auf.

Klotzen statt kleckern: 28 Billionen Yen

Nach seiner Wiederwahl im Juli verkündete Premierminister Shinzo Abe ein neues Konjunkturprogramm in Höhe von 28 Billionen Yen. Sein letztes Programm von 2013 hatte einen dagegen vergleichsweise mageren Umfang von lediglich 10,8 Billionen Yen.

Mit diesem neuen Konjunkturprogramm will Abe über die nächsten Jahre die japanische Wirtschaft anfeuern, die seit nunmehr rund zwei Jahrzehnten in der Rezession steckt. Doch bereits jetzt machen sich an den Märkten Zweifel breit, ob Abe sein Ziel von einem zweiprozentigen Wirtschaftswachstum tatsächlich erreichen wird.

Der Yen wird über kurz oder lang unweigerlich wieder fallen

Der USD/JPY-Kurs notiert derweil ungefähr auf dem Level von vor der Wahl. Noch haben sich Abes Hoffnungen eines billigen Yens also noch nicht bestätigt. Doch das dürfte nur eine Frage der Zeit sein. Die Kursverluste im USD/JPY, also der Wertgewinne im Yen gegenüber dem US-Dollar, waren in der letzten Woche hauptsächlich der Fed geschuldet.

Die US-amerikanische Notenbank tat auf ihrem jüngsten Zinstreffen genau das, was die letzten paar Male schon tat, nämlich nichts. Der Zinssatz in den USA bleibt also, wo er ist, und das schwächt den US-Dollar.

Nach der Zinsanhebung im vergangenen Dezember hatte Fed-Chefin Janet Yellen verkündet, diesem Zinsschritt in 2016 noch vier weitere folgen zu lassen. Diese Aussicht revidierte Yellen dann im Frühjahr auf maximal zwei Zinsschritte, die aber beide noch ausstehen.

Der US-Dollar wird über kurz oder lang unweigerlich wieder steigen

Diese Zurückhaltung der Fed führte dazu, dass der Dollar im Frühjahr deutlich an Wert verlor. Gegenüber dem japanischen Yen fiel der US-Dollar im ersten Quartal um 9%. Im ersten Halbjahr 2016 beliefen sich die Kursverluste sogar auf rund 18%.

Doch lange wird die Fed nicht mehr warten können, um sich an ihre eigenen Worte zu halten; vor allem dann nicht, wenn sie sich vor der Präsidentschaftswahl im November noch zusätzlichen Handlungsspielraum verschaffen will.

Die nächste Zinserhöhung in den USA ist also nur noch eine Frage der Zeit. Und wenn sie verkündet wird, steigt auch der US-Dollar wieder im Wert, vor allem, wenn dann auch Abes Konjunkturprogramm angelaufen ist und den Yen zusätzlich schwächt.

Ein schwacher Yen stärkt den Export und schwächt den Import – beides stärkt die Wirtschaft

Von den angekündigten 28 Billionen Yen soll die japanische Notenbank Bank of Japan auch Staatsanleihen ankaufen. Es wird also nicht lediglich schon vorhandenes Geld nur umverteilt. Durch den Aufkauf der Anleihen durch die Zentralbank kommt tatsächlich mehr Geld auf den Markt.

Das wird den Außenwert des Yen über kurz oder lang drücken, und das ist genau in Abes Interesse. Denn ein schwacher Yen stärkt den Export und schwächt den Import.

Für Japaner wird es günstiger, heimische Produkte zu kaufen, und die Exportindustrie kann mehr ins Ausland verkaufen. Beide Faktoren stärken die Wirtschaft, was Sinn und Zweck der Abenomics ist.

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor Thomas Kallwass

Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert.

Regelmäßig Analysen über Devisen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Anleger-Informationen von Thomas Kallwass. Über 344.000 Leser können nicht irren.