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Neue Inflationsspirale: So retten Sie Ihr Vermögen

Der vergangene Freitag hielt gleich mehrere Überraschungen bereit, die größtenteils von den Märkten ignoriert wurden. Was sicher nicht so bleiben wird.

USA durchkreuzen den OPEC-Deal, Ölpreis vor neuem Einbruch?

Die Zahl der amerikanischen Erdöl-Rigs ist zur Vorwoche um 8 auf nunmehr 591 Anlagen geklettert. Damit drehen die USA den Ölhahn immer weiter auf, den die OPEC gerade erst zuzudrehen versucht.

Dennoch stieg der Ölpreis um fast 2 Prozent (innerhalb der engen Seitwärtsspanne der letzten Wochen). Die Luft wird nun immer dünner für den Ölpreis.

Das Konsumklima der Universität Michigan sank im Januar in der ersten, vorläufigen Auswertung um 0,8 auf 95,7 Punkte (erwartet wurde ein Anstieg auf 98 Punkte). Der US-Konsument wird wieder etwas skeptischer.

Was nicht verwundert, wurden doch zuvor die höchsten Notierungen dieses seit dem Finanzkrisenjahr 2008 laufenden Bullenmarktes erreicht, was die Gefahr einer finalen Überhitzung mit sich bringt.

Interessant ist hier auch die gespaltene Wahrnehmung nach Wählergruppen. Während die Anhänger der Republikaner so optimistisch wie nie zuvor sind, sehen Anhänger der Demokraten die US-Wirtschaft gleichzeitig am Abgrund. Nur eine Seite wird Recht behalten. Vermutlich diejenige, die sich der Sichtweise der Märkte angeschlossen hat.

Dieser Inflationsvorläufer explodiert regelrecht

Die eigentliche Sensation war aber die US-Importreise – wichtige Vorläufer für die gesamten Inflationsdaten, die wiederum Taktgeber für die Geldpolitik der US-Notenbank sind (bzw. sein sollten).

Während sich der Anstieg der Importpreise um 0,4% zum Vormonat noch recht übersichtlich ausnimmt, ist der Anstieg auf Jahressicht um 3,7% ein wahrer Holzhammer. Die Importpreise erreichen damit den höchsten Wert seit dem Jahr 2012 – und das trotz des starken US-Dollars!

Eine Trendabschwächung ist hier nicht in Sicht. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum die USA den Ölhahn so weit aufdrehen, um die Sache über rückläufige Ölpreise wieder in den Griff zu bekommen?

Falls dies nicht gelingt, wird den voraussichtlich weiter steigenden Importpreisen ein ähnlicher Anstieg bei den Erzeugerpreisen folgen, die danach auf die Verbraucherpreise durchschlagen werden.

Ich rechne hier noch in diesem Jahr mit einer Teuerungsrate um die 3 Prozent auf der Verbraucherseite, was nach den letzten Jahren mit Niedriginflation ein ziemlicher Schock werden dürfte.

Da es Unternehmen häufig nicht gelingt, ihre Inflation in gleicher Weise auf die Endpreise umzulegen, geht mit diesem Prozess häufig eine zumindest temporäre Senkung der Gewinnmargen einher, die zu volatilen Aktienmärkten führt. Aktien taugen in Phasen stark steigender Inflation nur bedingt als Inflationsschutz.

Notenbanken ignorieren die Inflation absichtlich

Eigentlich ist nun die US-Notenbank gefordert, die Zinsen recht deutlich anzuheben, um gegenzusteuern. Da Arbeitsmarkt und Wirtschaft brummen, wäre dies möglich.

Das Problem: Der Dollar würde dadurch noch stärker, was Trumps Politik der Arbeitsplatzrückführung aus dem Ausland gefährdet und zudem seine geplanten Investitionen in die Infrastruktur deutlich verteuern würde. Die US-Notenbank (wie andere Notenbanken auch) ignoriert daher momentan die Inflation.

Erst vor wenigen Tagen gab es die Aussage mehrerer Notenbanker, dass sie keinen Inflationsdruck sehen. Eine ähnliche Lesart fährt übrigens auch die EZB, die den Inflationsanstieg (richtigerweise) der Erholung der Rohstoffpreise zuordnet und diesen damit (fälschlich) als nur temporär ansieht.

Während die Notenbanken also die Augen vor der inzwischen deutlich steigenden Inflation verschließen und sich das überschuldete Finanzsystem einmal mehr in Richtung Endspiel bewegt, verliert der Durchschnittskonsument jeden Tag an Kaufkraft

Die Gewerkschaften haben inzwischen begonnen, dies über recht üppige Lohnforderungen wieder ausgleichen zu wollen. Im aktuellen Tarifstreit des Bodenpersonales auf Flughäfen liegen diese derzeit sogar schon im zweistelligen Prozentbereich. Dies wird die Inflationsspirale weiter anheizen.

Verbraucher verlieren, Anleger auch – es sei denn…

Sie als Anleger sind hingegen fein raus. Allerdings nur dann, wenn Sie auf die richtigen Pferde setzen. Mit den falschen Geldanlagen werden Sie hingehen einen Großteil Ihres Vermögens in der laufenden Inflationsspirale verlieren.

Solche Verlierer-Assets sind: spekulativ gekaufte Immobilien, Anleihen ohne Inflationsschutz, hoch bewertete Aktien sowie Aktien von Unternehmen, die keine große Preisfestsetzungsmacht besitzen (das betrifft mehr Unternehmen, als Sie denken).

Gewinnen werden Sie hingegen mit Aktien von Unternehmen mit großer Preisfestsetzungsmacht – und natürlich mit Gold und vor allem Goldminenaktien.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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