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Kaufkraft-Analyse: Die Tschechische Krone hat ein Aufwertungspotenzial von 30%!

Die Tschechische Krone (Währungskürzel: CZK) ist nach meiner Einschätzung stark unterbewertet, und zwar aufgrund von Interventionen der Tschechischen Nationalbank in der jüngeren Vergangenheit. Die Unterbewertung lässt sich sehr gut belegen durch Kaufkraftvergleiche.

Die Notenbankpolitik Tschechiens zeigt Parallelen zur Schweiz

Ähnlich wie die Schweizer Nationalbank im September 2011 hat auch die tschechische Notenbank vor mehr als drei Jahren einen Mindestkurs der Tschechischen Krone zum Euro festgelegt, um die eigene Wirtschaft vor einer zu starken Landeswährung zu schützen.

Seit Ende 2013 hatte die tschechische Notenbank daher einen Mindestkurs von 27 Kronen je Euro durchgesetzt.

Mitte April 2017 wurde der Mindestkurs aufgehoben. Der Kurs der Krone stieg danach aber lediglich um etwa eineinhalb Prozentpunkte an.

Das ist zwar relativ viel, aber die Auswirkungen waren bei weitem nicht so stark wie beim Schweizer Franken, der nach der Aufhebung des Mindestkurses am 15.01.2015 kurzfristig um bis zu 40% nach oben schoss, um sich dann bei einer Aufwertung von rund 20% einzupendeln.

Mittlerweile liegt der Kurs des Euro zur Tschechischen Krone bei einem Wert von rund 26.

Die Analyse der Kaufkraftparitäten zeigt die Unterbewertung

Im Währungsbereich halte ich sehr viel davon, Kaufkraftparitäten zu analysieren. Das hat auch die tschechische Investmentgesellschaft Roklen aus Prag gemacht. Den bekanntesten Index, der die Kaufkraftparitäten in unterschiedlichen Ländern vergleicht, kennen Sie vermutlich.

Es ist der sogenannte Big-Mac-Index, der sich auf den in zahlreichen Ländern weltweit erhältlichen und beliebten Burger von MC Donalds bezieht.

Roklen hat für seinen Vergleich die Preise für mehrere Lebensmittel herangezogen, was die Kaufkraft weit besser abbildet, als der Big-Mac-Index, der sich nur auf den Preis eines einzigen Hamburgers bezieht. Die Güter im Index sind beispielsweise Milch, Brot, Eier, Äpfel, Kartoffeln und Tomaten, aber auch Mineralwasser oder Rindfleisch. Der Roklen-Index vergleicht die Preise dieser Grundnahrungsmittel in Tschechien mit denen in der Eurozone und in den USA.

Als Ergebnis der Kaufkraftparitätsbewertung errechnet Roklen einen fairen Wert von 18,45 Kronen je Euro und 11,62 Kronen für einen US-Dollar.

Das bedeutet in nackten Zahlen eine Unterbewertung der Tschechischen Krone zum Euro von rund 32%. Gegenüber dem US-Dollar liegt die Unterbewertung sogar bei über 53%.

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Über den Autor
Markus Miller

Markus Miller (geb.: 1973) ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.

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