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FED-Politik: Wie wir unseren Enkel zum Schlafen bringen…

OUZILLY, Frankreich –

Unsere beiden Töchter sind nun auch bei uns hier auf dem Lande in Frankreich eingetroffen.

Eine von den beiden brachte unseren Enkel, James, mit. Er ist jetzt 14 Monate alt. Er läuft noch recht unsicher und schwankend umher… seinen großen blauen Augen studieren dabei alles um ihn herum.

Er passte sich aber schnell an die veränderte Zeitzone an. Und er hat sich auch schon an die französische Kultur angepasst – er nagt sehr gerne an einem harten Stück Brot aus der Region.

Aber wenn unsere Tochter Schwierigkeiten damit hat, den kleinen Jungen zum Schlafen zu bringen, fragt sie Opa um Hilfe.

Seine Technik ist einfach. Er nimmt den Jungen auf sein Knie. Dann beginnt er, ihm die Rolle des Geldes in der Wirtschaft zu erklären. Und zwar speziell in der Zeit nach 1971. Wenn dieser Trick nicht funktioniert, versucht er es mit einem Diskurs über die Fehler der Fed-Politik.

Innerhalb weniger Minuten fällt James dann in einen tiefen Schlaf…

Langanhaltende Stagnation

Der Aktienmarkt ist in der Regel ruhig im August.

Investoren, Spekulanten und Manipulatoren sind normalerweise im Urlaub. Sie sind eher dabei, Sonnenschutzmittel aufzutragen oder Mücken abzuwehren, als ihren Aktienpositionen oder der Fed-Politik große Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Dow ist jüngst zwar etwas zurückgekommen. Aber der Index notiert immer noch sehr, sehr nah am Allzeithoch.

Der jüngste US-BIP-Bericht brachte zwar keine Freude … aber auch kaum Grund zur großen Sorge. Die Zahlen zeigten nur die Hälfte des von den Ökonomen erwarteten Wachstums auf. Außerdem revidierten die Behörden die Zahlen der beiden vorangegangenen Quartale nach unten.

Das Ergebnis: Die US-Wirtschaft wuchs nur mit einem Tempo von rund 1% in den letzten drei aufeinander folgenden Quartalen. Und selbst das ist zweifelhaft.

Wir erklärten Enkel James, dass die Berechnung des Wirtschaftswachstums vom sog. „BIP-Deflator“ abhängt … dieser bildet Veränderungen der Verbraucherpreise ab und ist sehr anfällig für Tricksereien und Manipulationen.

Das Chaos-Management der Besserwisser-Weltverbesserer

Mit Blick auf die Fehleranfälligkeit und die Tendenz der Behörden, viel zu hohes Wachstum nach außen hin auszuweisen, wäre es nicht verwunderlich, wenn die Wirtschaft schon seit vielen Jahren in einer tiefen Depression steckt.

„Langanhaltende Stagnation“, so würde der frühere Finanzminister Larry Summers die Entwicklung bezeichnen. Aber das ist nur eine Ausrede, die dazu da ist, die wirkliche Ursache für den Einbruch, den er und seine Insider-Kollegen zu verantworten haben, zu verschleiern.

Sie glaubten, sie könnten das System verbessern – durch das Management des Geldangebots, der Zinsen und der Kreditvergabe der Banken. Nun haben sie ein Chaos daraus gemacht.

James verzog das Gesicht, als wir Summers erwähnten. Vielleicht erbte er von seinem Großvater eine instinktive Skepsis für Summers, Bernanke, Krugman, Reich, Rubin, Yellen, Draghi … und alle anderen Besserwisser-Weltverbesserer.

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Über den Autor Bill Bonner

Im Jahr 1978 gründete Bill Bonner das Unternehmen, welches heute als Agora Inc. bekannt ist.

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