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Schadet der starke Euro der deutschen Wirtschaft?

Der Blick auf den Chart ist eindeutig. Seit Trump sich im Weißen Haus als US-Präsident versucht, ist der US-Dollar in den Keller gerauscht. Zu Beginn der Amtszeit von Trump notierte der US-Dollar noch knapp 1 Euro. Jetzt reden wir über 0,84 Euro. Ein deutlicher Verlust von über -12,50%.

Der US-Dollar befindet sich gegenüber dem US-Dollar in einem klaren Abwärtstrend. Aber auch gegenüber anderen Währungen hat der Greenback abgewertet. Selbst gegenüber dem künstlich niedrig gehaltenen chinesischen Renminbi.

Für die exportorientierte US-Wirtschaft könnte sich dieser Trump-Effekt noch als Segen erweisen. Denn durch einen schwachen US-Dollar werden amerikanische Waren im Ausland billiger.

Für die USA werden Importe jetzt teurer

Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Die Amerikaner müssen aufgrund der schwachen Währung für Importe jetzt mehr bezahlen. Nehmen Sie als Beispiel Apple.

Ausgerechnet Apple, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Doch wenn Sie sich Ihr iPad, Ihren iMac oder Ihr iPhone genauer anschauen, finden Sie bei jedem Apple-Produkt ein winzig klein gedruckten Satz: „Designed in California, Assembled in China.“

Apple made in China

Der Tech-Gigant Apple hat praktisch seine gesamte Produktion ausgelagert – nach China. Allein in China arbeiten für die Produktion des iPhone über 230.000 Menschen. Die in China produzierten Apple-Geräte werden jetzt durch den Währungseffekt teurer.

Starker Euro kostet Wachstum in Deutschland …

Diesen Effekt wird auch die deutsche Wirtschaft zu spüren bekommen. Denn komme eine Wirtschaft ist so abhängig vom Export wie Deutschland.  Fast die Hälfte des deutschen

Bruttoinlandsproduktes wird im Ausland erwirtschaftet. Das wird jetzt nicht schlagartig zusammenbrechen. Denn dafür sind die deutschen Produkte einfach zu gut – von manipulierten Dieselfahrzeugen mal abgesehen.

Klar ist, aber dass deutsche Waren auf dem Weltmarkt durch den starken Euro weniger wettbewerbsfähig werden. Die Volkswirte der Commerzbank rechnen mit einem halben Prozentpunkt schwächeren BIP-Wachstum.

… macht Importe aber billiger

Durch für die deutsche Wirtschaft schlägt das Währungspendel auch in eine andere Richtung aus: Der starke Euro macht Importe billiger.

Und das macht die inländische Produktion wieder billiger und wettbewerbsfähiger. So können die Euro-Preise für die Exporte gesenkt werden, ohne dass es zu sehr weh tut.

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Über den Autor
Volkmar Michler

Volkmar Michler, Jahrgang 1964, ist langjähriger Leiter der deutschen Trader-Redaktion. Er studierte Jura, Politik und Geschichte und absolvierte ein betriebs- und volkswirtschaftliche Zusatzausbildung.

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