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EUR/USD: Ein Satz mit x

Das war gestern ein Satz mit x. Damit meine ich zwar nicht den FC Bayern München, auch wenn es passen würde, sondern vielmehr US-Präsident Trump. Seit seiner Amtseinführung hat er vorwiegend Niederlagen einstecken müssen.

Jetzt möchte er mit der Brechstange die Kehrtwende in seiner noch jungen und erfolglosen Amtszeit schaffen.

Hierfür muss nun die im Wahlkampf groß angekündigte Steuerreform herhalten. Gestern wurden ein paar Einzelheiten bekannt gegeben. Der Unternehmenssteuersatz soll von 35 auf 15% gesenkt werden und auch die Einkommenssteuer sieht Kürzungen vor.

Angeberei wirkt nicht mehr

Trump wäre nicht Trump, wenn er das Vorhaben nicht als größte Steuerreform der US-Geschichte verkaufen würde. Das Konstrukt ist aber nicht fertig gedacht, da offen bleibt, wie das Ganze trotz riesigem Haushaltsloch finanziert werden soll.

Dies allein durch das erhoffte Wirtschaftswachstum stemmen zu können, ist eine fahrlässige Vorgehensweise. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies scheitert ist recht hoch. Die Frage wird sein, ob dies von den Marktteilnehmern auch so gesehen wird.

Am Abend machte sich jedenfalls schon etwas Ernüchterung bei den Anlegern breit. Die Trump-Angebereien haben sich an den Finanzmärkten schon stark abgenutzt.

EUR/USD im aktuellen Tageschart – CFX Trader

euro (005)

EUR/USD: Der Euro hat gestern eine Schwächephase an der Unterstützung bei 1,0850 beenden können.

Wie ich gestern vermutete hatte: Meine Nerven brauchte ich eher beim Fußball. Der Euro ging zwar im Vorfeld der Bekanntgabe der Steuerreform-Details etwas in die Knie, konnte sich aber an der Unterstützung bei 1,0850 wieder aufrichten.

Aktuell kämpfen die Euro-Bullen um die Rückeroberung der 1,09er-Marke – dies sollte gelingen.

Unter 1,0850 trübt sich das Bild aus Sicht der Euro-Bullen ein, über dem gestrigen Hoch – gleichbedeutend mit einem Jahreshoch – ist das Erreichen der magischen 1,10er-Marke nur noch eine Formsache.

Mir wird es nicht langweilig

Auch heute möchte ich dem Nervenkitzel aus dem Weg gehen, schließlich möchte ich noch einige Jahre Traden und daher versuche ich, möglichst stressfrei zu agieren.

Die EZB wird uns heute in der Pressekonferenz nach der Sitzung ihre Sichtweise zur aktuellen Lage präsentieren. Vermutlich wird der Schwur auf weiter niedrige Zinsen erneuert.

Dies möchte ich aber nach Frankreich-Wahl und US-Steuerreform-Plänen auch noch abwarten, bevor ich neue mittelfristig-geplante Trades eingehe – für mein Daytrading gilt diese Zurückhaltung natürlich nicht.

Daher ist mir auch garantiert nicht langweilig geworden.

  • Tagestendenz EUR/USD: seitwärts
  • Widerstände: 1,0950, 1,10, 1,11, 1,12, 1,1250
  • Unterstützungen: 1,09/1,0875, 1,0860, 1,08/1,0775, 1,07/1,0685, 1,0630
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Über den Autor
Till Kleinlein

Till Kleinlein ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Er wurde bereits sehr früh vom Börsenvirus infiziert.

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