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EUR/USD Analyse: Ende der Euro-Erholung naht

Zu Jahresbeginn 2017 schrieb ich Ihnen unter anderem in meinem „Jahresausblick 2017“, der Euro sei unterbewertet und würde sich zumindest in Richtung 1,10 erholen. Der Euro hat meine damalige Prognose erfüllt.

Dieses Niveau ist jetzt erreicht und sogar leicht überschritten. Heuete früh sehen wir sogar Kurse um die 1,11. Und schon wagen sich die ersten Analysten aus der Deckung und bescheinigen dem Euro ein großes Comeback.

Der Euro hat sein Erholungsziel erreicht

Ich prognostiziere jetzt jedoch das genaue Gegenteil: Die Tage der Euro-Aufwertung sind gezählt. Es wird (voraussichtlich in den kommenden zwei bis drei Wochen) ganz im Gegenteil ein Comeback des US-Dollars geben. Der Euro wird wieder fallen.

Und mit ihm wird auch der Höhenflug beim DAX enden oder zumindest deutlich erschwert. Die Grundlage meiner Prognose bilden zwei Pfeiler.

Zum einen die Charttechnik. Ähnlich instabile Anstiegsmuster ausgehend von einem frischen Mehrjahrestief wie jetzt hatten wir bereits vor genau einem Jahr. Die Euro-Aufwertung lief damals von Dezember bis Mai und hievte den Euro in der Spitze um 10 Cent nach oben.

Bei identischem Ausmaß würde die aktuelle Aufwertung im Juni bei etwas über 1,13 enden.

EUR/USD Tageschart: Widerstand bei 1,10 geknackt, aber…

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Die Markt-Stimmung ist inzwischen jedenfalls nicht mehr euroskeptisch und von einer Zinswende ist die EZB auch angesichts der eigenen Schuldenkrise noch meilenweit entfernt.

Ich gehe daher davon aus, dass wir im 2. Halbjahr wieder deutlich schwächere Euro-Notierungen sehen werden. Was vor allem US-Aktien über Währungsgewinne zugutekommen wird.

US-Wirtschaftsdaten schwächer als in Europa – wie lange noch?

Dann wäre da aber noch die wichtige Tatsache, dass die US-Wirtschaftsdaten seit geraumer Zeit und vor allem in einem ungewöhnlich starken Ausmaß den europäischen hinterherhinken.

Das ist auch der Grund, warum der DAX seit Jahresbeginn viel kräftiger gestiegen ist als der breite US-Markt (gemessen am S&P 500).

Es ist allerdings NICHT die Norm, dass der Schwanz (DAX) mit dem Hund (US-Leitbörse) wedelt. So hat der DAX seit Anfang Dezember 22 Prozent zugelegt, der S&P 500 dagegen nur 9 Prozent.

Allerdings wird diese Outperformance beim DAX nur vorübergehend sein. Sie wird sich in den kommenden Monaten wieder in eine Underperformance verwandeln.

Auch die Tage der DAX-Outperformance sind gezählt

So, wie das zuletzt im Frühjahr 2015 der Fall war. Das muss nicht unbedingt stark fallende DAX-Notierungen bedeuten. Aber im Sommer/ Herbst wird der DAX wesentlich mehr Nerven kosten als der US-Aktienmarkt.

Ich würde/werde mich daher gerade in den kommenden Monaten am US-Aktienmarkt tummeln und den DAX meiden.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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