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Es ist nichts so, wie es scheint!

Die Analyse von langfristigen Kursverläufen lässt bei jedem Charttechniker das Herz höher schlagen, wenn wichtige Bereiche im Kursverlauf nach oben oder unten gekreuzt wurden.

Im nachfolgenden Beispiel zeige ich Ihnen einmal ein Beispiel, wieso ich immer zweimal hinschaue, zweimal analysiere, um Fehlsignale möglichst auszuschließen.

Viele Köche verderben den Brei

Wenn Sie einen Kursverlauf wie den Nachfolgenden ohne irgendwelche eingezeichneten Linien fünf verschiedenen Charttechnikern vorlegen, werden Sie wahrscheinlich genauso viele verschiedene Ergebnisse und Prognosen bekommen.

Gleiches gilt auch, wenn es darum geht Kursziele auszuarbeiten. Wo der eine vielleicht schon ein glasklares Kaufsignal sieht, würde der andere eine Short-Position aufbauen. Viele Köche verderben den Brei! Das gilt nicht nur in der Küche, sondern auch bei der Börsenanalyse.

Man muss seine Hausaufgaben machen und unbeirrt an seinen Techniken weiter arbeiten, die Intuition muss ebenso geschult werden. Das geht nur über Jahre der Analyse. Eigenes Geld muss ebenfalls im Spiel sein, sonst funktioniert es nicht.

Erst wenn sehr viele Stunden geübt wurden, weiß man, auf was man zu achten hat.

Gehen wir EUR/JPY long?

Nehmen wir einmal an, dass Sie im Währungspaar Euro in japanischem Yen auf ein langfristiges Kaufsignal warten und den nachfolgenden Chart ausgearbeitet haben. Unschwer zu erkennen ist, dass die gelbe Konsolidierungsformation zum zweiten Mal nach oben verlassen wurde.

Dieser Chart sagt ohne Umschweife, dass der Euro gegenüber dem japanischen Yen weiter steigen wird, eventuell sogar bis in den Bereich von 140. Dort sehen Sie ganz links vom Mai 2015 einen Hochpunkt, den Charttechniker ohne Probleme als Kursziel hernehmen könnten.

Quelle: www.lp-software.de/bopp

Nichts ist oftmals so, wie es scheint

Aber so einfach ist es nicht. Wenn ein Signal so glasklar ist, muss man sehr vorsichtig sein. Eventuell gibt es etwas, was noch nicht eingezeichnet wurde, was man noch nicht gefunden hat, weil man die entsprechende Technik noch nicht kennt.

Es gibt Konsolidierungsformationen so wie die gelb eingezeichnete große Formation. Es gibt spezielle Formationen, die auf eine Trendverstärkung hinweisen, wenn sie verlassen werden. Eine solche sehen Sie in der zweiten Grafik zusätzlich eingefügt.

Quelle: www.lp-software.de/bopp

Es handelt sich um einen bärischen Aufwärtskeil. Er ist auch bekannt unter dem Namen steigender Keil.

Dieser Keil wird gebildet aus einer steilen unteren Linie und einer flacheren oberen Linie, die irgendwann in der Zukunft aufeinandertreffen. Eine solche Formation tritt in Aufwärtstrends auf und verweist auf eine Abschwächung des Trends.

Jetzt sieht es nicht mehr ganz so bullish aus, oder?

Während allein die gelbe Formation zum Kauf riet, sieht es in Kombination mit dem Aufwärtskeil auf einmal nicht mehr ganz so danach aus. Der erfahrene Charttechniker steht da erst einmal an der Seitenlinie und wartet ab. Ich präsentiere Ihnen nun nachfolgend, wo ein Signal zum Einstieg ist.

Quelle: www.lp-software.de/bopp

Obwohl die Formation größtenteils nach unten verlassen wird, kann es in Ausnahmefällen auch zu einer Trendverstärkung nach oben kommen. Hierzu muss die obere blaue Linie des roten Dreiecks schnell und deutlich gekreuzt werden.

In diesem Fall würde sogar ich sagen, dass wir es hier mit einem langfristigen Kaufsignal mit Ziel bei 140 zu tun haben.

Da aber in der Regel die Formation nach unten verlassen wird, bevorzuge ich es hier bei diesem Währungspaar, mich auf eine Short-Position vorzubereiten. Wird nämlich die rote Formation nach unten gekreuzt, hat sich der Ausbruch aus der gelben Formation nach oben als Fehlausbruch entpuppt.

Fehlsignale sind oft besser!

Diese zurückgenommenen Ausbrüche nach oben sind oftmals die besseren Signale nach unten, weil sehr viele Trader den Ausbruch nach oben bereits genutzt haben, Long-Position aufzubauen.

Wird der Ausbruch neutralisiert durch einen Kursrutsch wieder zurück in die gelbe Zone und kommt dazu noch eine Kreuzung mit der unteren blauen Linie der roten Formation zu, müssen diese Leute die Reißleine ziehen und ihre Verluste begrenzen.

Demzufolge dürfte die Bewegung in Richtung Süden dann schnell und dynamisch sein.

Ist das ein zukünftiger Kompass-Trade?

Für mich bedeutet das: ich stehe vorerst an der Seitenlinie und warte ab. Egal, in welche Richtung der Ausbruch kommt, ich werde dann aufgrund meines Dreipunkt-Systems eventuell den Einstieg empfehlen. Der Grund: in beide Richtungen habe ich ein Mindestziel von mindestens 500 Pips.

Damit ist eine der Grundvoraussetzungen meines Dreipunkt-Systems erfüllt. Geduldig warte ich auf das Signal. Natürlich muss ich auf Tagesbasis dann noch weitere Ratgeber hinzuziehen.

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