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Märkte sind nach dem BREXIT weiter volatil – noch

Nach dem Brexit sind wir noch immer weit entfernt von der gewohnten Normalität. Die Märkte besitzen immer noch eine hohe Volatilität und das Einhalten eines normalen Moneymanagements ist aktuell fast noch nicht möglich. Sicherlich bieten sich dadurch enorme Kurschancen, aber dafür auch recht hohe Risiken.

Donnerstagstermin für Referendum war ein kluger Schachzug

Viele von Ihnen fragten sich vielleicht, warum ein Referendum ausgerechnet unter der Woche, an einem Donnerstag durchgeführt wurde. Normalerweise wird für Wahlen oder Volksbefragungen immer ein Sonntag gewählt. Der Grund ist ganz einfach.

Am Donnerstag wird gewählt und am Freitag wird das Ergebnis bekannt gegeben. Die ersten Reaktionen am Freitag sind dann heftig, dann kommt aber schon das Wochenende, an dem die Märkte geschlossen sind. Die Menschen haben dann die Möglichkeit, über die Gesamtsituation nachzudenken. Mit anderen Worten: Es kehrt Ruhe ein und die Emotionalität schwindet ein wenig. Wäre der BREXIT an einem Montag bekannt gegeben worden, hätte man der Panik an den Märkten für fünf Handelstage freien Lauf gelassen.

Auf Dauer tritt eine Gewöhnung ein

Längerfristig tritt dann der Effekt der Gewöhnung ein. Irgendwann hat sich jeder mit der Situation angefreundet. Zumal die reale Umsetzung des Brexits noch Jahre dauern wird. Wir sind uns sicher, dass bis dahin eine Lösung gefunden wird, den Brexit doch noch abzuwenden oder in irgendeiner Weise zu relativieren.

Letzten Endes ist mit dem Ausstieg Englands aus der EU keinem geholfen, aber es ist die einmalige Gelegenheit für die EU, den allzu stolzen Engländern erst einmal einen politischen Dämpfer zu versetzen. Mit der Zeit wird eine gewisse Demut auf der Insel einsetzen, die Ausgangssituation für potentielle Neuverhandlungen werden so auf ein ganz neues Fundament gestellt. Das geht nicht von heute auf morgen, erst muss noch „Gras über die ganze Sache wachsen“.

Dies hat auch die britische „Noch“-Regierung erkannt und spielt daher auf Zeit. Letzten Endes gibt es nur zwei Szenarien. Entweder wird der Brexit wirklich vollzogen und England emanzipiert sich gänzlich. Nach zwei bis drei Jahren wird Großbritannien dann für die Finanzwelt teurer und interessanter werden als jemals zuvor. Oder England wird viele seiner Sonderrechte abgeben müssen. Dies wird aber abhängig sein vom Ausgang der Neuwahlen, die wahrscheinlich Anfang September stattfinden werden.

Notwendige Bereinigung

Wir haben es schon in der letzten Ausgabe zum Ausdruck gebracht. Im Namen der Demokratie sollte das Ergebnis des Referendums umgesetzt werden. Mit allen Vor- und Nachteilen. Aktuell werden nur die Nachteile gesehen. Weil es mit einem Brexit anscheinend keinen Gewinner gibt. Das ist nicht ganz korrekt. Es findet im Moment ein Umdenken statt und das Referendum hat sowohl Europa wie auch Großbritannien politisch wachgerüttelt.

Europa übergeht den Bürger systematisch. Es wurde ein System geschaffen, dass keine Transparenz mehr hat. Das erzeugt auf Dauer eine Unzufriedenheit in der Bevölkerung und dies auch zurecht, weil der demokratische Gedanke aufgegeben wird. Großbritannien hingegen sieht langsam aber sicher ein, dass das „Hohe Ross“ sehr kurze Beine hat. So eine Bereinigung ist letztlich sehr gesund für alle Parteien.

Britisches Pfund unterbewertet

Das Britische Pfund befindet sich immer noch auf sehr tiefem Niveau. Längerfristig sind wir aber immer noch long für das Cable (GBP/USD) gestimmt. Alle schlimmen Nachrichten sind bereits auf dem Markt, jegliche positiven Nachrichten werden sich deshalb überproportional kurssteigernd auswirken.

Wir sind auch der Meinung, dass die Notenbanken das Britische Pfund nicht ins Bodenlose fallen lassen werden. Dafür ist es weltwirtschaftlich viel zu wichtig. Wer längerfristig denkt, ist long und nicht short gestimmt. Natürlich ist der Markt keine Einbahnstraße und beide Seiten können kurzfristig gehandelt werden. Tendenziell ist das Britische Pfund aber ein Kauf. Sie merken: Der Sturm am Finanzmarkt ist noch lange nicht vorbei.

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Über den Autor Daniel Fehring

Daniel Fehring entdeckte schon in frühen Jahren seine große Leidenschaft für die Finanzwelt und hat das Traden als Börsenhändler von der Pieke auf gelernt.

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