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Von Bitcoin, Ethereum & Co.

Letzte Woche wurde erstmals in der Tagesschau von einem neuen Rekordhoch der sogenannten Kryptowährung Bitcoin berichtet. Über 4.500 Dollar ist inzwischen die derzeit bekannteste der immer größer werdenden Auswahl an „digitalen“ Währungen wert.

Einige von Ihnen werden vielleicht noch nie etwas von Bitcoin gehört haben. Und die anderen wissen allenfalls grob, wie es sich mit den Kryptowährungen verhält.

Einige Experten sehen in ihnen die Zukunft des „Geldverkehrs“, der am Ende sogar Banken überflüssig machen könnte. Kritiker hingegen sehen hier lediglich einen kurzfristigen Hype, der längst in einer Übertreibungsblase steckt, die bald platzen wird.

Hierzulande kann man derzeit mit Bitcoins noch recht wenig machen, doch es gibt weltweit (vor allem in Asien) eine wachsende Akzeptanz. Ein Bekannter eines Bekannten hat kürzlich sogar eine Finca auf Mallorca mit Bitcoins gekauft.

Ob Sie es glauben oder nicht: Im Grunde genommen könnten auch Sie einfach Bitcoins selbst erzeugen. Dazu benötigt man allerdings die neuste Computertechnik mit den schnellsten Grafikchips.

Sogenannte „Miners“ haben erst kürzlich von meinem IT-Fachmann 150 nVidia-Grafikkarten der neuesten Generation bezogen, um Kryptowährungen zu „schürfen“. Fragen Sie mich jetzt aber bitte nicht, wie das funktioniert, das übersteigt auch meinen derzeitigen Kenntnisstand.

Noch ist hier Fachwissen gefragt

Das Irre an Kryptowährungen ist zudem, dass man sich hier in einem derzeit völlig unregulierten Markt bewegt. Und wenn Sie mit Bitcoins, Ripple, Ethereum etc. traden und damit in Euro umgerechnet ein Vermögen aufbauen, greift auch kein Finanzamt zu.

Lediglich wenn Sie aus der Krypto- in die Realwelt – also in Euro oder Dollar wandeln, wird der Fiskus aktiv. Als Aufbewahrungsort dienen sogenannte Wallets, also elektronische „Brieftaschen“. Doch aufgepasst: Wird Ihr Rechner gehackt und Ihr Wallet darauf geplündert, sind Sie Ihre Bitcoins los.

Eine Anzeige bei der Polizei können Sie sich in diesem Fall sparen, die wüsste gar nichts damit anzufangen. Profis haben ihre Wallets daher auf Sticks oder externen Festplatten – und wenn sie agieren, dann doppelt und dreifach gesichert.

Also ist das doch alles eher ein Spiel? Eine Spekulation?

Nein, definitiv nicht, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass die aktuelle Blase wie alle neuen Revolutionen auf dieser Welt (wie zuletzt beispielsweise die Internetblase im Jahr 2000) irgendwann erst einmal platzen wird, ehe dann in der nächsten Durchdringungsphase der eigentliche Siegeszug startet.

Denken Sie daran, dass wir alle uns längst an bargeldloses Zahlen gewöhnt haben. Wir agieren mit Kredit- und EC-Karten, kaufen über PayPal, Apple Pay oder Amazon Pay online etc. Das ist die Vorstufe dessen, was für die nächsten Generationen normal sein wird.

Münzen und Scheine werden irgendwann jedenfalls Nostalgie-Charakter haben – ob uns das nun recht ist oder nicht.

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Über den Autor
Jürgen Schmitt

Jürgen Schmitt hat Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda studiert und ist Mitbegründer der Beratungs- und Investmentgesellschaft Meconomics.

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