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Virtuelle Währungen wie BitCoins sind keine Aktien-Alternative!

BitCoins sind in aller Munde – nicht erst, seitdem ein BitCoin teurer ist als eine Unze Gold. Was BitCoins sind, verstehen die wenigstens. Ich gebe zu, dass ich dazu gehöre.

Aber dass die virtuelle Währung in wenigen Jahren eine enorme Preisentwicklung durchlebte, wissen inzwischen sehr viele Anleger.

Immer wieder werde ich daher gefragt, ob BitCoins nicht eine viel bessere Alternative zu Aktien wären.

Ich kann das ganz klar verneinen. BitCoins erwirtschaften selbst keinen Wert, der ihren Preis rechtfertigen würde. Der Hype um die virtuelle Währung selbst ist es, der den Preisanstieg erzeugt.

Der Fakt, dass die Zahl der weltweit umlaufenden BitCoins bei 21 Millionen gedeckelt ist, beflügelt die Phantasie vieler Anleger. Was so knapp ist, was so selten ist, das muss einfach immer mehr wert werden.

Wenn erst einmal alle Waren und Dienstleistungen mit der Krypto-Währung bezahlt werden, dann ist ein BitCoin Millionen wert statt jetzt knappe 1.000 Euro.

Es gibt 4x mehr virtuelle als reale Währungen – die Währungen sind beliebig austauschbar

Doch das wird höchstwahrscheinlich nie passieren. Dafür sind BitCoins viel zu kompliziert und austauschbar. Ich habe das selbst einmal ausprobiert. Es dauerte Stunden, bis ich endlich BitCoins kaufen konnte.

Und ganz ehrlich: Was ich da gekauft habe, kapiere ich bis heute nicht. Außer einer kryptischen Zeichenkolonne gibt es nichts, was meinen Besitz von BitCoins beweisen würde.

Ob ich noch Besitzer der BitCoins bin, kann ich selbst nicht zweifelsfrei prüfen.

Ob mir die BitCoins noch gehören, wenn die Wallet, die virtuelle Brieftasche für meine BitCoins, die Türen schließt, kann ich Ihnen auch nicht sagen.

Was ich jedoch ganz genau weiß, das ist die Beliebigkeit von BitCoins. Es gibt inzwischen rund 750 virtuelle Krypto-Währungen im Stile von BitCoins.

Da draußen vagabundieren also 4x mehr virtuelle Währungen durchs Internet, als weltweit an offiziellen Währungen genutzt werden.

Die meisten davon sind klein und unbedeutend. Ethereum bringt es aber immerhin auf eine Marktkapitalisierung von 3,8 Milliarden US-Dollar.

BitCoins ist mit 17 Milliarden deutlich größer. Auf den Rängen 3 bis 10 folgen weitere Krypto-Währungen mit zusammen 2 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung.

BitCoins ist also austauschbar. Sollte irgendetwas dazu führen, dass die Menschen lieber Ethereum oder Dash benutzen, stürzt der Kurs von BitCoins ab.

Der Auslöser für so einen Absturz haben wir jetzt vielleicht sogar schon. BitCoins stößt in der aktuellen Fassung an technische Grenzen und muss dringend weiterentwickelt werden.

Doch nicht alle wollen mitspielen. Die Bitcoin-Community ist gespalten in zwei Lager.

Einigen sich beide Lager nicht, dann wird nicht nur die Community gespalten, sondern die Währung selbst.

Stehen Sie mit Ihren BitCoins auf der falschen Seite, dann haben Sie zwar noch BitCoins in der virtuellen Wallet – die dürften aber nach kurzer Zeit kaum noch etwas wert sein, weil alle Welt nur noch mit den neuen BitCoins arbeiten will – oder gleich ganz mit Ethereum.

Ethereum hat solch eine Aufspaltung übrigens schon hinter sich.

Aktien sind ein echter, sich ständig neu reproduzierender Wert

Sie verstehen all das nicht? Keine Sorge – so dürfte es auch den meisten BitCoins-Anlegern gehen. Ich halte es da lieber wie Warren Buffett: Was ich nicht verstehe, das kaufe ich auch nicht.

Eine Aktie verstehe ich. Dahinter steht ein Unternehmen, das echte Waren und Dienstleistungen produziert, verkauft und damit Gewinne erzielt. Jeden Tag aufs Neue.

Die Gewinne werden unter den Aktionären verteilt und alle sind glücklich. Bei BitCoins könnte es nach einer drohenden Aufspaltung schon bald sehr viele unglückliche Anleger geben.

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Über den Autor
Mick Knauff

Mick Knauff ist seit mehr als 20 Jahren an der Börse aktiv. Seit mehr als 15 Jahren begleitet er das tägliche Börsengeschehen journalistisch und war am Aufbau mehrerer Börsen-Nachrichtenredaktionen beteiligt.

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