MenüMenü

Bitcoin statt Bretton Woods!

Der Ferienort Bretton Woods im US-Bundesstaat New Hampshire war im Juli 1944 während des Zweiten Weltkriegs Schauplatz einer Konferenz, die unser Weltfinanzsystem über Jahrzehnte geprägt hat. An der Bretton-Woods-Konferenz im Mount Washington Hotel nahmen einst Vertreter von 44 Staaten teil. Nach dem Krieg ist auch Deutschland im Jahr 1949 dem Bretton-Woods-System beigetreten.

Zentrale Elemente des Bretton-Woods-Abkommens stammten aus dem “White-Plan” von Harry Dexter White, der für das US-Finanzministerium tätig war und dem britischen Ökonom John Maynard Keynes. Später stellte sich heraus, dass White ein russischer Spion war. Das Ziel des Abkommens bestand darin, Europas Wirtschaft zu stärken und den internationalen Handel, der unter der Weltwirtschaftskrise und dem Zweiten Weltkrieg gelitten hatte, wieder in Schwung zu bringen. Bretton Woods war der Ursprung der heutigen Weltbank.

Das Wechselkursregime von Bretton Woods unterlag einem Trilemma

Das Bretton-Woods-System sah eine Bindung der Teilnehmerwährungen an den US-Dollar vor, der seinerseits durch Gold unterlegt war. 1971 begann das Bretton-Woods-System zu wanken, weil US-Präsident Richard Nixon die Bindung an Gold aufhob, 1973 scheiterte es endgültig. Die Spätfolgen der seither inflationären Währungen spüren wir aktuell aufgrund der explodierenden Geldmengen und dem damit einhergehenden Kaufkraftverlust ganz massiv. Gescheitert ist das Abkommen von Bretton Woods an seinen drei Konstruktionsfehlern: Der Unvereinbarkeit der Ziele “autonome Geldpolitik”, “fester Wechselkurs” und “freier internationaler Kapitalverkehr”.

Gold benötig keine Rating-Agentur, ist frei von Schulden und hat seit Jahrtausenden einen inneren Wert. Ein goldgedecktes Geldsystem – wie es manche Edelmetall-Fans fast schon gebetsmühlenartig fordern – ist allerdings schlicht unrealistisch, wie uns auch die Geschichte von Bretton Woods lehrt. Das Whitepaper, auf dem das dezentralisierte und streng limitierte Bitcoin-System basiert, ist hingegen frei von diesem Trilemma des Wechselkursregimes.

Wichtige Säulen auf dem derzeitigen Weg der Evolution eines Krypto-Weltfinanzsystems werden auch US-Unternehmen wie Facebook, Coinbase, Kraken oder PayPal sein, von denen aktuell ebenso interessante wie positive Nachrichten kommen. Die Welt ist auf dem Weg hin zu einer neuen Krypto-Ökonomie, die ich als „Kryptonomics“ bezeichne. So lautet auch der Titel meines neuen Buches. Deswegen sollten Sie – bei aller Wichtigkeit und Berechtigung von Gold- bzw. Edelmetall-Investments – auch den Bitcoin als digitales Gold, Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmedium und blockchainbasierte, dezentrale und schuldenfreie Funktionalitätswährung im Blick haben. Auch der echte Bitcoin (keine Finanzprodukte oder Derivate wie Zertifikate auf den Bitcoin!), ist für mich ein essenzieller Kapitalschutz-Baustein!

Virtual ethereum digital currency consist of binary code

Bitcoin, Etherum und Co.: Nachhaltige Wertanlage oder Schneeballsystem?Bitcoin hat sich in den letzten Jahren vom Nischeninvestment zur echten Anlagealternative entwickelt. Höchste Zeit dieser Modeerscheinung auf den Grund zu gehen. › mehr lesen

 

© FID Verlag GmbH, alle Rechte vorbehalten
Über den Autor
miller01
Markus Miller

Markus Miller ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "Mick Knauff Daily". Hrsg.: Investor Verlag | FID Verlag GmbH. Jederzeit kündbar.

Hinweis zum Datenschutz